Flüchtlingsstreit Stoiber schließt eigenen CSU-Kanzlerkandidaten nicht aus

Bayern verschärft seine Kritik am Flüchtlingskurs: Im SPIEGEL hält Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber einen CSU-Kanzlerkandidaten nicht für ausgeschlossen. Angela Merkel macht er schwere Vorwürfe.

Edmund Stoiber
REUTERS

Edmund Stoiber


Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hält offen, ob seine Partei im nächsten Jahr mit einem eigenen Kanzlerkandidaten in die Bundestagswahl ziehen wird. Werde CDU-Chefin Angela Merkel 2017 automatisch auch die Kandidatin der CSU sein? "Die Frage kann ich derzeit nicht beantworten. Wir müssen zunächst inhaltlich noch einiges tun", sagte Stoiber im Interview mit dem SPIEGEL.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 33/2016
Warum der Mensch die Meere retten muss

In der Flüchtlingspolitik gebe es erhebliche Differenzen zwischen CDU und CSU. Damit schließt Stoiber die Möglichkeit eines eigenen CSU-Kandidaten nicht explizit aus.

Stoiber kritisierte den Flüchtlingskurs der Kanzlerin scharf. "Leider geht sie nach wie vor zu wenig auf die Empfindungen, die Sorgen und Ängste der Bürger ein", sagte er. "Merkels sehr pauschaler Satz ,Wir schaffen das' hilft da nicht weiter, weil er konkret nichts aussagt." Alle Umfragen würden zeigen, "dass mittlerweile Horst Seehofer und nicht Angela Merkel dabei den Mehrheitswillen der Bevölkerung ausdrückt".

Spätestens nach den Anschlägen von Ansbach und Würzburg sei klar, dass "die unkontrollierte Zuwanderung auch ein Sicherheitsproblem bedeutet, weil wir unter den Flüchtlingen leider auch eingeschleuste oder sich entwickelnde Straftäter haben", sagte Stoiber. Er fügte mit Blickauf den Abwärtstrend der Kanzlerin in Umfragen hinzu: "All das wirkt sich natürlich auch auf die Zustimmungswerte aus."

Indirekt machte Stoiber Merkel für die Spaltung innerhalb der Europäischen Union mitverantwortlich. "Mit einer Politik des humanitären Imperativs erreiche ich keine gemeinsame Linie in Europa."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

insgesamt 305 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rambazamba1968 13.08.2016
1. Jetzt
bitte aber auch als eigene Partei in ganz Deutschland antreten und die CDU in Bayern, ebenfalls. Diese Sonderlösung mit zwei Parteien und der Einfluss von Bayern auf Bundesebene halte ich nicht mehr aus.
pkokot1 13.08.2016
2.
aber wie ? Das zeigt, wie einfach diese Frau strukturriert ist. Nicht das Volk hat sie als Kanzlerin gewählt, sondern die CDU, und dafür muss die Partei 2017 rigoros bestrafft werden. Auch, wenn man die AFD wählt.
issesdas 13.08.2016
3. Dass ich das noch erleben darf...
Vollkommen einer Meinung mit Stoiber? Vor kurzem wäre der Lachanfall unvermeidlich gewesen. Aber der September 2015 hat alles geändert, die Kanzlerin hat Europa entzweit und irreversibel beschädigt, die Bevölkerung missachtet und wird in die Geschichtsbücher eingehen als der schlechteste Kanzler aller Zeiten. Und jeder tut gut daran, zu dieser Frau auf maximale Distanz zu gehen.
aleamas 13.08.2016
4. Und der CSU-Kanzler
...das wär dann wohl er... Ehrlich, an Fantasten herrscht im Politzirkus kein Mangel, da brauchts nicht noch Nachschub aus dem Bergland.
Archetim 13.08.2016
5. Sehr witzig
Dann soll sich die CDU endlich mal von der CSU trennen, mal sehen wieviele Stimmen die CSU bundesweit noch bekommen würde!?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.