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Bundeswehr-Drohne: "Euro Hawk"-Desaster könnte noch viel teurer werden

Schlechte Nachrichten für Verteidigungsminister de Maizière: Das gescheiterte Rüstungsprojekt "Euro Hawk" könnte noch größere Kosten verursachen. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es Zweifel, ob die Aufklärungstechnik der Drohne in anderen Fluggeräten verwendet werden kann.

Drohne "Euro Hawk": Aufklärungssystem könnte nicht weiter nutzbar sein Zur Großansicht
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Drohne "Euro Hawk": Aufklärungssystem könnte nicht weiter nutzbar sein

Ottobrunn - Die finanziellen Verluste nach dem Aus für den " Euro Hawk" könnten weit höher ausfallen, als von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) erhofft: Vor dem am Montag beginnenden Untersuchungsausschuss zum gescheiterten Millionenprojekt gibt es Zweifel an der weiteren Nutzbarkeit der in der Drohne getesteten Aufklärungstechnik Isis. Das geht aus einem als "vertraulich" eingestuften Bericht der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft in Ottobrunn hervor, die sich im Auftrag des Wehrbeschaffungsamts im November 2012 mit Alternativen zum gescheiterten "Euro Hawk" befasst hat.

De Maizière hatte die finanziellen Verluste des Projekts für verkraftbar gehalten, weil Isis auch auf anderen Fluggeräten genutzt werden könne. Die Prüfer kommen in ihrer Untersuchung jedoch zu dem Ergebnis, dass die Nutzung von Isis für andere Luftfahrzeuge, darunter der Airbus A319 und die israelische Drohne "Heron TP", vermutlich nur unter hohem Zeitaufwand möglich sei und mittlere bis sehr hohe Kostenrisiken berge. Selbst bei dem Modell mit den besten Noten, der A319, müsste die Bundeswehr mit Nachteilen rechnen, sogar die Piloten der Isis-Aufklärungsflüge könnten in Gefahr geraten.

Zudem kann die A319 nicht so hoch fliegen wie der "Euro Hawk" und damit weniger Daten ermitteln. Auch für den Fiskus würde die Umrüstung teuer: Laut Studie wäre bei einem 20-jährigen Betrieb des neuen Aufklärungssystems mit Gesamtkosten von rund 1,5 Milliarden Euro zu rechnen.

Nicht nur die Kostensteigerungen setzen de Maizière unter Druck: Es erscheint zunehmend als zweifelhaft, dass der Minister das Rüstungsprojekt wirklich erst stoppte, als er von Problemen mit der Zulassung der Drohne für den Einsatz im deutschen Luftraum erfuhr. Das hatte de Maizière in der Vergangenheit immer wieder betont. Einige Oppositionspolitiker werfen ihm deswegen vor, gelogen zu haben und fordern seinen Rücktritt.

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Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS

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