Ratsvorsitzender Schneider Evangelische Kirche warnt vorm Nichtwählen

Wir haben die Demokratie schon einmal verspielt: Mit diesem Argument ruft der EKD-Ratsvorsitzende Schneider die Deutschen zum Wählen auf. Nicht nur die Regierenden, auch die Regierten müssten ihre Verantwortung wahrnehmen.

Stimmabgabe bei der Bundestagswahl 2009: Verantwortung der Regierten
REUTERS

Stimmabgabe bei der Bundestagswahl 2009: Verantwortung der Regierten


Berlin - Die Wahlbeteiligung ist in Deutschland in jüngster Zeit deutlich gefallen. Von 82 Prozent im Jahr 1998 sank sie bis zur letzten Bundestagswahl auf knapp 71 Prozent. Vor dem jüngsten Urnengang am 22. September haben nun auch Prominente wie der Philosoph Richard David Precht Sympathie für die Stimmverweigerung gezeigt. "Nicht zu wählen, ist ein Akt der Aufkündigung eines Einverständnisses mit der Politik der Parteien", schrieb der Sozialpsychologe Harald Welzer im SPIEGEL.

Entschiedener Widerspruch gegen diese Haltung kommt jetzt vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. "Nehmt euer Wahlrecht wahr und wählt eine demokratische Partei", sagte er. Es gebe "nicht nur eine Verantwortung der Regierenden, sondern es gibt auch eine Verantwortung der Regierten".

Schneider mahnte, eine Demokratie falle nicht vom Himmel, sondern müsse "immer wieder neu errungen und gestaltet" werden. "Die Demokratie wurde in der Geschichte unseres Landes einmal verspielt. Wir haben eine große Verpflichtung gegenüber den Menschen, die in der Nazi-Diktatur ihr Leben eingesetzt haben, unsere demokratische Ordnung zu bewahren und fortzuentwickeln."

Die Schwerpunkte künftiger Regierungsarbeit sieht Schneider in der Sozialpolitik, im Zusammenhalt und Zusammenwachsen Europas sowie in einer überzeugten Friedenspolitik. Zudem äußerte er die Hoffnung, dass die Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg an den Verhandlungstisch geholt werden können. Deutschland müsse auf die humanitären Katastrophen reagieren und syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen helfen. Auf die Frage, ob die Bundesrepublik mit der Aufnahme von 5000 Flüchtlingen bereits genug getan habe, antwortete Schneider: "Da geht noch mehr, auf jeden Fall!"

dab/dpa



insgesamt 159 Beiträge
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kdshp 14.09.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSWir haben die Demokratie schon einmal verspielt: Mit diesem Argument ruft der EKD-Ratsvorsitzende Schneider die Deutschen zum Wählen auf. Nicht nur die Regierenden, auch die Regierten müssten ihre Verantwortung wahrnehmen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ekd-ratsvorsitzender-schneider-warnt-vorm-nichtwaehlen-a-922217.html
Was soll es bringen wählen zu gehen wenn sich ca. 75% der wähler einig sind wer regieren soll? Die politik der 75% ist fast zu 99% identisch ego geht es in diese richtung. Damit müssen sich die 25% abfinden das sie die "dummen" sind da die politik de 75% gegen sie geht bzw.nur in deren richtung. Die demokratie kann wie jetzt zu einem punkt kommen wo die "mehrheit" die sich eiing ist über den rest regiert. Eine schwäche der demokratie!
unaufgeregter 14.09.2013
2. Kein Land in Sicht
Zitat von sysopREUTERSWir haben die Demokratie schon einmal verspielt: Mit diesem Argument ruft der EKD-Ratsvorsitzende Schneider die Deutschen zum Wählen auf. Nicht nur die Regierenden, auch die Regierten müssten ihre Verantwortung wahrnehmen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ekd-ratsvorsitzender-schneider-warnt-vorm-nichtwaehlen-a-922217.html
Die Demokratie verspielt nicht die Gruppe der Nichtwähler. Es sind die Politiker, die viel versprechen und nach den Wahlen an partieller Amnesie erkranken. Gerade Parteien wie die FDP, die dafür Sorge tragen, dass z. B. nicht ganz so arme Hotels weniger Steuern zahlen müssen, sind für mich unwählbar. Oder die ehemalige Arbeiterpartei SPD, die mit den HartzIV-Gesetzen gezeigt hat, wie asozial sie ist. Ebenfalls nicht mehr wählbar. Der neueste Coup sind die ständig steigenden Energiekosten für die Normalbürger und die Tatsache, dass "systemrelevante" Unternehmen von dieser Abgabe befreit werden.... Damit zeigt mir die Regierung, dass ich nicht systemrelevant bin. Warum soll ich dann noch wählen?
Dr.pol.Emik 14.09.2013
3. Ein großes Kreuz …
Nicht wählen ist immer schlecht, weil es von Desinteresse zeugt, das allerdings sollte man schon an den Tag legen. Leider wird auch hier mit keinem Wort erwähnt, was die eigentliche Müdigkeit verursacht. Es sind vermutlich die Parteien, es ist das System und der undurchdringliche Filz. Genau genommen ist jeder Verein, sobald er sich Partei nennt, schon in diesem Klüngelhaufen angekommen. Schlimmer noch das System funktioniert einfach nicht, weil dort keine Demokratie zugelassen wird, das sieht das System nicht vor. *Bundestagswahl 2013, zugelassene Metzger-Parteien*, des Michels böse Wahl der Qual (http://qpress.de/2013/08/03/bundestagswahl-2013-zugelassene-metzger-parteien-des-michels-wahl-der-qual/) … die Quintessenz daraus? Unbedingt hingehen, aber richtig wählen. Sparsam und gerecht sein. Ein Kreuz für „Alle“. Wenn das jeder machen würde, dann hätten wir ja vielleicht mal eine Chance auf Änderung. So müssen wir wohl warten bis sich das ganze wieder, in geschichtlichen Dimensionen, auf ganz unangenehme Art und Weise regelt. Indirekte Demokratie ist ein großes Übel, weil NIE das dabei herauskommt was das Volk in der Mehrheit will und benötigt, sondern nur das was sich eine Elite erkaufen, bestechen und manipulieren kann. Also kein Grund zum Feiern. Aber dennoch, hingehen und ein großes Kreuz bedeutet, für sich sagen zu können, die Stimme nicht abgegeben zu haben, sondern nur für das jetzige System unbrauchbar gemacht zu haben.
hansiii3 14.09.2013
4.
Besser kann mans nicht zusammenfassen (von KenFM): Am 22. September will das Establishment von uns, dem Wahlvieh, wiedergewählt werden. Köpfe und Programme des offiziellen Angebotes unterscheiden sich dabei im wesentlichen - NULL. Es ist eher vergleichbar mit dem, was bei Automobilen des VW-Konzerns unter der Haube stattfindet: Nahezu identische Technik. Als Tarnung werden unterschiedliche Logos montiert. Aus billigem Plastik. Ändere, was du ändern kannst. Ändere dein Konsumverhalten. Sofort. Der Rest ergibt sich von selbst. Weg von den Global Playern. Hin zur Dezentralisierung. Lokal statt global. So simpel? So simpel! Wer am 22. September NICHT zur Wahl geht, dafür aber privat aktiv wird, indem er sein ganz persönliches Handeln sukzessive ändert, ist hundertmal mehr Demokrat als alle klassischen Wähler zusammen. Die machen 1461 Tage, also vier Jahre, gar nichts, dann aber immer, wenn man sie dazu auffordert, ihr Kreuz bei einer etablierten Partei. Was hat das mit gelebter Demokratie zu tun? Und wo hat uns das hingeführt? Macht die Augen auf. Deine Stimme zählt nicht. Würde sie das, gäbe es keinen Sozialabbau! Keine Bankenrettung, keinen NATO-Terror! Kein NSU-Geschredder, keine Global Player Demokratie, keinen Spitzelstaat! Keine Neulandverblödung. Keine Whistleblower auf der Flucht oder im Knast. Oder hast DU das etwa alles gewählt? Nein? Wie kann es dann sein, dass es der Status quo ist? Weil deine Stimme nicht zählt! Nicht wenn du sie in eine Urne wirfst. In einer Urne befinden sich meistens sterbliche Überreste eines Menschen. Behalte deine Stimme 2013 und erhebe sie. Ändere dein Konsumverhalten. Konsumiere zuallererst keine politischen „Markenartikel“ mehr, Parteien, dir dir zu überteuerten Preisen nur ein Image, nur die Illusion der Demokratie verkaufen, aber hinter den Kulissen auf deine Naivität setzen, um dich weiter beherrschen zu lassen. Durch ihre Auftraggeber. Den Grad der Manipulation kannst du schon daran erkennen, dass man dir eingeredet hat, wenn du nicht am 22. September eine große korrupte Partei wählst, würde eine kleine korrupte Partei mehr Stimmen bekommen. Wenn du eine McDonalds-Filiale verhindern willst, weil du genmanipuliertes Monsanto-Fastfood ablehnst, musst du dann alle vier Jahre bei BurgerKing Müll fressen? Definitiv NEIN. Politische Profi-Schauspieler, die aus „humanitären“ Gründen JA zum Krieg sagen, sollten aus der Politik im 21.Jahrhundert dringend entfernt werden. Überall. Das kann nur funktionieren, indem DU diesen Menschen durch deine Stimme nicht auch noch den Arbeitsplatz sicherst. Wahlplakate sind gedruckte Fishingmails. Jeder, der diese Menschenfeinde mit Bundestagsmandat auch noch ins Amt hievt, macht sich selber zum Mittäter. Warum tust du das? Lass es! Check your Head! Manchmal ist es besser, etwas vollständig zu unterlassen, als aus falschem Ehrgeiz das komplett Falsche zu tun. Finger weg vom Wahlzettel 2013. Martin Luther King hatte Recht als er sagte: „Wer das Böse ohne Widerspruch hinnimmt, arbeitet in Wirklichkeit mit ihm zusammen!“ (gekürzt)
analyse 14.09.2013
5. Obwohl ROTROTGRÜN eine Bedrohung ist,ist sie
jedoch nicht vergleichbar mit der Bedrohung durch rechts- und linksextremistische Parteien in der Weimarer Republik,und in anderen Demokratien ist die Wahlbeteiligung seit Jahren viel geringer als in Deutschland ohne daß dort jemand gleich die Demokratie bedroht sieht.Für die von Herrn Schneider genannten Schwerpunkte sind alle Parteien,Vom Ratsvorsitzenden hätte man schon erwarten können,welche christlichen Werte in der Politik zum Zuge kommen sollen: Angst dabei? Da war Luther aber mutiger !
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