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Ermittlungen: US-Armee soll Terrorverdächtige in Mannheim festgehalten haben

Die Bundesanwaltschaft überprüft Vorwürfe, wonach die US-Armee in Mannheim illegal Terrorverdächtige festgehalten hat. Mindestens drei arabisch sprechende Männer sollen in den "Coleman Barracks" inhaftiert und misshandelt worden sein.

Karlsruhe/Hamburg - Möglicherweise gibt es neue Hinweise darauf, dass der US-Geheimdienst doch in Deutschland illegal Terrorverdächtige festgehalten hat. Vor zwei Wochen hat die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Behördensprecher Frank Wallenta sagte heute, es gebe Überprüfungen wegen "möglicher Straftaten nach dem Völkerstrafgesetzbuch in einer US-Einrichtung in Mannheim". Die Ermittlungen liefen seit dem 21. September. Derjenige, der die Anzeige erstattet habe, sei vernommen worden. Er sei aber lediglich ein Zeuge vom Hörensagen. Er fügte hinzu: "Die mögliche Tatsachenfundiertheit wird derzeit geprüft".

Die Bundesanwaltschaft bestätigte damit einen Bericht von "Stern.de". Demnach will der Hörensagen-Zeuge entsprechende Vorwürfe von einem US-Soldaten namens John Pierce gehört haben.

Dem Bericht zufolge sind von April bis Anfang September drei Arabisch sprechende Männer in dem US-Militärgefängnis in den "Coleman Barracks" in Mannheim-Sandhofen festgehalten worden. Angeblich seien die Männer auch misshandelt worden. Die US-Armee dementierte die Vorwürfe scharf. Es gebe keinen John Pierce "in dieser Einheit", erklärte Elizabeth Hibner von der US-Armee. In dem Mannheimer US-Gefängnis seien keine Terrorverdächtigen festgehalten worden, sondern ausschließlich US-Soldaten, wozu das US-Militär laut Stationierungsabkommen berechtigt sei.

Laut "stern.de" hatte die US-Armee in der Vergangenheit mindestens einmal Kriegsgefangene in dem Mannheimer US- Gefängnis einquartiert. So waren dort 1999 zwei Serben inhaftiert.

Am Freitag war ein Bericht der britischen Rechtshilfeorganisation Reprieve bekannt geworden, wonach der US-Geheimdienst CIA auch auf US-Militärstützpunkten in Deutschland Terroristen festgehalten und verhört haben könnte. Die Organisation berief sich auf Angaben der Anwälte von mutmaßlichen Terroristen im US-Gefängnis Guantánamo auf Kuba. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg wies den Bericht in Berlin zurück. Derartige Einrichtungen gebe es in Deutschland nicht und es habe sie nicht gegeben.

ler/dpa

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