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Edathy-Affäre: Gabriel und Friedrich belasten SPD-Fraktionschef Oppermann

Von Florian Gathmann

SPD-Chef Gabriel im Edathy-Ausschuss: Belastende Aussage Zur Großansicht
DPA

SPD-Chef Gabriel im Edathy-Ausschuss: Belastende Aussage

In der Edathy-Affäre wird es brenzlig für Thomas Oppermann: Nach der Aussage von SPD-Chef Gabriel und Ex-Innenminister Friedrich im Untersuchungsausschuss deutet sich an, dass der SPD-Fraktionschef wohl die Unwahrheit gesagt hat.

Der Auftritt von Sigmar Gabriel vor dem Edathy-Untersuchungsausschuss plätscherte so dahin am Donnerstag - bis zu einer brisanten Wendung. Denn die Aussagen des SPD-Chefs und Vizekanzlers könnten für einen prominenten Parteifreund dramatische Folgen haben: Stimmt Gabriels Darstellung der zeitlichen Abläufe, hat SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in einem entscheidenden Punkt die Unwahrheit gesagt.

Für Oppermann könnte das deshalb gravierende Konsequenzen haben, weil es in der Edathy-Affäre und bei der Arbeit des zuständigen Untersuchungsausschusses im Kern um die Frage geht, ob der damalige Bundestagsabgeordnete vorgewarnt wurde - und von wem. Politiker von Union, Linke und Grünen haben schonlange Oppermann im Verdacht.

Unstrittig ist, dass Oppermann, seinerzeit Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, am 17. Oktober gegen 15.30 Uhr ein Gespräch mit dem damaligen BKA-Chef Jörg Ziercke führte, in dem der Sozialdemokrat sich nach dem Fall Edathy erkundigte. Am selben Nachmittag hatte der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den SPD-Vorsitzenden Gabriel am Rande der Sondierungsgespräche zwischen seiner Partei und den Unionsparteien über den Verdacht gegen Edathy informiert.

Gabriel informierte daraufhin den damaligen Fraktionschef und heutigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Beide kamen überein, auch Oppermann in Kenntnis zu setzen. Dies kann allerdings nach den Aussagen von Friedrich und Gabriel am Donnerstag im Untersuchungsausschuss bis zu dem Oppermann-Ziercke-Telefonat nicht geschehen sein. Das bedeutet, dass Oppermann die Informationen über Edathy aus einer anderen Quelle hatte. Der SPD-Politiker hat stets behauptet, zum ersten Mal von Gabriel von den Vorwürfen gegen Edathy gehört zu haben.

Im weiteren Verlauf seiner Befragung relativierte Gabriel jedoch seine Äußerungen. "Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann ich mit Oppermann telefoniert habe." Es sei "theoretisch natürlich denkbar, dass ich Oppermann unmittelbar danach angerufen habe", so Gabriel.

Dennoch steht Oppermann nun mit einem Glaubwürdigkeitsproblem da. Er wird im Laufe des Donnerstags ebenfalls als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss aussagen. Auch Außenminister Steinmeier ist noch als Zeuge geladen.

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insgesamt 63 Beiträge
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1. fall
kleinbürger 18.06.2015
das wird der herr oppermann, der guttenberg und wulf fast im alleingang zu fall gebracht hat wohl garnicht gerne hören. mal sehen wie er sich versucht rauszuwinden.
2. Verfassungstreue ist ihm egal
Leser heute 18.06.2015
Schon als niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur scherte sich der Volljurist Oppermann nicht um das Grundgesetz. Wesentliche Teile seines neuen Hochschulgesetzes verstießen dagegen, wie das Bundesverfassungsgericht urteilte. Oppermann wusste das, er hielt das für politisch opportun. Warum sollte er sich inzwischen geändert haben?
3. Als Oppermann vor die Presse trat
kimchi 18.06.2015
Als Oppermann vor die Presse trat, als der Verdacht öffentlich wurde, da hat er so getan als hörte er zum ersten Mal davon. Er hat halt von vorne bis hinten gelogen. Der Rücktritt ist fällig.
4. jasicha
ja-sager 18.06.2015
der Dicke ist mal wieder raus aus der Nummer und lässt Oppermann über die Klinge springen. Bin mal gespannt, was Oppermann jetzt von sich gibt, ich wette, dieser wird nun Gabriel in die Pfanne hauen...
5. Oppermann
Hilfskraft 18.06.2015
was passiert jetzt? Glaubwürdigkeitsproblem hin und her. (haben das nicht alle in dieser Regierung?) Wird sich der Jurist Oppermann nun vor der Justiz verantworten müssen?
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