Ehec-Epidemie: Biohof darf bald wieder Samen verkaufen

Erleichterung in Bienenbüttel: Nach dem Abebben der Ehec-Epidemie darf der Biohof in dem niedersächsischen Dorf auf eine Aufhebung des Handelsverbots hoffen. Landwirtschaftsminister Lindemann stellte sogar Landesbürgschaften in Aussicht. Der Biobauer will sich damit aber nicht zufrieden geben.

Gewächshäuser auf dem Gelände des Gärtnerhofes: Kein Verstoß festgestellt Zur Großansicht
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Gewächshäuser auf dem Gelände des Gärtnerhofes: Kein Verstoß festgestellt

Oldenburg/Bienenbüttel - Der Gärtnerhof in Niedersachsen, der als Ursprung der Ehec-Epidemie in Deutschland gilt, kann aufatmen. "Ich gehe davon aus, in der nächsten Woche den Betrieb in Bienenbüttel wieder freizugeben", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) am Samstag in Oldenburg. Das geschehe in Absprache mit den Bundesinstituten, die ihre Untersuchungen noch beenden müssten. Niedersachsen habe dem Hofbesitzer zudem Landesbürgschaften in Aussicht gestellt. "Wir wollen ihm dabei helfen, dass der Betrieb wieder anlaufen kann", erklärte der Minister.

Wegen einer dichten Indizienkette war der Hof als Ursprung der Epidemie in Deutschland mit bislang rund 50 Toten ausgemacht worden. Die Betreiber hatten jedoch am Freitag erklärt, gegen das verhängte Handelsverbot Klage einreichen zu wollen. Die von den Behörden verhängten Maßnahmen kämen einer Betriebsstilllegung gleich. Bei keiner der seit dem 3. Juni ausgewerteten rund 1000 Proben sei jedoch bislang ein positiver Ehec-Befund festgestellt worden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ermittlungen gegen die Betreiber eingestellt, weil ihnen kein fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten angelastet werden könne. Es seien alle Hygienevorschriften beachtet worden.

Als wahrscheinlicher Auslöser der Ehec-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich gilt ägyptischer Bockshornkleesamen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" hatte ein Unternehmen aus dem niederrheinischen Neunkirchen-Vluyn die Samen importiert. Im Dezember 2009 seien insgesamt 15.000 Kilogramm Bockshornkleesamen nach Europa eingeführt worden. 10.500 Kilo davon seien an einen deutschen Zwischenhändler gegangen, der wiederum 75 Kilo an den Biohof in Bienenbüttel geliefert habe.

Ehec - die wichtigsten Informationen im Überblick

mik/dpa

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1. nur immer weiter....
Neinsowas 09.07.2011
...Schwachsinn widergeben..."Ursprung der EHEC-Epedemie ist der bio-Hof in Bienenbüttel"...bisher kein Beweis, keine nahvollziehbare Begründung, nix, nix...wie kann man uns nur für so bekloppt halten? (Tschuldigung!) Richtig, dass der Hof klagen will...und hoffentlich hören wir dann vom SPIEGEL gerichtlichen O-Ton!
2. Anstand
faxfax 09.07.2011
Zitat von Neinsowas...Schwachsinn widergeben..."Ursprung der EHEC-Epedemie ist der bio-Hof in Bienenbüttel"...bisher kein Beweis, keine nahvollziehbare Begründung, nix, nix...wie kann man uns nur für so bekloppt halten? (Tschuldigung!) Richtig, dass der Hof klagen will...und hoffentlich hören wir dann vom SPIEGEL gerichtlichen O-Ton!
Völlig richtig. Da wären ja mehr Menschen an Bio-Produkten in Deutschland gestorben als in Japan am Atomunglück. Kann also gar nicht sein. Im übrigen sollte man auch von einem Bio-Unternehmer den moralischen Anstand erwarten, der von Bankern oder anderen Nahrungsmittelkonzernen immer sehr schnell eingefordert wird. Er hat die Produkte schließlich in Verkehr gebracht und damit die damit verbundenen Risiken wissentlich oder unwissentlich in Kauf genommen. Er kann ja Rückgriff auf seine Lieferanten oder seine Versicherung nehmen und wenn das nicht geht ist das halt unternehmerisches Risiko. Mag sein, dass die Rechtslage das anders sieht.
3. Samen?
fritz_64 10.07.2011
Was ich nicht verstehe....wie kann denn der Samen einer Pflanze mit dem Bakterium kontaminiert werden? Wie habe ich mir das vorzustellen? Sitzt das fiese Bakterium im Samen und wartet es auf das auskeimen? Oder wird der Samen vor der Verpackung mit verseuchtem Wasser gründlich durchgespült? Der Samen kommt doch aus Ägypten...also doch vielleicht ein gezielter Anschlag islamistischer Extremisten? 75 Kilogram des Samen gingen an den Biohof....wo sind die Samen denn sonst noch hingeliefert worden? Was ist mit den weiteren Toten, wo haben sie sich den Erreger eingefangen? Wieso, weshalb, warum.....aus meiner Sicht ist hier gar nichts aufgeklärt worden, es wurde nur einer gefunden auf den man mit dem Finger zeigen konnte...und nun weiter wie zuvor...
4. ohne
alsterdorfkater 11.07.2011
Zitat von fritz_64Was ich nicht verstehe....wie kann denn der Samen einer Pflanze mit dem Bakterium kontaminiert werden? Wie habe ich mir das vorzustellen? Sitzt das fiese Bakterium im Samen und wartet es auf das auskeimen? Oder wird der Samen vor der Verpackung mit verseuchtem Wasser gründlich durchgespült? Der Samen kommt doch aus Ägypten...also doch vielleicht ein gezielter Anschlag islamistischer Extremisten? 75 Kilogram des Samen gingen an den Biohof....wo sind die Samen denn sonst noch hingeliefert worden? Was ist mit den weiteren Toten, wo haben sie sich den Erreger eingefangen? Wieso, weshalb, warum.....aus meiner Sicht ist hier gar nichts aufgeklärt worden, es wurde nur einer gefunden auf den man mit dem Finger zeigen konnte...und nun weiter wie zuvor...
Die Erklärung ist viel einfacher: Bakterien sind überall und die Evolution hat nie aufgehört.
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