"Euro Hawk" Ministerium wusste schon Anfang 2012 von Drohnen-Debakel

Für Verteidigungsminister de Maizière wird es eng: Nach Informationen des SPIEGEL weiß die Spitze seines Ministeriums seit Februar 2012 von den gravierenden Problemen des "Euro Hawk"-Projekts. Kanzlerin Merkel vermeidet inzwischen die offene Unterstützung.

"Euro Hawk"-Drohne: Hunderte Millionen Euro versenkt
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"Euro Hawk"-Drohne: Hunderte Millionen Euro versenkt


Hamburg - Nach Recherchen des SPIEGEL war die Leitungsebene des Verteidigungsministeriums seit Februar vergangenen Jahres über das ganze Ausmaß der Probleme mit dem Drohnen-Projekt "Euro Hawk" informiert. Am 8. Februar 2012 berichtete die Rüstungsabteilung des Ministeriums in einem vertraulichen Vermerk ("Betreff: Unbemanntes Flugzeug EURO HAWK; hier: Zulassung und Mehrkosten") über den Stand des Rüstungsprojekts.

Auf sieben Seiten schildern die Beamten in allen Details, warum "Änderungen in erheblichem Umfang erforderlich wären, um eine Musterzulassung zu erlangen", sprich: die Aufklärungsdrohne für den Verkehr im zivilen Luftraum zuzulassen. Die Beamten schätzten schon damals einen "Mittelbedarf in Höhe von 250 Mio. bis 600 Mio. Euro, ohne dass damit jedoch ein erfolgreicher Abschluss der Musterprüfung gewährleistet werden könnte". Weiterzumachen wie bisher berge "nicht abschätzbare technische, zeitliche und finanzielle Risiken".

Das Schreiben ging an den engen Vertrauten von Minister Thomas de Maizière, Rüstungsstaatssekretär Stéphane Beemelmans, sowie an den zweiten beamteten Staatssekretär Rüdiger Wolf. Beemelmans quittierte am 13. Februar, dass er den Vermerk gelesen hatte. Doch erst 15 Monate später stoppte der Minister das Verlustprojekt.

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Gescheitertes Drohnenprojekt: "Euro Hawk" muss am Boden bleiben
In einem Vermerk der Rüstungsabteilung vom 27. März 2013 an die beiden Staatssekretäre heißt es, dass die Serienbeschaffung des "Euro Hawk" "nicht weiter verfolgt" werden solle. Vor allem die Luftwaffe drängte darauf, dem Drohnendebakel endgültig ein Ende zu setzen. Der "Euro Hawk" eigne sich nur eingeschränkt zur "eigenständigen nationalen Aufklärung", weil die Missionsplanung mit den Amerikanern abgesprochen werden müsse, so der Vermerk.

Bundeskanzlerin Angela Merkel vermied im SPIEGEL-Gespräch eine offene Unterstützung ihres Ministers, sondern sagte lediglich: "Der Verteidigungsminister hat angekündigt, in dieser Woche einen umfassenden Bericht über das Projekt seit seinen Anfängen vor mehr als zehn Jahren vorzulegen. Dem greife ich nicht vor."



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kdshp 01.06.2013
1. Informationen
Zitat von sysopGetty ImagesFür Verteidigungsminister de Maizière wird es eng: Nach Informationen des SPIEGEL weiß die Spitze seines Ministeriums seit Februar 2012 von den gravierenden Problemen des "Euro Hawk"-Projekts. Kanzlerin Merkel vermeidet inzwischen die offene Unterstützung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/euro-hawk-ministerium-wusste-anfang-2012-von-drohnen-debakel-a-903237.html
Frau merkel (CDU) ist ja wohl die schlechtest informierteste politikern im amt! Sie weiss nie von etwas oder erfahrt es erst wenn alles zu spät ist. Merkwürdige sache finde ich oder will sie nicht informiert werden.
dieteroffergeld 01.06.2013
2. Aufwachen!
Auf was wartet Frau Dr. A.Merkel eigentlich noch? Da sind Akteure, die ihre Sorgfalt haben vermissen und Veranwortung haben schleifen lassen, schon aus weit geringeren Gründen in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Wohlan Frau Dr. Merkel bzw. Her Bundespräsisdent Gauck(das ist nämlich der, der u.a. Ministerinnen und Minister ernennen und entlassen darf), unternehmen Sie den nicht mehr zu umgehenden Schritt!
analyse 01.06.2013
3. Also das ist wieder mal ein Vergehen ! Zurücktreten das ganze Ministerium
und wieso erst 2012 ? da gab es aber schon ganz andere Daten ! Zurücktreten diese Joiurnalisten,die uns mit falschen Daten in die Irre geführt haben ! Wer steckt dahinter ? Was ist mit diesen ständigen Falschmeldungen beabsichtigt ? Haben die Chefredakteure davon gewußt ? Haben die ihren Laden nicht im Griff ? Wer kontrolliert die überhaupt ? Müßte man da nicht einen Untersuchungsausschuß bilden ? Auf jeden Fall geraten jetzt etliche,wegen mangelhafter Aufsicht,unprofessioneller Recherche,manipulierten Meldungen etc e r h e b l i c h unter Druck !!
mehrgedanken 01.06.2013
4. Vertrauen...
Zitat von kdshpFrau merkel (CDU) ist ja wohl die schlechtest informierteste politikern im amt! Sie weiss nie von etwas oder erfahrt es erst wenn alles zu spät ist. Merkwürdige sache finde ich oder will sie nicht informiert werden.
Sie weiss auch nichts über die US Drohnen-Lenkung in Ramstein gegen Ziele in Afrika... erstaunlich für die richtlinienkompetente, hüstl, Frau im Staat. Aber greifen wir nicht vor - sie hat ihm das Vertrauen ausgesprochen vor ein paar Tagen und damit ist die Entscheidung doch gefallen oder?
ottomerlin1 01.06.2013
5. Vollstes Vertrauen
Wie bereits bekannt, wenn die Kanzlerin einem Minister ihr vollstes Vertrauen ausspricht, dann wird es gefährlich für den Betroffenen. de Maiziere kann schon mal das Meterband auspacken um die Tage bis zum Rücktritt zu zählen. Als ehemaliger W 15er habe ich mit dem 150ten Tag vor der Entlassung mit dem Zählen angefangen. Wahrscheinlich dauert es in diesem Fall nicht so lange.
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