Endspurt zur NRW-Wahl Rot-Grün überholt Schwarz-Gelb

Leichter Vorsprung für Rot-Grün und dennoch keine Mehrheit für Wunschkoalitionen: Wenige Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen liegen SPD und Grüne laut einer Umfrage knapp vor CDU und FDP. Für keines der Bündnisse würde es aber zum Regieren reichen.

Wahlplakate in Bochum: Keine Mehrheit für Wunschkoalitionen
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Wahlplakate in Bochum: Keine Mehrheit für Wunschkoalitionen


Berlin - Der Endspurt zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bleibt spannend. Auch wenige Tage vor der Abstimmung am kommenden Sonntag zeichnet sich laut einer Umfrage keine klare Mehrheit für Schwarz-Gelb oder Rot-Grün ab.

Zwar überholten SPD und Grüne die Koalition aus CDU und FDP in der Wählergunst, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Senders Sat.1 ergab. Doch beide Bündnisse hätten keine Mehrheit im Landtag. Rot-Grün kommt demnach momentan auf 45 Prozent, während das derzeitige Regierungsbündnis unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei 44 Prozent liegt.

Stärkste Partei ist den Angaben zufolge weiterhin die CDU mit 37 Prozent der Stimmen. Die SPD kommt auf 33 Prozent, die FDP auf sieben Prozent und die Grünen auf zwölf Prozent. Die Linke würde mit sechs Prozent den Sprung in den Landtag schaffen. Rein rechnerisch wären damit diverse Dreier-Bündnisse sowie eine Große Koalition möglich.

56 Prozent der CDU-Wähler würden ein solches Bündnis mit der SPD befürworten, wenn es bei der Wahl am Sonntag nicht für Schwarz-Gelb reichen sollte. Auf weniger Gegenliebe stößt eine solche Konstellation hingegen bei den Sozialdemokraten. Nur 42 Prozent der SPD-Wähler sprachen sich in der Umfrage für ein Bündnis mit der CDU aus, sollte sich keine Mehrheit für Rot-Grün ergeben.

Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten kann CDU-Amtsinhaber Jürgen Rüttgers seinen Vorsprung gegenüber seiner Herausforderin Hannelore Kraftvon der SPD nur knapp behaupten. Könnten die Bürger direkt über das Amt des Ministerpräsidenten entscheiden, würden sich laut Umfrage derzeit 41 Prozent für Rüttgers und 40 Prozent für Kraft entscheiden.

mmq/Reuters/apn

insgesamt 327 Beiträge
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Brand-Redner 01.05.2010
1. Was wohl?
Zitat von sysopStreit über eine dubiose Wahlkampfgruppe, der Ministerpräsident unter Druck - verspielt die CDU ihre Wahlchancen in Nordrhein-Westfalen?
Dass die SPD sich (zum wiederholten Male) mit einem Finanzjongleur ins Koalitionsbett legen wird.
heuss 01.05.2010
2. zerstörte Hoffnungen.
Zitat von sysopStreit über eine dubiose Wahlkampfgruppe, der Ministerpräsident unter Druck - verspielt die CDU ihre Wahlchancen in Nordrhein-Westfalen?
Die CDU wird das Ergebnis einfahren, das ihrer "Arbeit" angemessen ist. Die CDU hat mit Geld, nicht viel rechtsrelevantes am Hut und die Menschen in NRW werden zerstörte Hoffnungen nicht mit CDU - Stimmen quittieren. Einst ist die SPD als "NRW - Siegelbewahrer" entlassen worden, die neuen sind noch schlechter.
Nothing is irreversible 01.05.2010
3. Ja, tut sie
Hervorragendes Timing für diese Geschichte. Erinnert ein bischen an Bernstein, Woodward und das Komitee zur Wiederwahl des Präsidenten…
Die-extreme-Mitte 01.05.2010
4.
Na, wir - also zumindest ich - wollen es doch hoffen. Die CDU gibt sich ja redlich Mühe - hoffentlich weiß der Wähler das zu schätzen :)
Mavomi1981 01.05.2010
5. Veröffentlichung eine Woche vor Wahl
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung verwundert schon sehr und ist wahrscheinlich kein Zufall. Hier wollen offenbar Sympathisanten einer linken Regierung eine solche eher ermöglichen. Zum Glück wohne ich in Hessen mit einer stabilen schwarz-gelben Regierung. Denn was NRW mit Rot-Rot-Grün, Schwarz-Grün oder Rot-Schwarz nun wohl noch eher droht, ist im weniger schlimmen Fall eine komplizierte und ineffiziente Regierungsbildung, im schlimmeren Fall aber eine Regierung mit den Linken mit allen negativen Folgen für Bildungs- und Wirtschaftspolitik.
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