Energiewende: Grüner Atomplan entsetzt AKW-Gegner

Ein Atomausstieg erst 2022? Davor Alt-AKW im Stand-by-Modus? Kernkraftgegner warnen vor einer Zustimmung der Grünen zu den Plänen der Regierung. Damit verspiele die Partei ihren Platz in der Anti-Atom-Bewegung.

Atomgegner (in Hamburg): "Glaubwürdigkeit verloren" Zur Großansicht
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Atomgegner (in Hamburg): "Glaubwürdigkeit verloren"

Berlin - Die Grünen sind nach Ansicht von Kernkraftgegnern nicht mehr Teil der Anti-AKW-Bewegung, wenn der anstehende Parteitag dem Leitantrag des Vorstands folgt und für den schwarz-gelben Atomausstieg stimmt. Nach den Regierungsplänen soll der letzte Atommeiler 2022 vom Netz - fünf Jahre später als bisher von den Grünen verlangt.

Eine solche Lösung kommt für viele Atom-Gegner nicht in Frage. "Wer einem Weiterbetrieb der Reaktoren bis 2022, einem AKW im Stand-by-Betrieb und reduzierten Sicherheitsanforderungen zustimmt, verliert seine Glaubwürdigkeit und kann sich nicht mehr Teil der Anti-Atom-Bewegung nennen", erklärte Jochen Stay, Sprecher der Organisation ".ausgestrahlt", am Freitag in Berlin. Dafür hätten nicht Hunderttausende demonstriert.

Nach dem schwarz-gelben Atomgesetz sollten nur zwei von neun Meilern bis 2017 abgeschaltet werden. Dieser Termin sollte aber nach bisheriger grüner Beschlusslage das späteste Ausstiegsdatum sein, so Stay. "Sagen die Grünen jetzt nein dazu, dann können sie in den nächsten Wahlkampf mit der klaren Aussage ziehen, dass sie für einen wirklichen Ausstieg sorgen werden."

Stay warf der Grünen-Spitze vor, ihre eigene Basis auszutricksen. In ihrem Leitantrag für den Grünen-Sonderparteitag zur Atomfrage behaupte die Führung, man könne das Ende von acht Reaktoren im Parlament abnicken und gleichzeitig gegen Kaltreserve und mangelnde AKW-Sicherheit stimmen. Die Delegierten des Konvents sollten den Vorstandsantrag ablehnen. Der Parteitag findet am 25. Juni in Berlin statt.

jok/dpa

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insgesamt 82 Beiträge
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1. .
Reziprozität 17.06.2011
Diese Entwicklung war vorherzusehen. Es wird immer grotesker.
2. Abwarten
outdoor 17.06.2011
Warten wir einfach mal ab, wenn keine Gelder zu den AKW-Gegnern mehr fließen. Die Gewerkschaften und Parteien keine Busse mehr bezahlen usw. usw. Das ist ein letztes aufbäumen und dann ist Schluss. Ich kann mir schon vorstellen das viele hauptberufliche AKW Gegner jetzt Angst um ihren Job haben. Aber da hat Rot-Grün ja mit Hartz4 vorgesorgt. Mit dem durch Deutschland reisen wird es dann etwas schwer.
3. Wie dreckig ist Kohlestrom wirklich?
founder 17.06.2011
Die CO2 Statistiken über den Kohlestrom verschweigen die Vorkette. Ebenso die CO2 Statistiken der Autos. 1 kg Kohle verbrennen gibt soviel CO2, daher hat dieses Kohlekraftwerk 950 g CO2/ kWh. Aber wie ist die Kohle zum Kraftwerk gekommen? Wieviel Menschenrechtsverletzungen gab es schon beim Abbau der Kohle? Hier zum PDF von einer dringlichen Anfrage im Bundestag (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/046/1704605.pdf) Deutsche Kohlekraftwerke haben ja gute Filter, aber wieviel Dreck ist beim Transport von Kolumbien zum Beispiel raus geblasen worden? Die Schwefelemissionen beim Seetransport können die Emissionen der Kraftwerke um ein vielfaches übertreffen. Zu einem Artikel über die Schwefelemissionen der Seeschifffahrt (http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=16351) Wieviele schädliche Emissionen sind in einem kWh Kohlestrom, wenn man Abbau und Trasnport mitrechnet? Daher: Kohlestrom NEIN DANKE! (http://politik.pege.org/2011-d/kohlestrom-nein-danke.htm)
4. Geht's noch
Kontra 17.06.2011
Zitat von sysopEin Atomausstieg erst 2022? Davor Alt-AKW im Stand-by-Modus?*Kernkraftgegner warnen vor eine Zustimmung der Grünen zu den Plänen der Regierung. Damit verspiele die Partei ihren Platz in der Anti-Atom-Bewegung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,769006,00.html
In der Anti-Atom-Bewegung wird auch kein Platz mehr benötigt, glauben die Haubentaucher vielleicht wenn sie sich weiter anketten und Rabatz machen dass der Atomaustieg vor 2022 erfolgt, Träumerle. Statt sich zu freuen das auf einen Schlag 8 Kernkraftwerke vom Netz gehen und es jetzt einen definierten Ausstiegszeitpunkt gibt nölen und jammern diese Pfeifen weiter rum, sind die krank, geht denen der Lebensinhalt verloren. Neues Thema suchen, Atomkraft ist keines mehr, zumindest in Deutschland, könnt euch jetzt in China anketten, ich glaub die steigen nicht bis 2022 aus, da habt ihr noch Perspektiven.
5. Völlig richtig
KarlFaktor48 17.06.2011
Nun, so ein handelsüblicher Grüner sollte schon die Abschaffung aller Atome fordern. Die Abschaffung aller Gene steht ja auch noch an. Wieso wird so eine Sekte überhaupt als Partei anerkannt?
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