Erik Schweickert Professor für internationale Geschmacksfragen

Weintrinker und Winzer haben jetzt einen einmaligen Experten im Bundestag: Der Liberale Erik Schweickert ist der weltweit einzige Professor für internationale Weinwirtschaft. Er möchte deutschen Wein noch erfolgreicher machen - und von staatlichen Regeln befreien.

Neuabgeordneter Erik Schweickert (FDP): "Die Deutschen lieben den fruchtigen Typ"
WFG Nordschwarzwald

Neuabgeordneter Erik Schweickert (FDP): "Die Deutschen lieben den fruchtigen Typ"

Von Lisa Hemmerich


Sonntags beim Kaffee dreht sich bei Schweickerts alles um Wein - und das schon seit vier Generationen. "Heute stehe ich eher selten an der Abfüllmaschine, aber als Bub war ich immer mit dabei", sagt Erik Schweickert, der in der ältesten badischen Sektkellerei aufwuchs.

Er ist der einzige Professor für internationale Weinwirtschaft weltweit. In Geisenheim lehrt und forscht der 37-Jährige, welcher Wein sich wo am besten verkaufen lässt. "Man muss die verschiedenen Geschmäcker kennen, wenn man international erfolgreich sein will", sagt Schweickert. "Die Engländer lieben zum Beispiel eher schwere Rotweine, die Deutschen dagegen den fruchtigen Typ."

Dass die Winzer in Deutschland die gefragten Weine auch anbauen dürfen, dafür will er sich im Bundestag unter anderem einsetzen. "Das Problem in Deutschland ist, dass der Staat überall zu stark eingreift", sagt FDP-Mitglied Schweickert, der am gleichen Schreibtisch an der Universität Gießen promovierte wie sein Fraktionskollege Hermann Otto Solms Jahre vor ihm - auch ein Agrarwirtschaftler.

"Zu viele Gesetze regulieren bis ins kleinste Detail, welche Rebsorte man wo anbauen darf und wie viel man ernten darf." Dabei seien die Winzer inzwischen so gut ausgebildet, dass sie das selbst am besten wüssten.

Vieles also dreht sich bei Schweickert um den Wein, doch sein Wissen lässt sich auf viele Bereiche in der Politik übertragen. "Darunter fallen auch die Agrar- und Verbraucherpolitik sowie Wirtschaftspolitik im Allgemeinen", erklärt er mit leichtem badischen Akzent.

Alles Bereiche, in denen er sich seit Jahren "vor Ort" in der FDP Baden-Württemberg engagiert hat. Die Verbundenheit zu seiner Heimat Niefern-Öschelbronn ist dem Stimmkönig im Gemeinderat wichtig. Man kann sich den 37-Jährigen dort gut vorstellen - der Nachbarsjunge, der sich schon in der Schule dafür eingesetzt hat, dass der Schulhof nicht weiter verkleinert wird, unerschütterlich und neugierig. Sein Lebensmotto: "Schaffe, was mache."

Seine Erfahrungen aus dem Lokalen will er im Bundestag einbringen "Im Bundestag gibt es zu wenig Abgeordnete mit Kommunalerfahrung", sagt Schweickert. "Denn man darf nicht vergessen, dass es in Deutschland auch noch Städte und Gemeinden gibt, die eine andere Gesellschaftsstruktur haben als Berlin." Zudem könne die Weinkultur im Bier-lastigen Berlin Auftrieb gebrauchen, findet Schweickert. Er selbst mag am liebsten Riesling, badische Spätburgunder oder Rotweincuvées aus Neuzüchtungen wie Cabernet-Mitos.

WFG Nordschwarzwald

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Seite 1
hook123 23.10.2009
1.
Zitat von sysopDie neuen Ministerposten werden vergeben, die Sachthemen kontrovers diskutiert, die Koalition macht sich an die Arbeit. Wie sehen Sie die Aktivitäten der Koalition bisher - zeichnet sich ein guter Start für Schwarz-Gelb ab?
Das sich letztlich mit schwarz-gelb nichts ändern wird hatte ich sowieso angenommen, aber dass es so schnell geht, dass der Kasperverein schon vor dem Ende der Koalitionsverhandlungen entzaubert ist hätte ich wirklich nicht gedacht. Beispiel innere Sicherheit und Bürgerrechte. Trotzdem die FDP hier ganz groß getönt hat und sogar Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aus der Kiste geholt wurde landete man als Bettvorleger von Terror-Schäuble. Fazit alles bleibt wie es ist, ob online-Durchsuchung oder Vorratsdatenspeicherung Stasi 2.0 bleibt auch unter der FDP. Von Steuerlüge, Schattenhaushalt und weiteren Unsäglichkeiten ganz zu schweigen. Einen Unterschied zur großen Koalition vermag man nicht erkennen und die große Erneuerung blieb aus. Nochmal wird die FDP so keine 15 % schaffen.
ostmarkus 23.10.2009
2. wuensch dir was....
und ich hab wirklich gedacht, Ministerposten werden nach Faehigkeiten vergeben. Man, man, man, ich bin echt zu blauaeugig fuer diese Welt! Schlage Schaeuble als Sportminister und Westerwelle als Familienminister vor.
TheK, 23.10.2009
3.
Der potentielle Umweltminister sollte auch schonmal Hauptgeschäftsführer des BDI werden. Das macht ihn natürlich herausragend neutral *würg*
ergoprox 23.10.2009
4.
Zitat von sysopDie neuen Ministerposten werden vergeben, die Sachthemen kontrovers diskutiert, die Koalition macht sich an die Arbeit. Wie sehen Sie die Aktivitäten der Koalition bisher - zeichnet sich ein guter Start für Schwarz-Gelb ab?
Ja, ein wirklich toller Start. Hat mir sehr viel Spaß gemacht und ersparte mir Eintrittskarten fürs Kabarett. Der gesparte Betrag wird gespendet. Danke dafür, liebe CDUCSUFDP.
Viva24 23.10.2009
5. Posten verschachern, wo bleibt da die Kompetenz?
In den Parteien hochgearbeitet, um die Schadne nicht zu gross zu machen, ein anderer Posten gefällig. Dieses Pöstchen verteilen zeigt den Zustand des Endes der Parteiendemokratie, Gott sei Dank!.
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