Bevölkerungsentwicklung Deutschland schrumpft dank Zuwanderern langsamer

Die Menschen in Deutschland werden langfristig weniger, das geht aber nicht so schnell wie erwartet. Die hohe Zuwanderung bremst den Schrumpfprozess. 2060 werden laut Statistikern etwa 67 bis 73 Millionen Menschen in Deutschland leben.

Besucher in der Einkaufsstraße Zeil in Frankfurt: Neue Berechnungen der Statistiker
imago/ Ralph Peters

Besucher in der Einkaufsstraße Zeil in Frankfurt: Neue Berechnungen der Statistiker


Die Zahl der Deutschen wird nach Einschätzung der Statistiker langsamer abnehmen als bisher berechnet. 2060 werde die Bevölkerungszahl etwa 67,6 bis 73,1 Millionen betragen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, am Dienstag. 2009 war seine Behörde bei der Vorausberechnung noch von 65 bis 70 Millionen Menschen ausgegangen.

Insbesondere die hohe Zuwanderung der vergangenen Jahre bremst den langfristigen Schrumpfprozess. In Deutschland werden in Zukunft zudem deutlich mehr alte Menschen leben:

  • 2060 werden den Statistikern zufolge 22 bis 23 Millionen Menschen 65 Jahre oder älter sein. Damit wird jeder dritte Bürger dieser Altersgruppe angehören, während es heute nur jeder fünfte ist.

  • Derzeit sind 15 Millionen Menschen in Deutschland unter 20 Jahren alt - diese Altersgruppe wird auf 11 bis 12 Millionen im Jahr 2060 zurückgehen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird dabei von 18 Prozent auf 16 Prozent sinken.

Statistisches Bundesamt
Besonders stark wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpfen:

  • Die Zahl der 20- bis 64- Jährigen wird dem Bundesamt zufolge ab 2020 deutlich zurückgehen. Während im Jahr 2013 noch 49 Millionen in Deutschland zu dieser Altersgruppe gehörten, werden es im Jahr 2060 je nach Größe der Zuwanderung 34 oder 38 Millionen sein. Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung sinkt damit von 61 Prozent auf 51 oder 52 Prozent.

Derzeit leben in Deutschland rund 81 Millionen Menschen. In den nächsten fünf bis sieben Jahren wird die Bevölkerungszahl nach Berechnungen der Statistiker noch steigen, aber dann deutlich abnehmen (Weitere Details finden Sie auf der Seite des Statistischen Bundesamtes).

heb/Reuters/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 132 Beiträge
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Seite 1
thomas.b 28.04.2015
1.
Das werden Pegida-Anhänger aber nicht gern hören, da es ganz offensichtlich nicht ins Weltbild passt.
rrblah 28.04.2015
2. Abwarten
Zuwanderer sind mobiler als Einheimische, d.h. wenn sich die wirtschaftliche oder die persönliche Situation ändert, sind sie auch schneller bereit, wieder auszuwandern, das hat sich zumindest in der Schweiz gezeigt. Eine Prognose bis 2060 basiert auf der Annahme, dass Deutschland bis dahin immer ein attraktives Einwanderungsland sein wird. Seriöse wirtschaftliche Prognosen bis 2060 kann man aber schlicht nicht machen.
jupp78 28.04.2015
3.
Wieso ist man eigentlich nur bis 64 erwerbsfähig und erst ab 67 gibt es Altersrente?
rotertraktor 28.04.2015
4. Immer diese bösen Ausländer
Nicht nur, dass sie uns ständig die Arbeitsplätze wegnehmen und uns mit Pizza, Döner und Gyros die germanische Küchenkultur madig gemacht haben - jetzt klauen sie uns auch noch die (gerade in rechtslastigen Kreisen besonders verbreitete) Angst vor dem Aussterben.
Claudia_D 28.04.2015
5. Was ist...
...eigentlich immer so schlimm daran, dass Deutschland schrumpft und die Deutschen weniger werden?
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