Staatsanwaltschaft Hannover Edathy soll Kinderpornos von russischen Internetseiten heruntergeladen haben

Nach Informationen des SPIEGEL hat der ehemalige Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy gezielt Internetseiten russischer Domains angesteuert - über den Server des Bundestages.

Oberstaatsanwalt Jörg Fröhlich von der Staatsanwaltschaft Hannover (im Februar 2014)
DPA

Oberstaatsanwalt Jörg Fröhlich von der Staatsanwaltschaft Hannover (im Februar 2014)


Die Staatsanwaltschaft Hannover geht davon aus, dass der ehemalige Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (SPD) von zwei russischen Domains einschlägiges kinderpornografisches Material heruntergeladen hat. Das geht aus der siebenseitigen Anklageschrift vom 15. Juli 2014 hervor.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 46/2014
Unkritisch, ehrgeizig, unpolitisch? Die jungen Deutschen zwischen 18 und 30

Demnach soll Edathy über den Bundestagsserver im November 2013 an sechs Tagen gezielt Internetseiten mit der Endung .ru besucht haben. Die Domains waren nicht über einen Namen, sondern über eine Zeichenkombination ansteuerbar. Laut Staatsanwaltschaft soll Edathy an einigen Tagen mehrmals die Seiten aufgerufen haben.

Zuletzt soll er am 10. November aktiv gewesen sein, vier Tage bevor die kanadische Polizei in einer Pressekonferenz über eine internationale Polizeiaktion gegen Kinderpornografie informierte. Neben dem russischen Material soll Edathy eine Zeitschrift und eine CD mit jugendpornografischen Inhalten besessen haben. Edathy bestreitet, im Besitz von strafbarem Material gewesen zu sein. Das Landgericht Verden muss nun entscheiden, ob die Vorwürfe reichen, um die Anklage zuzulassen.

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.