Vor Abstimmung im Bundestag CSU bekräftigt Ablehnung der Ehe für alle

Bei ethischen Fragen sollen Abgeordnete ihrem Gewissen folgen. Die Ehe für alle gilt nun als solch ein Fall - Kanzlerin Merkel hat die Fraktionsdisziplin aufgehoben. Die CSU macht davor noch mal ihre Position deutlich.

Homosexuelles Paar in der Kirche
DPA

Homosexuelles Paar in der Kirche


Die CSU hat nochmals ihre Ablehnung einer Ehe zwischen Homosexuellen deutlich gemacht. "Die Ehe von Mann und Frau steht zu Recht unter dem besonderen Schutz des Staates. Wir wenden uns gegen jegliche Relativierungsversuche", heißt es in einer Mitteilung. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen gesellschaftlich bedeutende Werte gelebt werden, verdienten aber Anerkennung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Montag überraschend vom klaren Nein der CDU bei der Ehe für alle abgerückt - und hatte öffentlich von einer Gewissensentscheidung gesprochen. Am Freitag will nun der Bundestag über den Gesetzentwurf abstimmen.

Die CSU machte vorher aber noch mal klar: "Diese Grundposition beinhaltet für die CSU nicht die sogenannte Ehe für alle". Nur im Nachsatz heißt es, man habe aber Verständnis, wenn Abgeordnete der CSU bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag aus Gewissensgründen eine abweichende Entscheidung treffen.

Auch der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Friedrich erhob die Abstimmung über die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare zu einer Abstimmung über konservative Werte: "Es geht um die weitere Auflösung der gesellschaftlichen Ordnung. Wundern Sie sich nicht, wenn das Pendel irgendwann zurückschlägt", twitterte er.

Der Rechtsausschuss hatte die Ehe für Alle mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen noch diese Woche auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt. Eine Mehrheit gilt als sicher, weil neben der SPD auch Linke und Grüne die vollständige Gleichstellung homosexueller Paare fordern.

Im Video: Angela Merkel zur Ehe für alle

apr

insgesamt 208 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mehr Demokratie wagen 28.06.2017
1. schade
schade, dass sich die CSU nicht an den Koalitionsvertrag hält. Da steht klar drin, dass gesetzliche Andersbehandlung der Homo abgeschafft wird. Aber was interessiert die CSU schon ihr Geschwätz?
marty_gi 28.06.2017
2. welche "gesellschaftliche Ordnung"?
Welche gesellschaftliche Ordnung soll denn hier aufgeloest werden, liebe CSU? Die, in der mein fast 60-jaehriger Vater eine Frau Ende 50 geheiratet hat, ohne die Absicht zu haben, mit der nochmals Kinder zu bekommen? Das ganze aber "Ehe" nennen durfte? Die, in der mein Bruder eine Frau heiratete, die 15 Jahre aelter als er und aus dem gebaerfaehigen Alter schon entschwunden war? Und auch dies sich "Ehe" nennt? Die, in der zwei Freundinnen seit Jahrzehnten zusammen leben und gemeinsam zwei Kinder grossgezogen haben, ihre Beziehung sich aber nicht (!) "Ehe" nennen durfte? Diese Ordnung wird aufgeweicht?
round_robin 28.06.2017
3. Moment einmal!
Unsere Bundeskanzlerin hat lediglich den Weg freigemacht dafür, dass Homosexuelle heiraten dürfen. Unberührt davon bleibt wg. der Trennung von Staat und Kirche das Recht der Kirche, sich dem zu verweigern. Ich gehe davon aus, dass die Katholische Kirche da nicht nachgibt und bei der Evangelischen könnte es am Pfarrer hängen.
vonschnitzler 28.06.2017
4. Also Herr Seehofer...
...zweimal heiraten und bei der zweiten Ehe noch ein außereheliches Kind zeugen - wie heilig kann Ihnen die Ehe denn schon sein? Ich weiß es: scheinheilig!
Minette 28.06.2017
5. Eine andere Meinung
darf vertreten werden! Ich bin nicht gegen die Ehe für alle, und sehr dafür, daß aus der eingetragenen Partnerschaft eine rechtlich gültige bindende standesamtliche Trauung wird! Allerdings keine kirchliche Trauung, diese sollte der normalen Vater-Mutter-Kind Ehe vorbehalten bleiben, wie es von Anbeginn bei uns Christen war.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.