Edathy-Affäre Michael Hartmann sagt vor Untersuchungsausschuss aus

Showdown im Bundestag: Um die Widersprüche in der Kinderpornografie-Affäre aufzuklären, soll nach SPIEGEL-Informationen neben SPD-Politiker Edathy auch sein Parteifreund Michael Hartmann im BKA-Untersuchungsausschuss aussagen.

SPD-Politiker Hartmann: Wer sagt die Wahrheit?
DPA

SPD-Politiker Hartmann: Wer sagt die Wahrheit?

Von


Es könnte eine Sitzung werden, wie es sie nur selten im Bundestag gibt. Eine Art Showdown vor den Augen der Öffentlichkeit. Die Koalitionspolitiker im BKA-Untersuchungsausschuss wollen am Donnerstag nicht nur Sebastian Edathy als Zeugen vernehmen, sondern auch seinen SPD-Parteifreund Michael Hartmann. Beide haben sich mit widersprüchlichen Darstellungen über den Informationsfluss in der Edathy-Affäre zu Wort gemeldet.

Sebastian Edathy muss sich im Februar wegen des mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornografie vor Gericht verantworten. Gegenüber dem "Stern" behauptete der inzwischen als Bundestagsabgeordneter zurückgetretene Sozialdemokrat, sein Parteifreund Michael Hartmann habe ihn auf dem SPD-Parteitag in Leipzig im November 2013 über Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) informiert. Michael Hartmann räumt zwar ein, mit Edathy über den Schlag der kanadischen Polizei gegen einen Kinder-Pornoring gesprochen zu haben. Es sei aber Edathy selbst gewesen, der ihm damals eröffnet habe, "dass er bei der in Rede stehenden Firma Kunde gewesen war".

Für Donnerstagmorgen hat Edathy, der die Kinderpornografie-Vorwürfe bestreitet, zu einer Pressekonferenz nach Berlin geladen. Danach tritt er im Untersuchungsausschuss auf. "Wir wollen zunächst Sebastian Edathy befragen, dann Michael Hartmann und danach wieder Edathy", sagt CDU-Obmann Armin Schuster. So soll sichergestellt werden, dass Edathy auch mit den Aussagen seines Parteifreundes Hartmann konfrontiert werden kann. Eine Gegenüberstellung ist offenbar nicht geplant.

Einer von beiden sagt die Unwahrheit. Die Ausschussvorsitzende Eva Högl (SPD) weist darauf hin, dass Edathy unter "Wahrheitspflicht" im Ausschuss aussagen muss. Und zu Hartmann: "Ich finde es wichtig, dass wir schnell auch Michael Hartmann im Ausschuss hören, um die Widersprüche aufzuklären." Deshalb solle Hartmann ebenfalls am Donnerstag als Zeuge befragt werden.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
itsamadworld 15.12.2014
1. Preise wie Ende 2011 ???
Wir jubeln und freuen uns und erkennen dabei nicht wie unverhältnismäßig schnell die Preise in gut zwei Jahren in die Höhe getrieben wurden. In kaum einem anderen Bereich haben die Spekulanten ihr Unwesen so derb getrieben wie beim Rohöl. Jetzt machen die Araber wieder etwas Politik und kämpfen gegen US-Fracking an. Anschließend ist das Vergügen dann wieder vorbei und die Preise steigen auf arabische Art. Die Konsumenten hängen eben hilflos am Tropf.
KingTut 15.12.2014
2. Vertrauensbruch
Erst mal finde ich es empörend, dass offensichtlich kein Verfassungsorgan seine Arbeit professionell verrichten kann, ohne dass in Insider Informationen preisgibt und damit - wie im Fall Edathy - die Ermittlungsarbeiten erschwert. Dass dieser gewarnt wurde ist offenkundig und warum sollte er seinen Parteikollegen Hartmann grundlos belasten? Folgender Absatz im Artikel gibt mir besonders zu denken: "Michael Hartmann räumt zwar ein, mit Edathy über den Schlag der kanadischen Polizei gegen einen Kinder-Pornoring gesprochen zu haben. Es sei aber Edathy selbst gewesen, der ihm damals eröffnet habe, "dass er bei der in Rede stehenden Firma Kunde gewesen war". Was hatten die beiden für einen Grund, ausgerechnet über den Ermittlungserfolg der kanadischen Behörden zu reden? Wo es doch so viele andere Themen gibt, über man hätte reden können. Das ganze stinkt zum Himmel, wenn Sie mich fragen.
wi_hartmann@t-online.de 15.12.2014
3. Edathy
Ist man überhaupt an eine Aufklärung in der Sache interessiert? Fest steht und auch von diesem zugegeben, daß er Kinderpornos auf seinem Laptop heruntergeladen hat. Dann tauchte er angeblich ab und die Staatsanwaltschaft wußte wo er sich aufhielt, sein Laptop wurde angeblich gestohlen . Was hindert die Behörde den Prozess zeitnah durch- zuführen und notfalls den Tatverdächtigen in U-Haft zunehmen? Es scheint, daß die Angst in Berlin umgeht, daß Edathy plaudert.
it--fachmann 15.12.2014
4. Edathy, Hartmann???
Edathy ist mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Pädophiler. Das Gerichtsverfahren gegen ihn wird vermutlich ergeben, was Sache war. Hartmann hingegen hat keinem Menschen geschadet, er hat sich nur das Hirn mit Drogen voll gepumpt. Ich glaube dem Edathy nicht. Es sieht so aus, als ob er das nach ihm zweit fragwürdigste Mitglied der SPD Fraktion mit sich in den Abgrund ziehen möchte. Das würde freilich weitere Aspekte des Charakters des Herrn Edathy herausstellen, falls dem so ist.
pegasus2012 15.12.2014
5.
Zitat von wi_hartmann@t-online.deIst man überhaupt an eine Aufklärung in der Sache interessiert? Fest steht und auch von diesem zugegeben, daß er Kinderpornos auf seinem Laptop heruntergeladen hat. Dann tauchte er angeblich ab und die Staatsanwaltschaft wußte wo er sich aufhielt, sein Laptop wurde angeblich gestohlen . Was hindert die Behörde den Prozess zeitnah durch- zuführen und notfalls den Tatverdächtigen in U-Haft zunehmen? Es scheint, daß die Angst in Berlin umgeht, daß Edathy plaudert.
Nach allem was bekannt ist, handelt es sich eben nicht um Kinderpornografie , sondern um grenzwertiges Material. Und Gründe die es rechtfertigen ihn in U-Haft zu nehmen kann ich hier nicht erkennen. Edathy hat sich bisher nicht versucht dem Verfahren zu entziehen, und das zu erwartende Strafmaß rechtfertigt auch keinen Haftbefehl.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.