Energiewende: Altmaier will Milliarden durch mehr Effizienz sparen

Die Energiewende kommt in der Priorität der Bundesregierung auf Platz zwei, direkt nach der Bekämpfung der Finanzkrise - so jedenfalls stellt es Umweltminister Altmaier dar. In einem Zehn-Punkte-Plan skizziert der CDU-Mann nun seine Pläne. Wichtiger Aspekt: mehr Effizienz.

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dapd

Minister Altmaier: Zehn Punkte zur Energiewende

Berlin - Die Energiewende ist nach Einschätzung von Umweltminister Peter Altmaier gleich nach der Bekämpfung der Finanzkrise die zweitwichtigste Aufgabe der Bundesregierung. Bei der Umsetzung müsse es darum gehen, den "falschen Gegensatz von Umwelt und Wirtschaft" zu überwinden, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei der Vorstellung seines Zehn-Punkte-Programms zur Energie- und Umweltpolitik bis 2013. Altmaier will zur Umsetzung der Energiewende auch sein Ministerium umbauen.

Altmaier erklärte, die Wirtschaft könne nur florieren, wenn sie ressourcenschonend arbeite. Umgekehrt könne Umweltschutz nur funktionieren, wenn man es schaffe, die Wirtschaft dafür zu gewinnen und den Standort Deutschland zu stärken. Altmaier betonte, es gehe darum, aus der Energiewende ein "identitätsstiftendes Gemeinschaftswerk zu machen". Aus der Energiewende könne ein Projekt werden, das die Stellung Deutschlands für die nächsten 30 Jahre in der Welt sichere und ausbaue. Dies sei wichtiger, als "alle internationalen Abkommen, die man sich vorstellen kann."

Mit Blick auf die Furcht vor steigenden Strompreisen erklärte Altmaier, es dürfe durch die Energiewende keine "schwerwiegenden sozialen Verwerfungen" geben. Haushalten, insbesondere auch einkommensschwachen, solle durch kostenlose Energieberatung geholfen werden. So könne hier über 30 Prozent an Strom gespart werden. "Das wäre eine Möglichkeit, steigende Strompreise auszugleichen." Die Kosten der Energiewende seien nicht fix, sondern würden stark von ihrer Umsetzung abhängen. Durch eine effiziente Gestaltung ließen sich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe sparen, sagte Altmaier.

In seinem Ministerium will Altmaier durch eine Umorganisation drei neue Unterabteilungen schaffen. Eine Abteilung werde sich allein mit allen Fragen der Energiewende befassen, sagte er. Bisher sei dies auf drei Unterabteilungen verteilt gewesen. Außerdem werde es eine Unterabteilung für Klimaschutz geben. Drittens werde eine Abteilung für den Bereich der Bürgerbeteiligung eingerichtet, sagte Altmaier. "Wir werden im Rahmen der Energiewende viele Großprojekte zu betreuen haben", sagte der Minister. Dabei sei das Thema Bürgerbeteiligung besonders wichtig.

Altmaiers Zehn-Punkte-Plan sieht vor,

  • die "Energiewende als Kernaufgabe moderner Umwelt- und Wirtschaftspolitik erfolgreich und effizient" umzusetzen.
  • Zweitens soll es neuen Schwung für den Klimaschutz geben.
  • Drittens will Altmaier "nukleare Entsorgung im Konsens regeln".
  • Der CDU-Politiker will viertens den "Naturschutz und Gewässerschutz voranbringen"
  • und fünftens "Wertstofferfassung und Mehrweg als zentrale Elemente von Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz stärken".
  • Sechstens plant Altmaier, den Schutz vor elektromagnetischen Feldern zu verbessern.
  • Die Diskussion über unkonventionelle Erdgasvorkommen (Fracking) soll verantwortlich gestaltet werden,
  • achtens wertet Altmaier "Bürgerbeteiligung und Transparenz als Voraussetzung erfolgreicher Umweltpolitik".
  • Schließlich will Altmaier die "Lehren aus Rio" ziehen und neue Wege in der europäischen und internationalen Umweltpolitik aufzeigen.
  • Punkt zehn lautet schlicht "Perspektive 2030".

ffr/dapd/dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Energie sparen setzt Investitionen voraus
EricCartman 16.08.2012
Woher soll der abezockte Normalverdiener diese finanzieren? Ohne eine weltweite Energiewende bringt die Sache eh nichts. Alleine die Abschaltung der AKWs sind doch ein Treppenwitz. An den Grenzen zu Deutschland laufen die auf Hochtouren und versorgen Deutschland mit Kernenergie. Verarschen war gestern Herr Altmaier
2.
günter1934 16.08.2012
Zitat von sysopDie Energiewende kommt in der Priorität der Bundesregierung auf Platz zwei, direkt nach der Bekämpfung der Finanzkrise - so jedenfalls stellt es Umweltminister Altmaier dar. In einem Zehn-Punkte-Plan skizziert der CDU-Mann nun seine Pläne. Wichtiger Punkt: mehr Effizienz. Energiewende: Peter Altmaier stellt Zehn-Punkte-Plan vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,850463,00.html)
Ein Punkt aus dem Artikel: Die Diskussion über unkonventionelle Erdgasvorkommen (Fracking) soll verantwortlich gestaltet werden, Was das wohl heissen soll? Fracking ja oder fracking nein?
3. Grenzen
willi2007 16.08.2012
Die Energieeffizienz in Industrie und in den Haushalten voran zu bringen, mag gut und schön sein. Sofern sich jedoch die Wirtschaft nur zu freiwilligen Selbstverpflichtungen bereit erklärt, kann der Bundesumweltminister dieses Zielen gleich in die Tonne hauen. Der FDP-Handlanger der Indutstrie im Wirtschaftsministerium wird schon dafür sorgen, dass die Wirtschaft von steigenden Strompreisen verschont bleibt. Soll doch der dumme Otto Normalverdiener die Zeche bezahlen. Ein Euro je Kilowattstunde Strom und 50 Euro je Liter Benzin wird der doch bezahlen können. Der soll sich mal nicht so anstellen, der Herr Otto Normalverbraucher, dieser Geizhals.
4. Wenigstens hat er von den Grünen gelernt
EchoRomeo 16.08.2012
wie man Wünsche und viel warme Luft in Dosen packt und die dann auch noch medienwirksam als Heilmittel verkauft. Schwarze können also scheinbar auch "Bessermensch"-Sprech.
5.
ir² 16.08.2012
Zitat von sysopDie Energiewende kommt in der Priorität der Bundesregierung auf Platz zwei, direkt nach der Bekämpfung der Finanzkrise - so jedenfalls stellt es Umweltminister Altmaier dar. In einem Zehn-Punkte-Plan skizziert der CDU-Mann nun seine Pläne. Wichtiger Punkt: mehr Effizienz. Energiewende: Peter Altmaier stellt Zehn-Punkte-Plan vor - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,850463,00.html)
30% Einsparung durch "Energieberatung". Diese Zahl ist einfach aus der Luft gegriffen, um das Volk zu beruhigen. Es sei denn, die "Energieberatung" besteht darin den Leuten das Wechseln der Unterwäsche 1 x wöchentlich, und das Wechseln der Bettwäsch 1x alle 2 Monate zu empfehlen; dazu schlafen gehen mit den Hühnern und aufstehen wenn der Hahn kräht.
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