Ermittlungen Razzia bei Hamburgs Ex-Bürgermeister Ahlhaus

Die Staatsanwaltschaft hat laut Zeitungsberichten die Villa des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Christoph Ahlhaus durchsucht. Ihm wird Vorteilsannahme beim Kauf seines Hauses vorgeworfen - der CDU-Politiker soll keine Courtage gezahlt haben. Er nennt die Anschuldigungen "absurd".

Ex-Bürgermeister Christoph Ahlhaus: Privathaus durchsucht
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Ex-Bürgermeister Christoph Ahlhaus: Privathaus durchsucht


Hamburg - Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat in der vergangenen Woche das Privathaus von Ex-Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) durchsucht. "Ja, das ist richtig", bestätigte er der "Bild"-Zeitung. Hintergrund sei eine anonyme Anzeige, wonach er keine Provision beim Kauf seiner Villa in einem Elbvorort gezahlt haben soll.

Dies weist Ahlhaus zurück. "Selbstverständlich habe ich Courtage bezahlt." Der CDU-Politiker, der in der Hamburger Bürgerschaft sitzt, fügte hinzu: "Es ist alles absurd. Wir werden rechtliche Schritte gegen die ungerechtfertigten Vorwürfe einleiten."

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte im "Hamburger Abendblatt" Ermittlungen wegen möglicher Vorteilsannahme. Am vergangenen Mittwoch (22. Februar) seien drei Objekte durchsucht worden, darunter das Haus von Ahlhaus. Dokumente sowie Datenträger seien sichergestellt worden.

Laut "Bild"-Zeitung und "Hamburger Abendblatt" durchsuchten Ermittler zeitgleich zu der Razzia in Ahlhaus' Villa auch die Zentrale des Maklerunternehmens "Dahler & Company" in der HafenCity sowie dessen Blankeneser Büro, von dem aus der Kauf im Jahr 2009 vermittelt worden war. Bei der Maklerfirma soll Ahlhaus' Frau Simone angestellt gewesen sein.

Wie das "Hamburger Abendblatt" weiter berichtet, gibt es die Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen der vermeintlich reduzierten oder erlassenen Courtage und einem Gesetzentwurf besteht, den Ahlhaus 2009 noch als Innensenator vorgelegt hatte. Von dem Gesetz, das letztlich am Widerstand der CDU-Fraktion scheiterte, hätten Gesellschafter der Spielbank Hamburg profitiert. Einer der Spielbank-Gesellschafter, John Jahr, ist auch an dem Maklerunternehmen "Dahler & Company" beteiligt.

Der Entwurf sah eine drastische Senkung der Spielbankabgabe vor. Für 2009 und 2010 hätten danach etwa 30 Millionen Euro weniger an den Staat überwiesen werden müssen.

Mitte Februar hatte das "Hamburger Abendblatt" bereits berichtet, dass gegen den ehemaligen Ersten Bürgermeister Hamburgs ermittelt wird. Ahlhaus bestritt danach die Anschuldigungen vehement und wies die Vorwürfe gegenüber der Zeitung als "abstrus" zurück. Er habe eine hohe fünfstellige Courtage gezahlt, sagte Ahlhaus laut "Hamburger Abendblatt". Er habe lange mit dem Makler verhandelt, weil ihm die Courtage "zu teuer vorkam". Beim Preis nachzuverhandeln sei üblich, zitiert die Zeitung den CDU-Politiker.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ahlhaus wegen seiner Villa im feinen Hamburger Westen in der Kritik steht. So hatte er Schutzvorrichtungen im Wert von rund einer Million Euro um das Haus montieren lassen - auf Kosten der Hamburger Steuerzahler. Als Ahlhaus das Haus kaufte, war er noch Hamburger Innensenator.

heb/dapd



insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
Aözer 29.02.2012
1. Immer wenn,
Zitat von sysopDPADie Staatsanwaltschaft hat die Villa des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Christoph Ahlhaus durchsucht. Ihm wird Vorteilsnahme beim Kauf seines Hauses vorgeworfen - der CDU-Politiker soll keine Courtage gezahlt haben. Er nennt die Anschuldigungen "absurd". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,818280,00.html
ein Politiker das Wort "absurd" in den Mund nimmt, gehen in meinem Kopf alle Warnlichter an und in den Ohren schrillen sämtliche Alarmglocken....
republica_banana 29.02.2012
2. Aalglatt
Vermutlich genau so integer wie so manch anderer "Möchtegernvolksvertreter".
caecilia_metella 29.02.2012
3. Live! ... in Nordelbien
Zitat von sysopDPADie Staatsanwaltschaft hat die Villa des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Christoph Ahlhaus durchsucht. Ihm wird Vorteilsnahme beim Kauf seines Hauses vorgeworfen - der CDU-Politiker soll keine Courtage gezahlt haben. Er nennt die Anschuldigungen "absurd". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,818280,00.html
Seien Sie live dabei, wenn "Bild" Politikerposten mit fähigeren Köpfen besetzt.
pförtner 29.02.2012
4. Bürgermeister von Hamburg
Stellt wir uns mal vor ,er wäre tatsächlich Bürgermeister von Hamburg geworden.
huberwin 29.02.2012
5. Seit wann ist es denn strafbar keine Maklergebühren zu bezahlen
oder gibt es irgendwo versteckt noch ein Gesetz wonach jeder verpflichtet ist Maklergebühren zu bezahlen?
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