Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

SPD-Politiker: Edathy will Buch über Kinderporno-Affäre schreiben

Sebastian Edathy: "So schreckt man Leute nachvollziehbar von der Politik ab" Zur Großansicht
DPA

Sebastian Edathy: "So schreckt man Leute nachvollziehbar von der Politik ab"

Seit Wochen ist SPD-Politiker Sebastian Edathy in eine Kinderporno-Affäre verstrickt. Jetzt will er seine Sicht der Dinge in einem Buch darlegen. Es befremde ihn, "wenn man ohne eigenes Zutun plötzlich zum Freiwild wird", sagte er dem SPIEGEL.

Berlin - Der SPD-Politiker Sebastian Edathy will ein Buch über die Affäre um Kinderpornografie-Vorwürfe schreiben. "Darin werde ich die Hintergründe der sogenannten Affäre darstellen, aber auch grundsätzlich über das Spannungsverhältnis zwischen privatem und öffentlichem Leben als Politiker schreiben", sagte der Ex-Bundestagsabgeordnete dem SPIEGEL.

Ihn befremde, "wenn man als Person des öffentlichen Lebens ohne eigenes Zutun plötzlich zum Freiwild und zur Projektionsfläche von vielerlei Phantasien wird". Den Schaden tragen seiner Ansicht nach die Parteien: "So schreckt man Leute nachvollziehbar von der Politik ab."

Gegen Edathy wird seit einigen Wochen wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt. Der SPD-Politiker hat eingeräumt, Nacktbilder von Jugendlichen im Internet gekauft zu haben, bestreitet aber, illegales Material erworben zu haben. Der Staatsanwaltschaft Hannover wirft er schwere Fehler vor, unter anderem die Verletzung von Dienstgeheimnissen.

"Stehe selbstverständlich als Zeuge zur Verfügung"

Edathy erklärte sich bereit, vor einem möglichen parlamentarischen Untersuchungsausschuss auszusagen. Gegebenenfalls werde er "selbstverständlich als Zeuge zur Verfügung stehen", sagte er.

Über einen derartigen Ausschuss, der die Hintergründe der Affäre und insbesondere das Verhalten des Bundeskriminalamts (BKA) beleuchten soll, hat der Bundestag noch nicht abschließend entschieden. Die Opposition drängt auf eine rasche Einrichtung. Union und SPD haben signalisiert, sich im Zweifel einem Untersuchungsausschuss nicht in den Weg stellen zu wollen.

Das BKA hatte nach SPIEGEL-Recherchen Informationen über einen eigenen Mitarbeiter zurückgehalten. Demnach musste der hohe Beamte gehen, weil er sogenannte Posing-Bilder bei demselben kanadischen Anbieter bezogen hatte, bei dem auch Edathy bestellte. BKA-Chef Ziercke hatte vor dem Innenausschuss zunächst über die Verstrickung seines Beamten geschwiegen. Zudem war seiner Behörde nach deren Angaben der Name Edathys auf der Liste erst nach zwei Jahren aufgefallen.

Themen im neuen SPIEGEL
Was steht im neuen SPIEGEL? Das erfahren Sie im SPIEGEL-Brief - dem kostenlosen Newsletter der Redaktion.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: