Einweihung von Kelten-Museum Wachmänner als Neonazis enttarnt

Peinliche Panne zur Eröffnung des neuen Kelten-Museums in Hessen: Zwei Wachmänner sollen der NPD angehören, noch während der Feierlichkeiten wurden die mutmaßlichen Neonazis entdeckt. Die Museumsleitung will beiden Sicherheitsleuten nun Hausverbot erteilen.

Museum "Keltenwelt am Glauberg": Ausgrabungen begannen während der Nazi-Zeit
DPA

Museum "Keltenwelt am Glauberg": Ausgrabungen begannen während der Nazi-Zeit


Glauburg - Bei der Eröffnung eines landeseigenen Kelten-Museums in Mittelhessen sind zwei mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen NPD als Wachmänner eingesetzt worden. Die Männer seien bei einem privaten Sicherheitsdienst beschäftigt und noch während der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag von ihrem Posten abgezogen worden, teilte das hessische Wissenschaftsministerium in Wiesbaden mit. Das Land will nun prüfen, ob es den Vertrag mit der beauftragten Sicherheitsfirma kündigen kann.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung auf ihrem Online-Portal berichtet, die beiden einschlägig bekannten Männer hätten die zentrale Statue des Keltenfürsten bewacht - im Auftrag des Landes. Einer der beiden sei Beisitzer im NPD-Landesvorstand, der andere arbeite für die regionale NPD.

Die heidnischen Kelten werden von zahlreichen Neonazis verehrt. Germanische und auch keltische Runen werden ebenso wie Symbole mit Bezug zum Nationalsozialismus von rechtsextremen Gruppen genutzt. Außerdem begannen die archäologischen Ausgrabungen am Glauberg ausgerechnet in der Nazi-Zeit zwischen 1933 und 1939.

Das neue Museum in Hessen soll Leben und Kultur der Kelten vermitteln - auf historischem Grund. Es steht dort, wo die antike Volksgruppe um das 5. Jahrhundert vor Christus ein Zentrum hatte. Der Neubau präsentiert mit verschiedenen Medien die Geschichte der Kelten von ihren Anfängen über die Glauberger Zeit bis hin zu ihrer heutigen Bedeutung etwa in Literatur oder Musik.

amz/dpa

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insgesamt 71 Beiträge
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mr.gamer 05.05.2011
1. Antidiskriminierungsgesetz - war da nicht irgendwas?
Zitat von sysopPeinliche Panne zur Eröffnung des neuen Kelten-Museums in Hessen: Zwei Wachmänner*sollen der NPD angehören, noch während der Feierlichkeiten wurden die mutmaßlichen Neonazis*entdeckt.*Die Museumsleitung will beiden Sicherheitsleuten nun Hausverbot erteilen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,760963,00.html
Klingt nach Diskriminierung am Arbeitsplatz und nach Verletzung von § 3 (3) GG (http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html).
sirleon 05.05.2011
2. Ja und?
Auch wenn die politische Meinung der NPD meiner meist entgegengesetzt ist, so gehört ein rechter Rand genauso zur politischen Landschaft wie ein linker. Die Partei ist, und das finde ich auch gut so, nicht verboten. Ein demokratisches Land mit einer existenten Meinungsfreiheit sollte so etwas verkraften können....
W. Schmidt 05.05.2011
3. So ein Schwachsinn.
Momentan ist die NPD noch eine verfassungsgemäße Partei, beide Verbotverfahren kamen nicht durch. Also machen die beiden Wachmänner nichts verbotenes. Dadurch ist das rein rechtlich sehr bedenklich. Artikel 3 Grundgesetz: Niemand darf aufgrund seiner politischen Anschauungen bnachteiligt oder bevorzugt werden. So ein Verbot oder Feuern zeigt also eher, dass momentan vielen Leuten in der Politik das Grundgesetz völlig egal ist. Ich denke, damit wird ein falsches Zeichen gesetzt. Solange die NPD nicht verboten ist, ist sie halt eine Partei. (Zwar für mich keine wählbare, aber das gilt auch für CDU und SPD).
gerd2006 05.05.2011
4. Berufsverbot?
Entweder verbieten Gerichte die NPD, oder sie ist eine legale Partei, deren Mitglieder dann nicht schikaniert werden sollten. Das Kelten-Museum wird ja wohl keine so staatstragende Funktion haben, dass hier für das Wachpersonal Anforderungen über die durch Rechtsprechung vorgegebenen Grenzen bestehen.
Infared83 05.05.2011
5. ....
Traurig, absolut traurig... Ich glaube nicht das die dort Nachts eine schwarze Nazimesse abhalten wollten mit den ganzen keltischen Symbolen. Ich kann manchmal nur den Kopf schütteln. Aber dafür gibts doch das Antidiskriminisierungsgesetz.
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