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Kampfflieger der Bundeswehr: "Eurofighter"-Abbestellung kostet über 500 Millionen Euro

"Eurofighter" (Archivbild): Airbus verlangt Ausgleichszahlung Zur Großansicht
DPA

"Eurofighter" (Archivbild): Airbus verlangt Ausgleichszahlung

Das wird teuer für die Bundeswehr. Weil die Streitkräfte weniger "Eurofighter" abnehmen, verlangt Hersteller Airbus nach SPIEGEL-Informationen eine Ausgleichszahlung. Auch beim Helikopter NH90 gibt es neue Probleme.

Hamburg - Auf das Wehrressort von Ursula von der Leyen (CDU) kommen nach SPIEGEL-Informationen zusätzliche Kosten von mindestens einer halben Milliarde Euro zu. Laut internen Papieren aus dem Verteidigungsministerium forderte der Hersteller Airbus in einem Brief vom 28. August zunächst 514,2 Millionen Euro als Ausgleichszahlung von der Bundeswehr. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Hintergrund ist die Reduzierung der deutschen Bestellung von "Eurofighter"-Kampfjets von 180 auf 140 Modelle. Das hatte die Bundesregierung 2011 beschlossen.

Die Juristen im Verteidigungsministerium gehen davon aus, dass der Anspruch von Airbus gerechtfertigt ist, da man mit dem Triebwerkhersteller MTU Anfang des Jahres ähnlich verfahren war. Aufgrund der "annähernd gleichen Sach- und Rechtslage" im Fall Airbus seien die Ansprüche wohl gültig, heißt es in einer vertraulichen Vorlage für Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder.

Die Kosten könnten sogar noch steigen, da Airbus weitere Forderungen in Höhe von 220,7 Millionen Euro über die Nato-Agentur Netma geltend machen werde. Diese würden am Ende auf Deutschland zukommen, heißt es in dem Papier. Nüchtern wird konstatiert, dass die Bundeswehr ähnliche Ausgleichszahlungen bereits in der Vergangenheit "zu akzeptieren" hatte.

Probleme beim Hubschrauber NH90

Auch beim Helikopter NH90 drohen von der Leyen neue Debatten. Wenige Tage nachdem die Verteidigungsministerin den Kauf von über hundert Bundeswehr-Transporthubschraubern angekündigt hatte, ist das betroffene Modell in die Kritik geraten. Ursache dafür ist nach SPIEGEL-Informationen ein Zwischenfall in Usbekistan, bei dem es im Juni zu einem Beinahe-Absturz der Maschine gekommen ist. In einem Untersuchungsbericht schreibt die Bundeswehr, es sei "nicht auszuschließen", dass sich das Problem wiederhole.

Zum Beinahe-Absturz des NH90 kam es, als nach einem Triebwerksschaden die Löschfunktion ausgelöst wurde und in der Folge Teile der Elektronik an Bord aussetzten. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft des fliegenden und luftfahrttechnischen Personals der Bundeswehr, Reinhard Schlepphorst, bezeichnete den Vorfall als extrem gefährlich.

Grünen-Haushaltspolitiker Tobias Lindner fordert, den Kauf der Transporthubschrauber nicht zu überstürzen. "Die Bundesregierung muss über den Vorfall zwingend Transparenz herstellen, wenn sie eine Milliardenentscheidung vom Parlament erwartet", so Lindner. Das Verteidigungsministerium sagte, der Verdacht, dass es sich um einen Serienfehler handle, "hat sich nicht erhärtet".

suc

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insgesamt 106 Beiträge
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1. Schnäppchen
helcynth 30.11.2014
die 500 Millionen sind ein Schnäppchen im Vergleich dazu was die 40 Maschinen in den nächsten Jahren allein an Wartung kosten würden. Es wäre besser die die die Luftwaffe schon hat zum fliegen zu bringen!
2.
überlegdochmal. 30.11.2014
Erfindet doch eine Steuer für Ausgleichszahlung mit einem Steuersatz von 98% zieht es gleich ab und das Problem ist behoben.
3. Verträge sind einzuhalten.......
genugistgenug 30.11.2014
doch wer als Geldgeber solche Verträge unterschreibt hat sicher einen hohen, fünfsteligen IQ (leider mit negativen Vorzeichen) oder gab es was Extra oder werden so die Ruhesitze/Endlagerstätten für Politiker vorfinanziert? PS kommt es uns nur so vor, aber im Gegensatz zu früher in anderen Ministerämtern ist es um das VDL sehr ruhig geworden
4. Dümmster Spruch der Woche
peter0pf9 30.11.2014
"Das wird teuer für die Bundeswehr."- liest sich fast als ob die Bundeswehr ein Wirtschaftsunternehmen und keine "Steuermittelverdampfungsanlage" wäre!
5. Was sind das ...
emeticart 30.11.2014
... wieder für unvollständige Informationen!? Wie hoch ist die Summe, die man sparen will und für die eine "Ausgleichszahlung" berechnet wird? Was "spart" man unterm Strich? MfG
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