Entsetzen in Dresden Unbekannte beschmieren Synagoge mit Hakenkreuzen

Kurz vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht haben Unbekannte die Dresdner Synagoge mit Hakenkreuzen und fremdenfeindlichen Parolen beschmiert. Die Gemeinde ist entsetzt. Das Gebäude wird normalerweise bewacht - nun ermittelt der Staatsschutz.


Dresden - Unmittelbar vor dem Jahrestag der Judenpogrome am 9. November 1938 ist die Neue Synagoge am Dresdner Terrassenufer mit fremdenfeindlichen Symbolen beschmiert worden. Die Polizei in Dresden bestätigte am Sonntag einen Bericht des MDR. Über mehrere Meter haben Unbekannte unter anderem Hakenkreuz-Schmierereien an der Wand des Gemeindezentrums angebracht.

Die Synagoge wird normalerweise bewacht. Der Staatsschutz und die Sonderkommission Rechtsextremismus ermitteln. Derzeit würden Spuren ausgewertet, hieß es. Darunter sind dem Bericht zufolge auch Videoaufnahmen einer Überwachungskamera. Laut MDR gehen die Fahnder davon aus, dass es sich bei den Tätern um Jugendliche handelt.

Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, Heinz-Joachim Aris, ist entsetzt. Es sei unfassbar, dass eine solche Tat vor dem Jahrestag der Pogromnacht in Deutschland möglich sei, sagte er dem Sender.

Bei den Judenpogromen 1938 zerstörten Nationalsozialisten 200 Synagogen, Friedhöfe sowie Tausende Wohn- und Geschäftshäuser von Juden, 30.000 Menschen wurden verhaftet, mindestens 91 allein in jener Nacht ermordet. Die Pogrome waren ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum organisierten Massenmord an den Juden im Dritten Reich.

Auch die Dresdner Synagoge, die Gottfried Semper 1839/40 erbaut hatte, wurde 1938 zerstört. Die Neue Synagoge der Stadt wurde laut MDR im Jahr 2001 fertiggestellt. Sie befindet sich auf demselben Grundstück, auf dem auch die Alte Synagoge gestanden hatte.

ffr/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.