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Eil-Urteil in Österreich: Althaus muss 33.300 Euro Strafe für tödlichen Skiunfall bezahlen

Alles ging ganz schnell: Ein Gericht in Österreich hat den Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus wegen fahrlässiger Tötung von Beata C. schuldig gesprochen. Er muss eine Geldstrafe bezahlen - das Urteil fiel nur einen Tag nach Anklageerhebung und eine Stunde nach Prozessbeginn.

Berlin/Irdning - Am Montag erst war Anklage gegen Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus wegen fahrlässiger Tötung erhoben worden - schon am Dienstagabend verkündete das Bezirksgericht im österreichischen Irdning ein Urteil: Der CDU-Politiker muss wegen fahrlässiger Tötung eine Geldstrafe in Höhe von 33.300 Euro zahlen. Diese wird in 180 Tagessätzen von je 185 Euro fällig.

Thüringens Ministerpräsident: 33.300 Euro wegen fahrlässiger Tötung
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Thüringens Ministerpräsident: 33.300 Euro wegen fahrlässiger Tötung

Althaus muss sich wegen des Tods von Beata C. verantworten, die nach einer Kollision mit dem CDU-Politiker am Neujahrstag ihren Verletzungen erlegen war. Thüringens Regierungschef überlebte den Skiunfall schwer verletzt, er erholt sich zur Zeit in einem Rehakrankenhaus am Bodensee.

In der Hauptverhandlung in Irdning einigte man sich zudem auf ein Schmerzensgeld von 5000 Euro, das Althaus an den Ehemann der verstorbenen Beata C. zahlen muss.

Der Richter war einem überraschenden Eil-Antrag des Althaus-Anwalt gefolgt - und eröffnete am Nachmittag die Hauptverhandlung. Althaus drohte bis zu einem Jahr Freiheitsentzug.

Nach österreichischem Recht gilt Althaus nach der Verurteilung als "vorbestraft". Die Vorstrafe wird auch im deutschen Strafregister eingetragen, sobald sie rechtskräftig geworden und offiziell mitgeteilt ist.

"Ich stehe zu meiner Verantwortung"

In einer nach dem Urteil von der Erfurter Staatskanzlei verbreiteten Erklärung, teilte Althaus mit: "Ich stehe zu meiner Verantwortung, die sich aus der Rekonstruktion des Unfallhergangs ergibt, auch wenn ich mich an den Skiunfall am Neujahrstag nicht erinnern kann."

Er hoffe, dass der zügige juristische Abschluss des Skiunfalls auch den Interessen der Angehörigen diene und die Würde von Beata C. wahre. "Wichtig ist mir, dass sich zumindest der materielle Ausgleich gegenüber den Hinterbliebenen von Beata C. nicht verzögert", heißt es in der Erklärung.

Der Rechtsanwalt des CDU-Politikers, Walter Kreissl, bezeichnete das Urteil als tat- und schuldangemessen. Die Strafe liege im üblichen Rahmen, sein Mandant nehme das Urteil an, sagte Kreissl im Mitteldeutschen Rundfunk. "Das war vorher mit Herrn Althaus abgesprochen. Ich hatte den Auftrag, nach der Anklage auf ein rasches Ende hin zu arbeiten", erklärte er.

Kreissl hatte im Verfahren einen Antrag gestellt, "wonach sich der Angeklagte im Sinne der im Ermittlungsverfahren ausreichend geklärten Umstände im Zusammenhang mit dem Skiunfall vom 01.01.2009, bei welchem Frau Beata C. tödlich verletzt wurde, geständig verantworten werde sowie der Verlesung sämtlicher Ermittlungsergebnisse zustimme". Im Klartext: Althaus ließ sich im Kern auf die Schilderung des Skiunglücks vom Neujahrstag ein, wie der Gutachter sie verfasst hatte. In dessen Bericht wird Althaus eine wesentliche Schuld an dem tödlichen Unfall gegeben.

Offensichtlich hat Althaus vor dem Zusammenstoß gegen grundsätzliche Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes FIS verstoßen. Das geht aus der Anklage hervor.

Der Prozess hat auch Auswirkungen auf die politische Zukunft von Althaus. Seine Partei geht weiterhin davon aus, dass er als CDU-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen am 30. August antreten wird.

flo/sac/dpa

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Dieter Althaus: Der Skiunfall und die Folgen


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