Ermittlungen gegen Ex-Bundespräsident: TV-Managerin will gegen Wulff aussagen

Die TV-Managerin Edda Kraft widerspricht Christian Wulff: Der frühere Bundespräsident habe sehr wohl von den Urlaubsreisen seines Sprechers Olaf Glaeseker gewusst, sagte sie der "Bild am Sonntag". Vor Gericht will sie als Zeugin auftreten.

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Ex-Bundespräsident Christian Wulff: Was wusste er von Glaeseker?

Hamburg - Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff gerät im Zusammenhang mit seiner Zeugenaussage bei der Staatsanwaltschaft Hannover womöglich in Erklärungsnot. Wie die TV-Managerin Edda Kraft der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte, hat sie sich bereit erklärt, vor Gericht für seinen Ex-Sprecher Olaf Glaeseker und gegen Wulff auszusagen.

Wulff hatte nach SPIEGEL-Informationen in seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft Ende Juni bestritten, von den Urlaubsreisen Glaesekers gewusst zu haben. Die Aufenthalte Glaesekers in den Feriendomizilen des Eventmanagers Manfred Schmidt sind die Grundlage für den Verdacht der Bestechlichkeit, zu dem die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Kraft sagte nun, Wulff müsse von Glaesekers Reisen nach Spanien Kenntnis gehabt haben: "Wulffs Ex-Frau Christiane und seine damals minderjährige Tochter Annalena waren mehrfach mit dem Ehepaar Glaeseker bei Schmidt und haben dort Urlaub gemacht. Getrennt lebende Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht sprechen Ferienzeiten und Urlaubsziele ab", sagte die TV-Managerin der "BamS".

Für Kraft ist klar: "Wenn Wulff behauptet, er hätte von alledem, was Glaeseker gemacht hat, nichts gewusst, dann kann das nicht der Wahrheit entsprechen."

Wulff soll bei Sponsorenakquise eingebunden gewesen sein

Bei seiner Vernehmung hatte Wulff nach SPIEGEL-Informationen betont, er sei kein Vertrauter seines ehemaligen Sprechers gewesen und habe wenig gewusst. Kraft sagte der "BamS": "Da gab es keine Geheimnisse. Ich habe miterlebt, wie sie sogar im Urlaub simsten und telefonierten."

Die frühere Unterhaltungschefin des Fernsehsenders Sat.1 kennt Wulff und Glaeseker seit langer Zeit. Auch den Eventveranstalter Schmidt, der die umstrittenen Nord-Süd-Dialoge organisierte, kennt Kraft gut.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Glaeseker, Schmidt organisatorisch und finanziell bei den Treffen von Prominenten und Regierungsvertretern aus Niedersachsen und Baden-Württemberg unterstützt zu haben. Im Gegenzug soll er mehrmals kostenlos Urlaub in den Feriendomizilen von Schmidt gemacht haben.

Dem Bericht der "BamS" zufolge haben die Staatsanwälte in Hannover inzwischen Erkenntnisse, dass Wulff in die Sponsorenakquise beim Nord-Süd-Dialog offenbar direkt eingebunden war. Danach hat Wulff bei einem Abendessen am 14. Oktober 2009 in Hannover, dessen Ziel es gewesen sei, weitere Sponsoren für den Nord-Süd-Dialog zu werben, eine Rede gehalten. Das hat laut "BamS" der Chef des Flughafens Hannover, Raoul Hille, in seiner Vernehmung gesagt.

Wulff hatte erklärt, eine etwaige Sponsorenakquise Glaesekers für den Dialog sei ohne sein Wissen und gegen seinen Willen geschehen.

Die Staatsanwaltschaft will erste belastbare Ergebnisse im Herbst bekanntgeben. Dann will sie auch über eine mögliche Anklage gegen Wulff im Verfahren wegen Vorteilsnahme entscheiden. Dabei geht es um einen gemeinsamen Sylt-Urlaub Wulffs mit dem Filmproduzenten David Groenewold.

bim/dapd

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insgesamt 78 Beiträge
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1. Wahnsinn
vectorius 19.08.2012
Zitat von sysopDie TV-Managerin Edda Kraft widerspricht Christian Wulff: Der frühere Bundespräsident habe sehr wohl von den Urlaubsreisen seines Sprechers Olaf Glaeseker gewusst, sagte sie der "Bild am Sonntag". Vor Gericht will sie als Zeugin auftreten. Edda Kraft widerspricht Aussage von Christian Wulff - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,850834,00.html)
Eine Zeugin die bezeugen kann, dass "Getrennt lebende Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht ... Ferienzeiten und Urlaubsziele" absprechen. Das wird ihm endgültig das Genick brechen.
2. Wer kennt wen ?
pussinboots 19.08.2012
Zitat von sysopDie frühere Unterhaltungschefin des Fernsehsenders Sat.1 kennt Wulff und Glaeseker seit langer Zeit. Auch den Event-Veranstalter Schmidt, der die umstrittenen Nord-Süd-Dialoge organisierte, kennt Kraft gut.
... und demnächst wird Frau Kraft Nachfolgerin von Wolfgang Günther als Chefin von Saxonia Entertainment. Wer da wen kennt ist schon fast egal. Betrug, Untreue, Bestechung, Bestechlichkeit allenthalben. Wer garantiert denn dass Frau Kraft es ehrlich meint ? Es ist zum Verzweifeln.
3. Hoffentlich ..
kbank 19.08.2012
Hoffentlich bleibt Sie konsequent in der Aufklärung und natürlich bei der Wahrheit! Was dieser EX-Bundespräsident und MP dem deutschen und niedersächsischem Volk schon an "Storys" zugemutet hat, sollte eigentlich für ein nichtöffentliches Leben unter Berücksichtung rechtsstaatlicher Aspekte ausreichen. Sollen er und und seine Clique aus Politik und Gesellschaft uns doch bitte zukünftig einfach nur in Ruhe lassen!
4. Der unanständige Ex-Präsident
toni.lohmeier 19.08.2012
Christian Wulff könnte doch endlich mal aufhören, zu lügen oder anzufangen, gänzlich ins Privatleben zurückzukehren. Mit seinem Verhalten gewinnt er mit Sicherheit keinen einzigen Anhänger mehr. Er ist eine traurige Gestalt geworden. Zum wiederholten Male demonstriert er, dass "Politiker" vor Amtsantritt zur sogenannten Elite gehören wollen, bei Amtsverlust aber nichts mehr wissen und nur Erinnerungslücken haben. Das passt doch in unserer "aufgeklärten" Welt hinten u. vorne nicht zusammen. Das kriegt mittlerweile sogar der Dümmste mit.
5.
r. schmidt 19.08.2012
Zitat von toni.lohmeierZum wiederholten Male demonstriert er, dass "Politiker" vor Amtsantritt zur sogenannten Elite gehören wollen, bei Amtsverlust aber nichts mehr wissen und nur Erinnerungslücken haben. Das passt doch in unserer "aufgeklärten" Welt hinten u. vorne nicht zusammen. Das kriegt mittlerweile sogar der Dümmste mit.
Sie nehmen gutgläubig an, dass man in diese Positionen heute überhaupt noch ohne Sollbruchstellen kommen kann. Wer sich nicht erpressbar macht kann nicht kontrolliert und bei Bedarf abgeschossen werden. Also sollte doch eher die Frage von Belang sein warum gerade der Wulff abgeschossen wurde. Wenn Sie bei seinen Kollegen in den anderen Ländern stochern werden Sie bestimmt ähnliche Gefälligkeitskorruption aufdecken. Ist die Person als Bundespräsident tragbar ? Nein. Aber man sollte dann gleich mal mit dem Rasenmäher durch unsere Ministerien + Bundestag gehen. Da wird nicht viel stehen bleiben.
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