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24. Februar 2008, 19:44 Uhr

Ergebnisanalyse

Wie Ole von Beust die Hamburger überzeugte

Ole sei Dank: Die Hamburger CDU hat es vor allem ihrem beliebten Bürgermeister zu verdanken, dass sie trotz der Verluste stärkste Kraft in der Hansestadt geblieben ist. Die meisten Wähler wünschen sich laut Analysen, dass er mit der SPD an der Elbe eine Große Koalition bildet.

Hamburg - Auch wenn er heute Stimmen einbüßte - solche Zustimmungswerte sind für einen Landeschef in Deutschland selten: Dass Ole von Beust seine Sache als Bürgermeister eher gut macht, glauben nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF nicht nur 99 Prozent der CDU-Anhänger. Selbst beim politischen Gegner hat der Regierungschef positive Werte: Bei der SPD kamen 53 Prozent zu dieser Auffassung, bei den Grünen sogar 62 Prozent, und selbst bei den Anhängern der Linken fanden noch 37 Prozent, dass von Beust einen eher guten Job macht. Deshalb wollten auch 52 Prozent der Befragten, dass von Beust in Hamburg im Amt bleibt. Für seinen SPD-Herausforderer Michael Naumann sprachen sich dagegen nur 38 Prozent aus.

Ähnlich positiv sahen auch Befragungen von Infratest-Dimap für die ARD aus: 66 Prozent waren mit der Wirtschaftspolitik der CDU zufrieden, nur 27 Prozent nicht. Zustimmung gab es dort auch für die Arbeitspolitik: 54 Prozent waren mit ihr zufrieden, 40 nicht. Schlechte Werte für die Regierung von Beust dagegen bei der Sozialpolitik: 66 Prozent zeigten sich unzufrieden. Sogar 71 Prozent lehnten die Bildungspolitik als schlecht ab.

Drastischer fällt ein direkter Kompetenzvergleich zwischen von Beust und Naumann aus. In der Wirtschaftspolitik behält der Bürgermeister mit 54:20 die Oberhand, und auch in der Arbeitspolitik gewinnt von Beust mit 47:32 gegen Neumann. Der SPD-Kandidat setzte sich lediglich in der Sozialpolitik durch - da aber deutlich: Mit 60: 23 gegen von Beust.

Geht es nach den Hamburger Wählern, sollten CDU und SPD an der Elbe eine große Koalition bilden. 40 Prozent sprachen sich vor der Bekanntgabe des aktuellen Ergebnisses laut Infratest für Schwarz-Rot im Hamburger Rathaus aus. Nur 24 Prozent wollten ein Bündnis der CDU mit der Grünen. Und einen Pakt von SPD, Grünen und Linken wollen demnach nur 21 Prozent.

Bei den Grünen-Wählern plädierten zwar 50 Prozent für ein Bündnis mit SPD und Linken, aber auch eine Ehe mit der CDU konnten sich noch 40 Prozent vorstellen.

Das Hickhack um eine Wahlhilfe der Linken für die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti hat den Sozialdemokraten geschadet. 81 Prozent der Befragte fanden, dass das Verständnis von Parteichef Kurt Beck für Ypsilanti die SPD im Bund schwächte. Nur 10 Prozent gingen davon aus, dass die Genossen davon profitierten.

Das Misstrauen bekam auch SPD-Spitzenkandidat Naumann in Hamburg zu spüren. Seine Aussage, nicht mit den Linken zusammenzuarbeiten, fanden 52 Prozent unglaubwürdig. Nur 43 Prozent vertrauten dem Herausforderer von Beusts in dieser Frage.

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