Ermittlungen in Argentinien "Gorch Fock" muss nach Meuterei-Vorwürfen umkehren

Die "Gorch Fock" muss ihre Route ändern: Nach Berichten über eine Meuterei, Nötigung und sogar sexuelle Belästigung an Bord kehrt das Segelschulschiff in seinen letzten Hafen im Süden Argentiniens zurück. Ein Ermittlungsteam ist auf dem Weg dorthin.

DPA

Glücksburg/Ushuaia - Was passierte auf der "Gorch Fock"? Nach dem tödlichen Sturz einer Kadettin aus der Takelage im vergangenen November soll es eine Meuterei der Besatzung gegeben haben. Außerdem ist in einem Bericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus die Rede von massiver Nötigung der Soldaten, trotz Höhenangst in die Masten aufzuentern - und sogar der Vorwurf der sexuellen Belästigung eines Offizieranwärters steht im Raum

Nun soll ein Ermittlungsteam der Marine den Dingen auf den Grund gehen.

"Das sind schwerwiegende Vorwürfe", sagte Marine-Sprecher Alexander von Heimann. "Wir werden jetzt alles Menschenmögliche tun, um den Sachen nachzugehen und das aufzuklären." Das müsse zügig und mit der gebotenen Sorgfalt geschehen. Die Untersuchungskommission soll nun Gespräche mit allen Beteiligten führen.

Zu diesem Zweck änderte die "Gorch Fock" ihren Kurs und kehrt in ihren letzten Hafen in Argentinien zurück. In Ushuaia solle sie auf ein Ermittlungsteam der Marine warten, sagte Fregattenkapitän Heimann am Donnerstag und bestätigte damit Berichte des NDR. Der Dreimaster werde voraussichtlich am Donnerstagabend gegen 18 Uhr deutscher Zeit ankommen. Wann die Untersuchungskommission an Bord gehen wird, war zunächst unklar.

Im November war eine 25-jährige Soldatin ums Leben gekommen. Die Marine hatte nach dem tödlichen Unfall die Ausbildung auf dem Traditionsschiff abgebrochen und die Offiziersanwärter nach Deutschland zurückgeflogen.

Die SPD will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der Vorgänge bei der Bundeswehr vor den Verteidigungsausschuss des Bundestags zitieren. Der Minister müsse bei der nächsten Sitzung am Mittwoch kommender Woche umfassend Auskunft geben, verlangte SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold in Berlin. Dabei soll es neben den Konflikten auf der "Gorch Fock" auch um die Öffnung von Feldpost-Briefen und den Tod eines Soldaten kurz vor Weihnachten in Afghanistan gehen.

siu/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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juergw. 20.01.2011
1. Na hoffendlich schaft es der Pott noch....
Zitat von sysopDie "Gorch Fock" muss ihre Route ändern: Nach Berichten über eine Meuterei, Nötigung und sogar sexuelle Belästigung an Bord kehrt das Segelschulschiff in seinen letzten Hafen im Süden Argentiniens zurück. Ein Ermittlungsteam ist auf dem Weg dorthin. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,740590,00.html
bis nach Hause,falls die Mannschaft in die Boote geht und davon rudert.Dahatte Kapitän Ahab auf dem Segler Pequod seine mannschaft aber besser im Griff !
toskana2 20.01.2011
2. Seemannsleben
Zitat von sysopDie "Gorch Fock" muss ihre Route ändern: Nach Berichten über eine Meuterei, Nötigung und sogar sexuelle Belästigung an Bord kehrt das Segelschulschiff in seinen letzten Hafen im Süden Argentiniens zurück. Ein Ermittlungsteam ist auf dem Weg dorthin. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,740590,00.html
Bin auch bei der christlichen Seefahrt gewesen und dachte mir beim Lesen dieser Berichte, Seemannsleben ist nichts für zarte Gemüter und Wohlstandskinder - den Beruf wechseln, Leute, wärs einfacher!
Bre-Men, 20.01.2011
3. Etwas befremdlich
Will mit der Gorch Fock fahren und hat Höhenangst?
rebound68 20.01.2011
4. Rischtisch
Zitat von toskana2Bin auch bei der christlichen Seefahrt gewesen und dachte mir beim Lesen dieser Berichte, Seemannsleben ist nichts für zarte Gemüter und Wohlstandskinder - den Beruf wechseln, Leute, wärs einfacher!
Genau: am besten einen, wo man nicht von Vorgesetzten genötigt wird, essentielle Sicherheitsmaßnahmen außer acht zu lassen. Ist definitiv gesünder... (wenn auch, vielleicht, weniger "christlich" als eben diese Seefahrt).
Kampfbuckler, 20.01.2011
5. Unglaubliches Fehlverhalten
Unglaubliches Fehlverhalten Jeder, der die Planken eines Seglers betritt, weiß dass die Besatzung zum Reffen auch mal auf den Mast hochklettern muss, falls es hakt. Der Fehler lag also bei der Musterung der Kadetten. Dem kleinen Mädel mit der Höhenangst hätte man das Mitsegeln schon vor der Fahrt an Land untersagen müssen
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