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Einsatz im Ebola-Gebiet: Sorge um deutsche Polizisten in Liberia

Kampf gegen Ebola in Liberia: Keine Rettungskette im Fall einer Erkrankung Zur Großansicht
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Kampf gegen Ebola in Liberia: Keine Rettungskette im Fall einer Erkrankung

Fünf deutsche Polizei-Ausbilder harren in Liberia aus, mitten im Ebola-Gebiet. Die Männer müssen permanent in der Botschaft bleiben. Ausfliegen will sie das Innenministerium vorerst aber nicht.

Berlin - Sollen fünf deutsche Polizisten weiter im Ebola-Krisenland Liberia bleiben? Diese Frage sorgt für Streit zwischen dem Hauptpersonalrat und der Spitze des Innenministeriums.

Die Personalvertreter fordern, die Polizisten, die zur Uno-Mission Unmil abgeordnet sind, sofort aus Liberia herauszuholen. Eigentlich sollten sie die dortigen Sicherheitskräfte schulen und beraten.

Nun berufen sich die Personalleute auf ein Schreiben des Ärztlichen Dienstes der Bundespolizei an das Innenministerium, worin schon Anfang September ein "zeitnaher Abzug" empfohlen wurde.

Die Mediziner hatten gewarnt, dass im Fall einer Ansteckung "eine eigene Rettungskette zur Evakuierung deutscher Staatsbürger nicht existiert". Damit sei ungeklärt, ob sich ein deutscher Patient im Notfall zurückholen lasse. In Liberia selbst sei die medizinische Lage desaströs.

Trotzdem sah die Ministeriumsspitze noch am Mittwoch in einem Gespräch mit dem Personalrat keine Veranlassung, die Polizisten abzuziehen. Wie aus einem internen Schreiben des Personalrats hervorgeht, hatte das Ministerium mit politischen Gründen für den Verbleib argumentiert: Zwar existiere tatsächlich immer noch keine Rettungskette im Fall einer Erkrankung. Deutschland solle aber nicht das erste Land sein, dass seine Mitarbeiter aus der Uno-Mission abziehe.

Ministerium prüft Abzug erneut

Zum Schutz der Männer habe man angeordnet, dass sie das Gelände der Deutschen Botschaft in der Hauptstadt Monrovia nicht mehr verlassen dürften. Dies wiederum bestärkt den Personalrat in seiner Forderung, da die Beamten ihre Aufgabe dann ohnehin nicht mehr ausreichend erfüllen könnten.

Doch inzwischen zeigt der Protest möglicherweise doch Wirkung: Vergangenen Freitag teilte das Ministerium mit, man prüfe die Frage des Abzugs derzeit erneut.

Erst in dieser Woche war bekannt geworden, dass bei der Bundeswehr nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung stünden, um mögliche infizierte Helfer aus afrikanischen Ländern auszufliegen. Die SPIEGEL-ONLINE-Meldung hatte im Verteidigungsministerium für reichlich Aufregung gesorgt.

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insgesamt 44 Beiträge
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1. So so
jonas4711 11.10.2014
das Innenministerium will vorerst nicht.... Vermutlch haben sie bei Frau vdL angefrgt, ob inzwischen ein Flugzeug fliegt........
2. unglaublich
women_1900 11.10.2014
nur weil: "Deutschland solle aber nicht das erste Land sein, dass seine Mitarbeiter aus der Uno-Mission abziehe." zu deutsch: lieber werden Personen gefährdet, als dass diese regierung auch nur ein einziges Mal Rückgrat zeigen würde.
3. Haltet durch!
dirk-in-bonn 11.10.2014
Hoffe ihr kommt bald raus! Viele Grüße von eurem ehemaligen Mitbewohner im Nokia! Grüße aus jakarta, Dirk
4. in Deutschland wedelt der Schwanz mit dem Hund....
kraichgau12 11.10.2014
Ein Minister verkündet vollmundig,Freiwillige für die Nothilfe zu suchen und merkt dann,das er keine Flugzeuge mit Isolierstation für den Krankentransport hat,ein anderer laesst lustig dort Polizeiausbilder vor sich hin warten, da zur Zeit sicherlich Polizeiausbildung dort keine absolute Priorität geniesst, will Sie aber nicht abziehen,weil ja das die anderen Nationen nicht gut finden könnten und gibt ihnen statt dessen Hausarrest ernsthaft,seit dem Mauerfall erinnert die Bonner/Berliner Kasperlesrunde echt an die Muppetshow es ist eine Beleidigung, voin derartigen "Experten" vertreten zu werden!
5.
Mach999 11.10.2014
Wie krank ist das denn? Wenn sie ihren Job nicht mehr machen können, dann sollen sie zurückkommen. Grundsätzlich finde ich das vor allem auf PR ausgelegte Treiben der Bundesregierung im Ausland aber sowieso inakzeptabel. Wenn ich Menschen ins Ausland schicke um dort zu helfen, dann muss ich alle Voraussetzungen schaffen, sie bestmöglich zu schützen, zu versorgen und bei Bedarf zurückzuholen. Da reicht es natürlich nicht, große Verlautbarungen an die Presse zu geben. Da muss man sich auch mal hinsetzen und planen. Bei einigen Ministerinnen und Ministern der letzten 10 Jahre, insbesondere bei denen im Verteidigungsministerium, habe ich aber starke Zweifel, dass sie sich diese Arbeit überhaupt machen wollten und wollen. Es macht viel mehr Spaß, vor Kameras irgendwas Großes zu verkünden, als sich um das Klein-Klein des Alltags zu kümmern.
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