EU-Energiekommissar Oettinger bevorzugt Atomendlager in Süddeutschland

Wo soll Deutschlands Atommüll künftig aufbewahrt werden? EU-Energiekommissar Günther Oettinger spricht sich für ein Endlager im Süden Deutschlands aus. Die dortigen Gesteinsschichten begünstigten die Lagerung der radioaktiven Stoffe.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger: "Ich neige zu diesem Weg"
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EU-Energiekommissar Günther Oettinger: "Ich neige zu diesem Weg"


Stuttgart - Bund und Länder suchen offiziell nach Alternativen zum Endlager Gorleben, nun sind Standorte in ganz Deutschland im Gespräch. EU-Energiekommissar Günther Oettinger ist der Ansicht, dass vor allem Süddeutschland in Frage kommt - wegen der Beschaffenheit des Bodens.

Er halte es nicht für sinnvoll, Atommüll in Salzstöcken wie im niedersächsischen Gorleben zu lagern, sagte Oettinger den "Stuttgarter Nachrichten". Eine Lösung wie in Finnland sei besser: "Dort wird der Atommüll wie in einer begehbaren Tiefgarage eingelagert. Das hätte den großen Vorteil, dass unsere Enkel vielleicht bessere Ideen zur Endlagerung haben und man darauf reagieren kann." Für diese Lösung kämen nur Gesteinsschichten als Lagerplatz in Frage. "Das würde bedeuten, dass der deutsche Süden ins Gespräch kommt", so Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident. "Ich neige zu diesem zweiten Weg."

Ende Juni hatte der Bundestag eine neue Suche nach einem geeigneten Atommüll-Endlager beschlossen, der Bundesrat wird wohl am Freitag zustimmen.

Eine aus 33 Mitgliedern bestehende Bund-Länder-Kommission soll zunächst bis Ende 2015 Grundlagen und Kriterien für die Suche erarbeiten. Bis Ende 2031 soll das Endlager bestimmt und von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden. Die Kosten der Suche werden auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt.

Damit ist zwei Jahre nach dem parteiübergreifenden Beschluss für einen schrittweisen Atomausstieg bis zum Jahr 2022 auch erstmals eine vergleichende Suche nach dem besten Endlager möglich. Der damals an der DDR-Grenze gelegene Salzstock Gorleben war 1977 ausgewählt worden. Zwar fehlt bisher ein abschließendes Fachurteil, aber viele Umweltschützer halten den Ort für nicht sicher genug.

kgp/dpa



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Dirty Diana 04.07.2013
1.
Zitat von sysopDPAWo soll Deutschlands Atommüll künftig aufbewahrt werden? EU-Energiekommissar Günther Oettinger spricht sich für ein Endlager im Süden Deutschlands aus. Die dortigen Gesteinsschichten begünstigten die Lagerung der radioaktiven Stoffe. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/eu-energiekommissar-oettinger-atommuell-endlager-im-sueden-a-909369.html
Dafür spreche ich mich auch aus. Säbener Straße in München wäre eine feine Adresse.
farview 04.07.2013
2. Nicht durchsetzbar
Politisch halte ich das Ganze für nicht durchsetzbar. Eine solche Anlage würde auf solch massiven Widerstand der ganzen Region stoßen, da wagt sich kein Politiker dran. In München haben sie nicht einmal eine 3. Startbahn des Flughafens gegen den Willen der Bürger durchsetzen können, ein atomares Endlager dann schon 3x nicht.
glitscher 04.07.2013
3. im Osten...
...wird seit Jahren mit 1000senden Windrädern sauberer Strom erzeugt. Weithin sichtbar, logisch. Dafür können die "da unten" dann den Müll haben, den sie wohlgemerkt, seit Jahren ja auch produziert haben. Oder wo stehen in den neuen Bundesländern die AKw´s?
thechamelion3@web.de 04.07.2013
4.
Zitat von sysopDPAWo soll Deutschlands Atommüll künftig aufbewahrt werden? EU-Energiekommissar Günther Oettinger spricht sich für ein Endlager im Süden Deutschlands aus. Die dortigen Gesteinsschichten begünstigten die Lagerung der radioaktiven Stoffe. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/eu-energiekommissar-oettinger-atommuell-endlager-im-sueden-a-909369.html
Politisch nicht durchsetzbar, geologisch nicht erkunndet, nicht zu finanzieren. Gorleben kennt man schon, es ist klar das man dort Lagern kann, also sollte man es machen, bevor man mit x MIlliarden andere Stnadorte erkundet. Das Problem der Endlager Gegner ist doch das sie a) keine Fachkentnisse haben b) nur dagegen sind ohne eine Alternative anzubieten c) nach dem Motto "Endlagern gerne, aber bitte nicht bei mir" agieren Das Zeug in Gorleben lagern, fertig. Auch andere Standorte werden nicht besser sein.
michelinmännchen 04.07.2013
5. Vielleicht
kommt bei der Suche nach dem richtigen Lagerplatz heraus, dass der Atomausstieg so falsch nicht ist. Ich prognostiziere: 1. kein Bundesland wird sich in absehbarer Zeit zu der Errichtung eines Endlagers bereit erklären 2. niemand, der heute 40 Jahre alt ist, wird die Entscheidung noch miterleben 3. ist eine Entscheidung getroffen wird noch mindestens weitere 20 Jahre geklagt (Krötenwanderungen, Grundwasser, weitere Gutachten) Wenn man ein solches Vorhaben mit dem Bau von BER vergleicht, hat das nochmal andere Dimensionen. Immerhin ist nicht der Verteidigungsminister zuständig.
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