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Auftritt in Deutschland: Kölner OB nennt Erdogan-Besuch "Provokation"

Politiker Erdogan (Archivbild): Brisante Rede in Köln erwartet Zur Großansicht
DPA

Politiker Erdogan (Archivbild): Brisante Rede in Köln erwartet

Die Ankunft des türkischen Premiers Erdogan in Köln steht unmittelbar bevor - da meldet sich der Bürgermeister der Stadt mit scharfer Kritik. Er bezeichnete die Visite als "Provokation". In der Nacht kam es zu ersten Zwischenfällen.

Köln - Die Anspannung in Köln wächst. In wenigen Stunden wird der türkische Ministerpräsident in der Stadt erwartet, Anhänger und Gegner formieren sich. Kurz vor der Anreise von Recep Tayyip Erdogan hat Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) scharfe Kritik an dem konservativen Regierungschef geübt.

Der Auslandstrip sei "schon eine gewisse Provokation nach dem schweren Grubenunglück und vor dem Hintergrund von gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Türkei", sagte Roters am Samstagmorgen dem Radiosender WDR 5. Ähnlich hatte er sich bereits am vergangenen Mittwoch bei SPIEGEL ONLINE geäußert. "Ich fände es angebracht, wenn Erdogan an der Aufklärung des Grubenunglücks mitwirken würde, statt in Deutschland auf Wahlkampftour zu gehen", so Roters damals.

Angesichts der Spannungen in der Türkei fürchtet Roters auch in Köln Zusammenstöße zwischen Erdogans Gegnern und Anhängern. "Bislang haben wir ein sehr friedliches Miteinander gehabt, auch wenn unterschiedliche Positionen da waren. Sie werden jetzt emotionalisiert", sagte der Politiker in der WDR-Sendung "Morgenecho".

Tatsächlich haben sich bereits in der Nacht zum Samstag Hunderte Anhänger und Gegner verbale Auseinandersetzungen geliefert. "Wir mussten die aufgebrachten Gruppen vor einem Restaurant voneinander trennen", sagte ein Sprecher der Polizei und bestätigte einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers". Es sei dabei aber zu keinen gewaltsamen Zwischenfällen gekommen.

In der Kölner Weidengasse hätten der türkische Vizeregierungschef Bülent Arinc und der türkische Botschafter Hüseyin Avni Karslioglu zu Abend gegessen. Als dies bekannt wurde, hätten sich nach Behördenangaben spontan 300 Anhänger und Gegner der türkischen Regierung versammelt. Es habe lautstarke Proteste und gegenseitige Beleidigungen gegeben.

Auf 30.000 Anhänger werden in Köln nach bisherigem Stand rund 30.000 Gegner des Premiers treffen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Der türkische Außenminister hatte die Deutschen am Freitag aufgefordert, Provokationen gegen seinen Chef zu verhindern.

Buhlen um Stimmen aus Deutschland

Offizieller Anlass für Erdogans Rede am Nachmittag ist das zehnjährige Gründungsjubiläum der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die Erdogans Regierungspartei AKP unterstützt. Beobachter sind sich aber sicher, dass Erdogan vor der türkischen Präsidentschaftswahl im August in Köln um die Stimmen der rund 1,5 Millionen türkischen Wähler in Deutschland kämpfen will. Erdogan gilt als Favorit für die Wahl, auch wenn er seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt hat.

An dem Termin gab es schon von anderen deutschen Politikern heftige Kritik. Sie fürchten, dass sich der islamisch-konservative Regierungschef einen Tag vor der Europawahl in Deutschland in den Wahlkampf einmischen könnte.

jok/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 421 Beiträge
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1. wenn
gesell7890 24.05.2014
ein OB nicht verhindern kann, daß ein politischer Steinzeitmensch wie E. zu Hetzreden in seiner Stadt auftritt, sollte er überlegen, ob er den richtigen Job hat.
2. Brandstifter wie Erdogan
kaiserudo 24.05.2014
Sollen in ihrem Land bleiben. Diese Hetze wollen wir hier nicht. Soll er nach Russland reisen.
3. Die Tükren in DE...
tempus fugit 24.05.2014
....werden hier mal aufzeigen können, ob sie ihrem Gastland näher stehen als einem rechtslastigen Potentaten! Gegen Erdogan zu protestieren heisst auch, sich für das Heimatland/-länder auszudrücken!
4. Polizeieinsatz
pommbaer84 24.05.2014
Wer zahlt den denn bitte? Der deutsche Steuerzahler? Oder wird die Rechnung wenigstens direkt an die türkische Botschaft gestellt? Wenn ich eine Facebook-party eskalieren lasse darf ich mich doch auch an den Kosten beteiligen..
5. sicher nicht nötig
Jan Balder 24.05.2014
Kritik an den Besuch durch erdigon hat der OB ja bereits geübt. Jetzt noch einen Provokationsvorwurf zu formulieren ist sich nicht meht nötig gewesen.
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