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Euro-Rettung: Deutsche misstrauen Merkels Krisenmanagement

Die Koalition streitet über die Euro-Rettung - und die Bevölkerung ist irritiert: Eine neue Umfrage zeigt den dramatischen Vertrauensverlust zum Kurs der Kanzlerin. Eine breite Mehrheit der Deutschen will auch keine weiteren Hilfen für Griechenland.

Kanzlerin Merkel: Breite Mehrheit lehnt Euro-Politik der Koalition ab Zur Großansicht
dapd

Kanzlerin Merkel: Breite Mehrheit lehnt Euro-Politik der Koalition ab

Berlin - Es sind Zahlen, die einen tiefen Vertrauensverlust belegen: In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov beurteilten 82 Prozent das Krisenmanagement der Regierung von Angela Merkel (CDU) mit "eher schlecht".

Zwei Drittel sprachen sich zudem gegen Hilfen für Griechenland oder andere Staaten in der Schuldenkrise aus. Die Umfrage erfolgte im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa.

Auch in den Regierungsparteien hält der Widerstand gegen Griechenland-Hilfen an. Die Mitglieder in der FDP, die den Kurs der Kanzlerin ablehnen, haben bisher nach eigenen Angaben rund 1800 Unterschriften für einen Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungskurs gesammelt. Das ist mehr als die Hälfte der benötigten rund 3300 Mitglieder. Der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler schrieb am Donnerstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter: "Halbzeit! 1800 Mitglieder unterstützen den FDP-Mitgliederentscheid zum Euro."

In der Union wird inzwischen ebenfalls über eine Befragung der Parteibasis nachgedacht. "Das wäre auch in der CDU wünschenswert", sagte der Haushaltsexperte der Partei, Klaus-Peter Willsch, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Wenn eine solche Befragung nun stattfände, "wäre sicherlich eine satte Mehrheit gegen die Griechenland-Hilfe und gegen dauerhafte Schirme", sagte Willsch, der im Bundestag gegen die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms stimmen will.

Die Koalition zankt weiter

FDP-Mann Schäffler wies den Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück, die Insolvenz-Diskussion wegen der Unruhe an den Börsen nicht in der Öffentlichkeit zu führen. "Der Markt erwartet die Insolvenz Griechenlands", sagte Schäffler der "Passauer Neuen Presse". Griechenlands Gläubiger müssten an einer Umschuldung beteiligt werden. "Nichts anderes ist eine geordnete Insolvenz", sagte Schäffler.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kritisierte die Äußerungen der Liberalen. Sie sagte, die Märkte seien hypernervös. "In dieser angespannten Situation kann jedes unbedachte Wort zu unkalkulierbaren Reaktionen führen", warnte sie in der "Passauer Neuen Presse". Auch CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, sie finde nicht alles hilfreich, was seitens der FDP geäußert werde. "Mir wäre es lieber, wenn wir uns an das halten, was jetzt zu entscheiden ist", sagte sie.

Ausgelöst hatte den Streit um die Euro-Hilfen FDP-Chef Philipp Rösler mit einer Diskussion über eine mögliche Insolvenz Griechenlands.

Die Euro-Finanzminister beraten heute über die zugespitzte Griechenland-Krise und den Aufbau einer Wirtschaftsregierung für die Euro-Zone. Auf dem Treffen im polnischen Breslau sollen die Sparbemühungen Athens überprüft werden. Auch US-Finanzminister Timothy Geithner wird an dem informellen Treffen teilnehmen.

fab/dpa/dapd

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1. ....
taggert 16.09.2011
Eine breite Mehrheit der Deutschen will auch keine _weiteren_ Hilfen für Griechenland. -------------------------- Mit Verlaub: Ich wage es mich so weit aus dem Fenster zu lehnen und zu behaupten, dass eine Mehrheit der Deutschen von vornerein gar keine Griechenland Hilfen wollte! ;) Genausowenig wie den Euro, die Vorradsdatenspeicherung oder die Bankenrettungen.
2. Warum...
jonimuc 16.09.2011
Zitat von sysopDie Koalition streitet über die Euro-Rettung - und die Bevölkerung ist irritiert: Eine neue Umfrage zeigt den dramatischen Vertrauensverlust zum Kurs der Kanzlerin. Eine breite Mehrheit der Deutschen will auch keine weiteren Hilfen für Griechenland. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,786566,00.html
Warum sollte die Kanzlerin besser wissen, wie die Rettung Griechenlands laufen soll, als die Ökonomen. Die sind ja auch unterschiedlicher Meinung, teilweise haben diese ihre Meinung auch gewechselt. Fest steht jedenfalls, dass uns sowohl eine Insolvenz als auch die bedingungslose Rettung Griechenlands einen Batzen Geld und damit Wohlstand kosten wird. Was die Kanzlerin auch immer tut, es wird weh tun und... ...es wird sie wahrscheinlich ihr Amt kosten.
3. Wenn das Volk die Regierung brüskiert
National-Oekonom, 16.09.2011
Zitat von sysopDie Koalition streitet über die Euro-Rettung - und die Bevölkerung ist irritiert: Eine neue Umfrage zeigt den dramatischen Vertrauensverlust zum Kurs der Kanzlerin. Eine breite Mehrheit der Deutschen will auch keine weiteren Hilfen für Griechenland. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,786566,00.html
dann darf die Regierung sich das nicht bieten lassen und muss hart durchregieren. Mit Bildung einer CDUSPDGRUENELINKE-Koalition ist die Regierung derart breit verankert, dass der Wähler wählen kann, wie er will, er wird es nicht schaffen, diese Koalition abzuwählen. Die Kanzlerfrage wird so geklärt: Können sich SPD und CDU nicht auf eine gemeinsamen Kandidaten einigen, wird Trittin Bundeskanzler, Merkel Finanzminister, Steinbrück Außenminister. Schon klappt es mit dem EuroKrisenManagement! Die FDP darf bei diesem Konzept übrigens weiter zu Wahlen antreten, man steht ja zur Demokratie - was angesichts der Unbotmäßigkeit des Volkes schon mehr als großzügig ist.
4. und
Meckerliese 16.09.2011
Warum hört dann Merkeline nicht auf ihr Volk? Weil es ihr scheissegal ist.
5. Vorsicht!
Progressor 16.09.2011
Alles was wahr ist, ist jetzt nicht hilfreich. ;-)
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