Ehemalige Familienministerin Katharina Focke ist tot

Die SPD trauert um eine "überzeugte Europäerin" und "moderne Sozialdemokratin": Die frühere Bundesfamilienministerin und Europapolitikerin Katharina Focke ist tot. Sie wurde 93 Jahre alt.

Katharina Focke (im Jahr 1994)
DPA

Katharina Focke (im Jahr 1994)


Die frühere Bundesfamilienministerin Katharina Focke (SPD) ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Das teilten ihre Familie und die SPD mit. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte sie als eine "moderne Sozialdemokratin", die ihre Partei über viele Jahrzehnte geprägt habe.

"Katharina Focke hat ein beeindruckendes, internationales Leben geführt. Sie war überzeugte Europäerin, leidenschaftliche Intellektuelle und durchsetzungsstarke Kämpferin für die Rechte der Schwachen", sagte Gabriel.

Die SPD-Politikerin war von 1969 bis 1972 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeskanzleramt. Danach bekleidete sie bis 1976 das Amt der Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Von 1979 bis 1989 gehörte Focke dem Europäischen Parlament an.

Die gebürtige Bonnerin hatte sich in ihrer politischen Laufbahn besonders der europäischen Einigung und Verständigung auf dem Kontinent gewidmet. So war sie in den Sechzigerjahren Geschäftsführerin des Bildungswerks Europäische Politik in Köln und engagierte sich für das Deutsch-Französische Jugendwerk und die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Focke war "überzeugte Kämpferin für die Rechte der Frauen"

Motiviert durch die Europapolitik der Sozialdemokraten trat sie 1964 in die SPD ein und zog nur zwei Jahre später in den Düsseldorfer Landtag ein. Per Direktmandat schaffte sie es 1969 überraschend in den Bundestag. Prompt berief der frisch gewählte Bundeskanzler Willy Brandt sie zur Parlamentarischen Staatssekretärin ins Kanzleramt, wo sie sich ebenfalls mit europäischen Fragen befasste.

1972 wurde Focke die Leitung des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit übertragen, das sie vier Jahre lang führte. Im Bundestag saß sie von 1969 bis 1980, anschließend vertrat sie ihre Partei bis 1989 im Europaparlament. Auch nach ihrem beruflichen Ruhestand habe sie sich in Köln ehrenamtlich sozial eingesetzt, berichtete ihre Familie am Sonntag.

Die heutige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) nannte Focke eine "überzeugte Kämpferin für die Rechte der Frauen". Sie sei die "Architektin der großen Ehe- und Familienrechtsreform" von 1976 gewesen, die die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Familie gebracht habe.

kry/dpa/AFP



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