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Epidemie in Afrika: Bundesregierung weist Kritik an Ebola-Hilfe zurück

Ebola-Bekämpfung in Liberia: "Nicht sicher, dass man sich in Berlin des Ausmaßes dieser Krise wirklich bewusst geworden ist" Zur Großansicht
DPA

Ebola-Bekämpfung in Liberia: "Nicht sicher, dass man sich in Berlin des Ausmaßes dieser Krise wirklich bewusst geworden ist"

Eine Feldklinik, Hilfsgüter, Spenden - die deutsche Hilfe im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika ist eher mäßig und hat deshalb zu Kritik geführt. Die Bundesregierung weist die Vorwürfe nun zurück.

Berlin - Die Bundesregierung hat die Kritik über unzureichende deutsche Hilfe im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika zurückgewiesen. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies am Freitag darauf, dass Deutschland bereits vor mehreren Monaten tätig geworden sei.

Die Bundesregierung hat laut Seibert seit dem Frühjahr ein "breites Angebot" an die betroffenen Länder gemacht. Zugleich werde weitere personelle und materielle Unterstützung geprüft. Dazu solle es am Nachmittag auch ein Krisengespräch im Auswärtigen Amt geben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch deutsche Unterstützung im Kampf gegen Ebola versprochen. Mithilfe von Luftwaffe-Transportern sollten Hilfsgüter und Spenden aus Deutschland in die Region gebracht werden. Innerhalb der kommenden zehn Tage solle zudem eine mobile Feldklinik mit 50 Krankenbetten losgeschickt werden.

Das ist vielen jedoch zu wenig: "Ich bin mir nicht sicher, dass man sich hier in Berlin des Ausmaßes dieser Krise wirklich bewusst geworden ist", hatte der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, Florian Westphal, am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur gesagt. Der Transport einer Krankenstation in das Krisengebiet sei ohne zugehöriges Personal wirkungslos.

Gerade im Vergleich zu den USA wirkt die deutsche Hilfe dürftig: Präsident Barack Obama hatte zu einem entschiedeneren Kampf der Weltgemeinschaft gegen die Seuche aufgerufen. Die USA schicken 3000 Soldaten in die Region, darunter Ingenieure und Mediziner.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs rund eine Milliarde Dollar kosten. Bisher sind an der Krankheit ungefähr 2500 Menschen gestorben.

Kommentar zur Deutschen Ebola-Hilfe

bka/dpa

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1.
vox veritas 19.09.2014
Es ist wie immer: Die Deutschen wollen die Welt verbessern, aber wenn es heißt: "Butter bei die Fische", versagen wir!
2. Hilfen
karend 19.09.2014
Zitat von vox veritasEs ist wie immer: Die Deutschen wollen die Welt verbessern, aber wenn es heißt: "Butter bei die Fische", versagen wir!
Das Problem bei finanzieller Hilfe ist, dass Millionen-/Milliardenhilfen in Afrika durch Korruption und Selbstbereicherung versickern. Zudem wurde nun ein Helferteam in Guinea ermordet aufgefunden. Hilfe sollte es selbstverständlich geben (Materialien, medizinisches Personal etc.), allerdings ist dazu die Mithilfe der Einwohner unerlässlich. Ein Verändern der Traditionen, der Gedanken und - letztendlich - des Verhaltens braucht Zeit. http://www.theguardian.com/society/2014/sep/18/ebola-health-workers-missing-guinea
3. Ein paar Milliönchen Euro
WGG 21.09.2014
Wie wär's denn mal mit einer Milliarde? Wenn das Virus erst in Europa ankommt ist die Bestürzung nämlich groß! Also jetzt handeln, und zwar richtig. Nicht nur zum Schein wie bisher!
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