Analyse zur Europawahl Schweinfurt ist Deutschland

Der Normalwähler wohnt in Schweinfurt. Die Bürger der nordbayerischen Stadt haben bei der Europawahl fast so gewählt wie Deutschland - nur bei Union und Grünen lagen sie daneben.

Von und


Hamburg/Brüssel - "Zukunft findet Stadt" lautet der Slogan von Schweinfurt. In der unterfränkischen Stadt leben rund 53.000 Einwohner, 38.773 davon sind wahlberechtigt. Das Besondere an ihnen: Sie haben bei der Europawahl fast genauso abgestimmt wie ganz Deutschland.

Das ist das Ergebnis einer Auswertung von SPIEGEL ONLINE. Welche Region dem bundesweiten Durchschnitt am ähnlichsten ist, haben wir anhand der Ergebnisse der sechs großen Parteien in jedem Landkreis bestimmt. Dabei zählt der jeweilige Abstand zum Deutschlandwert nicht in absoluten Zahlen, sondern in relativen Prozenten. In der Summe ergibt sich so ein Wert, der die Differenz zum Durchschnitt darstellt.

Je kleiner er ist, desto durchschnittlicher ist ein Landkreis. Auf Platz zwei der Untersuchung liegt Segeberg in Schleswig-Holstein, auf Rang drei folgt Speyer in Rheinland-Pfalz.

In der Region Schweinfurt erreichte die FDP 3,4 Prozent - das ist exakt der Bundeswert. Die weiteren Detailwerte der Parteien im Überblick:

  • Die SPD bekam 27,5 Prozent in der unterfränkischen Stadt (0,2 Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt), die AfD 7,3 Prozent (ein Plus von 0,3 Prozentpunkten).

  • Die Linke unterstützten 6,4 Prozent (7,4 Prozent im Bund).

  • Größere Abweichungen leisteten sich die Schweinfurter nur bei der CSU, sie bekam 37,2 Prozent (Union im Bund: 35,3 Prozent) und bei den Grünen (8,9 Prozent; bundesweit: 10,7 Prozent).

Allerdings interessierte die Wahl zum neuen Europaparlament nur wenige in der unterfränkischen Stadt. Die Beteiligung fiel um 1,8 Prozent auf 35,1 Prozent im Vergleich zur letzten Europawahl. Bundesweit war die Quote deutlich von 43,3 auf 48,1 Prozent gestiegen.

Schweinfurt steht aber auch beispielhaft für einige Wechselwähler-Trends: So verlor die CSU 7,4, die FDP 3,7 Prozentpunkte an Zustimmung. Die erstmals angetretene AfD und die SPD gewannen 7,3 beziehungsweise 7 Prozentpunkte. Die beiden Parteien waren auch deutschlandweit die Gewinner dieser Abstimmung. Hier sehen Sie, wo die Zuwächse im Vergleich zur vergangenen Europawahl besonders ausgeprägt sind:

Union, Grüne und FDP - die Verliererparteien dieser Europawahl - mussten in diesen Regionen am meisten Rückhalt einbüßen:


Weitere Hintergründe zur Europawahl in Deutschland:

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
vanschnitzelhouven 26.05.2014
1. Die Bürger der nordbayerischen Stadt...
...würden erst einmal klarstellen, daß sie Bürger einer UNTERFRÄNKISCHEN Stadt sind.
j.vantast 26.05.2014
2. Zeitnot?
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEDer Normalwähler wohnt in Schweinfurt. Die Bürger der nordbayerischen Stadt haben bei der Europawahl fast so gewählt wie Deutschland - nur bei Union und Grünen lagen sie daneben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/europawahl-in-schweinfurt-lebt-der-durchschnittswaehler-a-971638.html
Es heisst *Bad* Segeberg. So viel Zeit sollte sein.
ykarsunke 26.05.2014
3. nur bei Union und Grünen...
...lagen sie daneben. naja, macht ja nix, splitterparteien halt. die in der statistik übliche methode addiert übrigens nicht die abweichungen, sondern deren quadrate: damit fallen viele kleine fehler weniger ins gewicht als ein grosser. aber für einen spon-spass-artikel reicht es natürlich auch so.
j.vantast 26.05.2014
4. So weit ich weiss
Zitat von vanschnitzelhouven...würden erst einmal klarstellen, daß sie Bürger einer UNTERFRÄNKISCHEN Stadt sind.
Nun ja, soweit mir bekannt ist gibt es kein Bundesland namens Franken. Weder Ober- noch Unterfranken. Also ist Nordbayern schon richtig, auch wenn die Franken da für gewöhnlich recht allergisch reagieren.
Henning Zachow 26.05.2014
5.
Zitat von j.vantastEs heisst *Bad* Segeberg. So viel Zeit sollte sein.
Kreis und Wahlkreis heißen nichtsdestotrotz "Segeberg" ^^
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.