Bayerischer Zoff über Studiengebühren: Koalition gerettet, Streit vertagt

"Der Dissens besteht fort": Die schwarz-gelbe Koalition in Bayern will weitermachen, einen schnellen Bruch des Bündnisses haben beide Seiten am Abend abgewandt - ihren Streit über Studiengebühren konnten CSU und FDP aber nicht lösen. Erst nach Weihnachten wollen sie weiter debattieren.

Seehofer in München: CSU und FDP haben den Streit verschobenZur Großansicht
dapd

Seehofer in München: CSU und FDP haben den Streit verschoben

München - Der Streit der Koalition in Bayern über die Studiengebühren schwelt weiter, zunächst aber unter der Oberfläche. Nach der Eskalation und Neuwahlgerüchten haben sich CSU und FDP darauf verständigt, die Debatte erst nach Weihnachten weiterzuführen.

Beide Seiten bestätigten, dass die Gespräche unterbrochen wurden, das Bündnis aber weiter bestehen soll.

Der Streit ist damit lediglich entschärft, die Positionen an sich sind weiter verfestigt. Seehofer sagte in München: "Der Dissens konnte heute nicht beseitigt werden, er besteht fort." Die CSU will die Studiengebühren von 500 Euro pro Semester weiter abschaffen, denn sie hat Sorge, dass diese durch das Volksbegehren vor den regulär im September anstehenden Landtagswahlen zum beherrschenden Thema werden und der Partei viele Stimmen kosten könnten.

Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, die Liberalen wollten nun argumentativ für ein Festhalten an den Studiengebühren werben. Diese hätten zu einer hervorragenden Ausstattung der Universitäten in Bayern geführt.

Zu den Drohungen mit einem Koalitionsbruch aus der CSU-Landtagsfraktion sagte Seehofer: "Ich habe nie von einem Koalitionsbruch gesprochen." Es sei aber nicht möglich, Aussagen Einzelner zu verhindern.

Außer in Bayern werden nur noch in Niedersachsen Studiengebühren erhoben. Alle anderen Bundesländer haben diese wieder abgeschafft.

mia/dapd/afp

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insgesamt 24 Beiträge
yohak 10.11.2012
was wirklich bemerkenswert an diesem Spiegel Artikel ist, ist, dass mit keinem Wort erwähnt wird, welche inhaltliche Positionen von den Kontrahenten CSU und FDP vertreten wird. Es ist leider nicht ganz untypisch für [...]
was wirklich bemerkenswert an diesem Spiegel Artikel ist, ist, dass mit keinem Wort erwähnt wird, welche inhaltliche Positionen von den Kontrahenten CSU und FDP vertreten wird. Es ist leider nicht ganz untypisch für "politische" Journalisten, dass sie sich ausschliesslich für Machtfragen interessieren (wer kriegt welchen Posten, welche Partei hat sich mit wem verbündet, wo könnte es Neuwahlen geben oder einen Koalitionswechsel), aber überhaupt nicht für Sachfragen. Nur so erklärt sich ein Artikel über Studiengebühren in dem weder erwähnt wird, was für Argumente dafür oder dagegen sprechen, noch auch nur welche Partei aktuell für oder gegen Abschaffung der Studiengebühren ist.
Urbis 10.11.2012
Damit macht sich die FDP bestimmt mal wieder sehr beliebt. Warum sollte die junge Generation auch noch fürs Studium bezahlen wenn sie in Zukunft wahrscheinlich bis 70 arbeiten muss und trotzdem wenig Rente bekommt?
Damit macht sich die FDP bestimmt mal wieder sehr beliebt. Warum sollte die junge Generation auch noch fürs Studium bezahlen wenn sie in Zukunft wahrscheinlich bis 70 arbeiten muss und trotzdem wenig Rente bekommt?
rainer_daeschler 10.11.2012
Eine FDP, die mit Koalitionsbruch droht? Damit riskiert sie ihre eigene Laufzeitverkürzung. Das sieht mir eher nach einem Rollenspiel zweier Koalitionspartner aus.
Eine FDP, die mit Koalitionsbruch droht? Damit riskiert sie ihre eigene Laufzeitverkürzung. Das sieht mir eher nach einem Rollenspiel zweier Koalitionspartner aus.
ganta 10.11.2012
Diskussion drüber, die Studiengebühren gehören abgeschafft. Achja und die FDP auch... Aber da kümmert sie sich ja mittlerweile selber ganz gut drum.
Diskussion drüber, die Studiengebühren gehören abgeschafft. Achja und die FDP auch... Aber da kümmert sie sich ja mittlerweile selber ganz gut drum.
sheru_tecora 10.11.2012
Anfang nächsten Jahres wird Schwarz-Gelb in Niedersachsen abgewählt, dann gibt's dort auch keine Studiengebühren mehr. Mal sehen, ob's Bayern noch vorher schafft.
Anfang nächsten Jahres wird Schwarz-Gelb in Niedersachsen abgewählt, dann gibt's dort auch keine Studiengebühren mehr. Mal sehen, ob's Bayern noch vorher schafft.
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  • Samstag, 10.11.2012 – 21:06 Uhr
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