Entwicklungshilfe Niebel will Steuer auf Finanztransaktionen verhindern

Gegen den Rat seiner Beamten lehnt FDP-Entwicklungshilfeminister Niebel nach SPIEGEL-Informationen eine Finanzmarktsteuer ab. Die Steuer sei in der Koalition strittig und werde "daher nicht kommen", heißt es in einem internen Papier. Niebel bricht damit mit einer zentralen Forderung seiner Vorgängerin.

Minister Niebel: Keine Chance für Steuer auf Finanztransaktionen
dpa

Minister Niebel: Keine Chance für Steuer auf Finanztransaktionen


Berlin - Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) will die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen verhindern. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem internen Papier des Ministeriums hervor. Darin weist die Leitungsebene des Hauses darauf hin, das einstige entwicklungspolitische Prestige-Thema sei "in der Koalition strittig" und werde "daher nicht kommen". Auch an einer internationalen Arbeitsgruppe hierzu will sich die Führung nicht mehr beteiligen.

Niebels Beamte hatten zuvor vergebens versucht, den neuen Chef umzustimmen. Das Ministerium habe sich bisher "aktiv für das Thema interessiert", argumentierten sie und rieten davon ab, "die Finanzmarktsteuer ausdrücklich völlig abzulehnen, da hier selbst bei minimalen Sätzen sehr großes Potential liegt".

Niebels Vorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hatte das Thema jahrelang unterstützt. Mit dem Kurswechsel provoziert Niebel einen Koalitionskrach. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich vor dem G-20-Gipfel in Pittsburgh im September für die internationale Abgabe ausgesprochen.

vme



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