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Von der Leyens Vater: Ex-Ministerpräsident Ernst Albrecht ist tot

Der Politiker Ernst Albrecht ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Vater von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war seit Jahren schwer krank. Einst war er eine prägende Figur der CDU.

Fotostrecke: Das Leben von Ernst Albrecht Fotos
DPA

Masar-i-Scharif - Ernst Albrecht, 84, früherer niedersächsischer Ministerpräsident und Vater von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, ist tot. Das sagte die Politikerin am Samstagabend (Ortszeit) bei einem Truppenbesuch in Afghanistan.

"Mein Vater hat ein sehr erfülltes, langes Leben gehabt", sagte von der Leyen. Er habe nicht leiden müssen und sei "ganz schnell und ganz friedlich" gestorben. Insofern sei sie "eher von Dankbarkeit als von Trauer erfüllt". Albrecht sei am Samstag gestorben.

Nach ihrer Ansprache zog sich von der Leyen zurück. Sie bat die Soldaten dafür um Verständnis. Von der Leyen, von ihrem Vater "Röschen" genannt, ist das dritte seiner sieben Kinder.

Der CDU-Politiker Albrecht war von 1976 bis 1990 Ministerpräsident von Niedersachsen. Die Wahl 1990 verlor er gegen Gerhard Schröder (SPD), den späteren Bundeskanzler. Bei der Wahlniederlage teilte Albrecht seinen Abschied aus der Politik mit.

2008 gab von der Leyen bekannt, dass ihr Vater an Alzheimer leide. Seit 2007 lebten sie und ihre Familie auf Albrechts Anwesen und halfen bei dessen Pflege.

Vor gut einem Jahr sagte von der Leyen in einer TV-Sendung, ihrem Vater seien "die Worte weitgehend verloren gegangen". Aber wenn er glücklich sei, dann singe er.

In Albrechts Amtszeit als Ministerpräsident fiel 1977 die Entscheidung für den Standort Gorleben als Atommülldeponie. Auch eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennelemente sollte dort ursprünglich entstehen. Der Widerstand gegen die Endlagerpläne begann ebenfalls 1977. Erst 2011 einigten sich Bundesregierung und die niedersächsische Landesregierung darauf, dass bundesweit nach einem Endlager gesucht werden soll.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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1. ...
jujo 13.12.2014
Zum Politiker Ernst Albrecht fällt mir nur positiv ein, das er, es ging wohl um Gorleben, ein politisches Vorhaben absagte mit der Begründung das man keine Politik gegen den Willen der Mehrheit in der Bevölkerung machen könne!
2. ...
ae1 13.12.2014
Ich sehe es gerade andersrum. Nach meiner unbewiesenen Meinung hat Albrecht die Atomenergienutzung vorangetrieben. Als er 1990 die Wahl verlor entfernte er sich sofort aus der Politik. Er ruhe in Frieden.
3. Staatsbegräbnis
kral1 13.12.2014
Der ehemalige langjährige MP Albrecht sollte ein Staatsbegräbnis bekommen - wie z.B. der MP Wagner vor zwei Jahren in Trier - vorausgesetzt die Familie hat keine Einwände dagegen.
4. Wir sind Herrn Dr. Ernst Albrecht zutiefst dankbar
HS-TS-VN 15.12.2014
Unsere Familie musste nach dem Vietnamkrieg das Land verlassen, weil wir jeden Tag Repressalien, Inhaftierung und Einschüchterung durch die Viet-Congs zu befürchten hatten. Ich war damals noch ein kleines Kind, aber meine Eltern haben mir von diesen tragischen Ereignissen erzählt: Statt auf Wiederversöhnung mit den Landleuten in Südvietnam zu setzen, fing das kommunistische Hanoier-Regime an ein Rachefeldzug gegen sie zu führen. Dabei wurden alle Südvietnamesen, die in der Regierung waren oder dem Militär in Südvietnam gedient haben, zusammengetrieben und später in Umerziehungslager gebracht, wo viele bei Racheakten und Folterungen durch die Viet-Congs ums Leben kamen. Andere bekamen lange Haftstrafen und einige davon sitzen bis heute noch in den Gefängnissen des kommunistischen Vietnams. Bei der Flucht über das offene Meer geriet unser Boot in Seenot. Wir hatten kaum noch Provision und das Wasser ging auch langsam aus. Viele im Boot litten an Hunger und Durst. Zu unserer Unglück tauchte ein großes Schiff auf, dass uns aufnahm. Später erzählte uns die Schiffsbesatzung von der Cap-Anamur, deren Mission es war, in Seenot geratene Vietnamesen zu helfen. Später in Deutschland erfuhren wir, dass diese Rettungsaktion erst durch die Unterstützung von Dr. Ernst Albrecht ermöglicht werden konnte. Mit seinem Engagement haben Herr Dr. Ernst Albrecht zusammen mit Herrn Dr. Neudeck, dem Schriftsteller Heinrich Boll und vielen anderen uns und den anderen Boat People eine Zukunft und ein Leben in Freiheit und Menschenwürde ermöglicht, wofür wir ihnen zutiefst dankbar sind.
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