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Euro-Krise Die rätselhaft coolen Deutschen

Der Euro taumelt, die Nachbarländer meckern über die Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel. Doch die Deutschen bleiben anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit?

Besucher in der Reichstagskuppel in Berlin: Sind die Deutschen wirklich so abgebrüht?Zur Großansicht
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Besucher in der Reichstagskuppel in Berlin: Sind die Deutschen wirklich so abgebrüht?

Berlin - Die Stunde der Wahrheit naht. In der kommenden Woche reist die Kanzlerin zum Gott weiß wievielten Krisengipfel nach Brüssel. Gemeinsam mit den anderen Staatenlenkern Europas will Angela Merkel endlich den Euro retten. Sie muss ihn retten.

Es geht um alles, das Endspiel um den Euro und um Europa ist in vollem Gang. Mit jedem Tag, an dem sich die Schuldenkrise weiter zuspitzt, wächst die Angst, dass alle Mühen umsonst gewesen sein könnten, dass der Zusammenbruch nicht mehr zu vermeiden ist. Sie wächst an den Finanzmärkten, in den Regierungszentralen von Paris, Rom und Madrid. Sie wächst auch im Berliner Kanzleramt.

Nur bei den Deutschen, da scheint die Angst nicht zu wachsen.

Dabei ist doch gerade die German Angst, von der besonders die Angelsachsen und Amerikaner gerne sprechen, so legendär wie sprichwörtlich. Haben die Deutschen nicht immer verzagt bis hysterisch reagiert, sobald irgendwo vermeintliches Unheil drohte? Hierzulande ist die Sorge vor dem Klimawandel besonders ausgeprägt, uns versetzen Krankheiten wie Ehec oder Schweinegrippe in helle Aufregung, wir steigen sofort aus der Atomenergie aus, weil im fernen Japan ein Tsunami für den Super-GAU sorgt. Müssten also nicht gerade die Deutschen in diesen Tagen in Panik geraten, weil der Euro bald Geschichte sein könnte?

Tun sie aber nicht, zumindest nicht spürbar. Wer im Advent durch die Einkaufszentren und über Weihnachtsmärkte zieht, wird von Angst und Sorge wenig merken. Dabei bleibt niemandem der Ernst der Lage verborgen. Familie und Freunde fragen misstrauisch, was wohl aus ihrem Geld werden wird. Doch schon im nächsten Satz geht es um die Weihnachtswünsche. Und eine Mehrheit von immerhin 55 Prozent, das zeigt der aktuelle ARD-Deutschlandtrend, sagt: "Ich persönlich bin von der Krise nicht betroffen." Dem diffusen Unbehagen scheint eine unerschütterliche Gelassenheit gegenüberzustehen. Ist aus der German Angst längst eine German Lässigkeit geworden, wie Roger Cohen, der langjährige Berlin-Korrespondent der "New York Times", es den Deutschen schon in der Finanzkrise attestierte?

Woher kommt nur diese rätselhafte Gelassenheit? Schauen wir genauer hin:

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insgesamt 506 Beiträge
_stordyr_ 02.12.2011
übersättigung mit horromeldungen stumpfen den Menschen ab ein wenig auch die breitärschigkeit des deutschen michels. Er geht ja auch nicht auf die Strasse. Man lebt vor sich hin. Irgendwie wird es weitergehen.
übersättigung mit horromeldungen stumpfen den Menschen ab ein wenig auch die breitärschigkeit des deutschen michels. Er geht ja auch nicht auf die Strasse. Man lebt vor sich hin. Irgendwie wird es weitergehen.
mc6206 02.12.2011
..aber was ich vor allem im Spiegel, in der Welt und hier im Forum lese weist auf totale Panik hin. Jeden Tag drei Artikel, die die Apokalypse voraussagen.
Zitat von sysopDer Euro*taumelt, die Nachbarländer meckern über die*Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel. Doch die Deutschen bleiben*anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801146,00.html
..aber was ich vor allem im Spiegel, in der Welt und hier im Forum lese weist auf totale Panik hin. Jeden Tag drei Artikel, die die Apokalypse voraussagen.
nebukadnezarin 02.12.2011
Die Krise eskaliert - aber das Vertrauen in die Kanzlerin wächst. Also entweder grassiert bei mir der Alzheimerwahn, oder ich habe eine völlig falsche Wahrnehmung. Bei all den Menschen mit denen ich Tag für Tag zu tun habe, [...]
Zitat von sysopDer Euro*taumelt, die Nachbarländer meckern über die*Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel. Doch die Deutschen bleiben*anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801146,00.html
Die Krise eskaliert - aber das Vertrauen in die Kanzlerin wächst. Also entweder grassiert bei mir der Alzheimerwahn, oder ich habe eine völlig falsche Wahrnehmung. Bei all den Menschen mit denen ich Tag für Tag zu tun habe, hör ich Kommentare wie: "die Merkel geht gar nicht mehr" "wann macht Angie endlich den Abgang" "die wäre besser in ihrer DDR geblieben" "wie konnte man die nur wählen" und Sie erklären hier, das das Vertrauen in diese nach kohlschen Manier alles aussitzende Dame (weil irgendwas weltbewegendes hat sie ja wirklich noch nicht zustande gebracht) in der Bevölkerung wachsen würde? leb ich auf Melmak und mir ist es nur noch nicht aufgefallen?
nudelsuppe 02.12.2011
Zitat "Müssten also nicht gerade die Deutschen in diesen Tagen in Panik geraten, weil der Euro bald Geschichte sein könnte?" Nein, die Deutschen werden Freudenpartys feiern, wenn der Euro Geschichte ist!
Zitat "Müssten also nicht gerade die Deutschen in diesen Tagen in Panik geraten, weil der Euro bald Geschichte sein könnte?" Nein, die Deutschen werden Freudenpartys feiern, wenn der Euro Geschichte ist!
lebenslang 02.12.2011
ähnlich wie der finanzkrise im jahre 2008 spielt sich die eurokrise für die meisten deutschen eher im TV denn im wirklichen leben ab. der euro ist weitestgehend stabil, das zählt. ein untergangsszenario jagt das andere während [...]
Zitat von sysopDer Euro*taumelt, die Nachbarländer meckern über die*Berliner Dominanz, die Kanzlerin hetzt von Krisengipfel zu Krisengipfel. Doch die Deutschen bleiben*anscheinend völlig entspannt. Woher nur kommt diese neue Gelassenheit? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801146,00.html
ähnlich wie der finanzkrise im jahre 2008 spielt sich die eurokrise für die meisten deutschen eher im TV denn im wirklichen leben ab. der euro ist weitestgehend stabil, das zählt. ein untergangsszenario jagt das andere während die arbeitslosigkeit weiter zurückgeht, das zählt.
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