Kinderporno-Prozess Edathy-Verhandlung vertagt

Der Kinderporno-Prozess gegen Sebastian Edathy hat mit einem Streit zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung begonnen. Nach nur anderthalb Stunden wurde das Verfahren vertagt.

Sebastian Edathy in Verden: Neuer Termin in der kommenden Woche
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Sebastian Edathy in Verden: Neuer Termin in der kommenden Woche


Verden - Der erste Tag im Kinderporno-Prozess gegen den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy dauerte nicht lange. Nach nur eineinhalb Stunden wurde er bis zum 2. März unterbrochen. Der Vertagung vorausgegangen war ein Streit zwischen Staatsanwalt Thomas Klinge und Verteidiger Christian Noll. Darin ging es um die Möglichkeit einer Einstellung gegen Geldauflage.

Wiederholt hatte Noll dafür geworben, ein solches Gespräch zu führen, Klinge verlangte dafür aber vorab ein "Zeichen" Edathys, dass dieser bereit sei, eine "geständige Einlassung" abzugeben. Bis zum nächsten Termin haben beide Seiten nun Zeit, in Gesprächen eine Lösung zu suchen.

Der einstige Abgeordnete ist angeklagt, mit seinem Dienst-Notebook in mehreren Fällen kinderpornografische Bild- und Videodateien aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Zudem soll er ein Buch und eine CD mit Fotos besessen haben, die die Staatsanwaltschaft als jugendpornografisch einstuft. Edathy äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, auf denen die Anklage basiert.

Der Fall sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil der Verdacht besteht, Edathy könnte von Eingeweihten frühzeitig über die Ermittlungen gegen ihn informiert worden sein. Außerdem laufen inzwischen strafrechtliche Ermittlungen gegen den für den Fall zuständigen Generalstaatsanwalt. Er soll geheime Ermittlungsakten an Medienvertreter weitergeleitet haben.

ler/dpa

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