Hamburg/Berlin - "Mir tut jeder leid, der mein Englisch ertragen muss", sagte Wolfgang Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"). Der Bundesfinanzminister glaubt, dass Englisch die Sprache der europäischen Einigung sein werde, sagte er in dem Interview dem Sonntagsblatt. Die meisten jüngeren Europäer verstünden es, und "in global agierenden Unternehmen" werde auch nur noch Englisch gesprochen.
Er selbst gehöre jedoch nicht zu den Glücklichen, die Englisch gut beherrschten. Das eint ihn mit vielen seiner Politikerkollegen, darunter EU-Kommissar Günther Oettinger und Bundesaußenminister Guido Westerwelle, deren oft etwas hilflos wirkendes deutsch-englisches Kauderwelsch auf internationaler Bühne bereits für viel Belustigung gesorgt hat. "Aber schlecht gesprochenes Englisch ist schließlich eine der am meisten gesprochenen Sprachen der Welt", sagte Schäuble, sich und die Kollegen augenzwinkernd entschuldigend der "FAS"
Als er noch Bundesinnenminister gewesen sei, so Schäuble, habe er dennoch einst vorgeschlagen, bei den Sitzungen des Europäischen Rats in Brüssel die Dolmetscher zugunsten eines allgemeinen Englisch-Gebots wegzulassen. Nicolas Sarkozy, damals französischer Innenminister, habe jedoch befürchtet, die Engländer würden dadurch bevorteilt. "Ich habe ihm entgegnet, dass sie vielmehr einen großen Nachteil hätten, weil wir ihre Sprache zerstören würden", erzählte Schäuble.
bor
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