Eric Breininger Propagandavideo feiert deutsche "Märtyrer"

Eine einschlägige Website hat ein Video über drei getötete deutsche Dschihadisten veröffentlicht. Eric Breininger, Ahmet M. und Danny R. werden darin als Märtyrer verherrlicht. Sie waren Ende April im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen.

Von Yassin Musharbash


Berlin - Das Video hat lange auf sich warten lassen. Bereits Anfang Mai war es angekündigt worden. Da hatte die militante Gruppe Taifatul Mansura gerade erst den Tod der deutschen "Märtyrer" bekanntgegeben und auch schon ein Testament in Bewegtbildern in Aussicht gestellt. Dass sich die Publikation immer wieder verzögerte, führten Analysten in den Sicherheitsbehörden auf den gestiegenen Verfolgungsdruck im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zurück - unter dem permanenten Surren der CIA-Drohnen ist die Propagandaarbeit schwieriger, so die Vermutung.

Nun jedoch ist der Film erschienen, veröffentlicht auf einer einschlägig bekannten dschihadistischen Website. Er liegt SPIEGEL ONLINE vor. Als Absender fungiert zwar nicht, wie versprochen, die Taifatul Mansura, sondern eine dschihadistische Propagandafirma namens Kahf Media. Die aber gehört zum selben Dunstkreis. Das Video ist deswegen vermutlich authentisch. Die schlechte Qualität scheint dabei die Einschätzung der Sicherheitsbehörden über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Propagandisten zu bestätigen.

Allerdings enthält das Band bisher unveröffentlichtes Videomaterial - von Eric Breininger, aber auch von den beiden anderen getöteten Dschihadisten aus Deutschland: Von Ahmed M., der in Salzgitter geboren wurde, aber in der Türkei lebte, bevor er in den bewaffneten Kampf zog. Und von Danny R., einem Berliner mit niederländischem Pass.

"Jeder kann einen Ungläubigen töten"

Die Aufnahmen sind allerdings unspektakulär, so wie auch der gesamte Sechs-Minuten-Film. Ahmet M., der unter dem Kampfnamen Saladin, der Türke, vor allem Propagandaarbeit erledigte, wendet sich an die "Geschwister in Deutschland" und fordert sie auf, "in den Dschihad" zu ziehen: Jeder könne einen Ungläubigen töten und solle das auch tun.

Von Danny R. waren zuvor noch nie bewegte Bilder aus dem Schlachtfeld zu sehen gewesen. Nun sieht man einen jungen Mann, der sich freut, dass er gleich Raketen auf die Feinde abschießen darf.

Das Video endet mit Aufnahmen der Leichname der drei Getöteten. Sie waren Ende April bei einem Gefecht mit pakistanischen Soldaten nahe der Stadt Mir Ali in der Unruheprovinz Nordwaziristan getötet worden. Anfangs war nicht ganz klar gewesen, ob Danny R. bei demselben oder einem anderen Zwischenfall ums Leben gekommen war, doch das Video legt nahe, dass sie gemeinsam starben.

Eric Breininger war bereits im Herbst 2007 ins Krisengebiet gereist, um sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Er stammt aus dem Umfeld der Sauerland-Gruppe und war von ihren Mitgliedern rekrutiert worden. Lange tauchte er in unregelmäßigen Abständen in Propagandavideos der Islamischen Dschihad Union (IJU) auf, die auch die Sauerland-Gruppe ausgebildet hatte. Doch im Herbst 2009 gründeten Breininger und einige andere deutsche Kämpfer eine eigene Gruppe, die "Deutschen Taliban Mudschahidin" (DTM), die angeblich unter dem Kommando der afghanischen Taliban operiert. Diese Information findet sich in Breiningers nachgelassenen Memoiren.

Ehefrau noch im Kampfgebiet?

Dass aber nicht die DTM, sondern die Taifatul Mansura seinen Tod und den Tod der beiden anderen Deutschen verkündete, muss nicht verwirren - es wird immer deutlicher, dass die Grenzen zwischen etlichen der militanten Dschihadisten-Gruppen fließend sind. Zumal in der Propagandaarbeit gehen die Labels durcheinander.

Danny R., der im Mai 22 Jahre alt geworden wäre, hatte Deutschland erst im September 2009 verlassen - gemeinsam mit seiner Ehefrau, die offenbar noch immer im Kampfgebiet lebt.

Bei Ahmet M. ist unklar, wann er sich ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet begab. Der gebürtige Niedersachse mit türkischen Wurzeln war schon Jahre zuvor aus Deutschland abgeschoben worden. Sicher ist, dass er als eine Art Sprecher der IJU fungierte. Später scheint aber auch er für andere Gruppen tätig geworden zu sein.

In der Region halten sich Dutzende deutscher Kämpfer auf, außer bei den genannten Gruppen vor allem bei der Islamischen Bewegung Usbekistan und bei al-Qaida. Erst Anfang des Monats waren drei von ihnen durch Drohnen der CIA getötet worden.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Baracke Osama, 22.10.2010
1. --
Zitat von sysopEine einschlägige Website hat ein Video über drei getötete deutsche Dschihadisten veröffentlicht.*Eric Breininger, Ahmet M. und Danny R. werden darin als Märtyrer verherrlicht. Sie waren Ende April kamen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,724608,00.html
"Ein einschlägiger TV-Sender* hat* ein Video über 3 getöteten* NATO-Soldaten veröffentlicht*. John Doe, Tom Drohne und James Bazooka werden* darin als Helden verherrlicht. Sie waren Ende April durch* radikale Islamisten ums Leben* gekommen." Die Sternchnen könnt ihr behalten.
A&O 22.10.2010
2. nur ein toter Taliban
Zitat von sysopEine einschlägige Website hat ein Video über drei getötete deutsche Dschihadisten veröffentlicht.*Eric Breininger, Ahmet M. und Danny R. werden darin als Märtyrer verherrlicht. Sie waren Ende April kamen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,724608,00.html
Ob interessierte Kreise sie als Märtyrer verherrlichen oder in China fällt ein Sack Reis um, eines ist eigentlich genauso relevant wie das andere. Gute Arbeit, meine Herren mit den Drohnen. Weiter so, da wo die waren sind noch mehr die man nicht mehr an der Abreise ins Kriegsgebiet hindern konnte. Wohlan denn, auch die wollen ihr Recht auf Unmengen Jungfrauen einlösen. Tun wir ihnen den Gefallen.
Cholerix, 22.10.2010
3. so what
Zitat von sysopEine einschlägige Website hat ein Video über drei getötete deutsche Dschihadisten veröffentlicht.*Eric Breininger, Ahmet M. und Danny R. werden darin als Märtyrer verherrlicht. Sie waren Ende April kamen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,724608,00.html
Na da kann man den 3 ja nur gratulieren. Und ihren Kameraden einen ebensolchen Erfolg bei der möglichst baldigen Erfüllung ihrer Ziele wünschen Obwohl... http://www.ruthe.de/cartoons/strip_1032.jpg
mcm23 22.10.2010
4. Ein Wort....?
Zitat von Baracke Osama"Ein einschlägiger TV-Sender* hat* ein Video über 3 getöteten* NATO-Soldaten veröffentlicht*. John Doe, Tom Drohne und James Bazooka werden* darin als Helden verherrlicht. Sie waren Ende April durch* radikale Islamisten ums Leben* gekommen." Die Sternchnen könnt ihr behalten.
Armselig....!
Clawog 22.10.2010
5. Wulff hat Recht
Der Islam gehört zu Deutschland.
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