Ex-Bundespräsident: Horst Köhler verzichtet auf Ehrensold

Es wirkt wie eine großzügige Geste: Altbundespräsident Horst Köhler verzichtet laut "Bild am Sonntag" auf seinen Ehrensold. Allerdings könnte er aus seinen früheren Posten als Präsident des Sparkassenverbands und IWF-Direktor deutlich höhere Pensionen erwarten.

Altbundespräsident Horst Köhler: Kein Ehrensold, um Doppelbezüge zu vermeiden Zur Großansicht
dapd

Altbundespräsident Horst Köhler: Kein Ehrensold, um Doppelbezüge zu vermeiden

Hamburg - Während der eine noch für Diskussionen sorgt, schafft der andere Tatsachen: Der frühere Bundespräsident Horst Köhler nimmt einem Pressebericht zufolge seinen Ehrensold nicht in Anspruch. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" will Köhler, der 2010 von seinem Amt zurücktrat, dadurch Doppelbezüge vermeiden.

Ungewiss sei aber, auf wie viel Geld Köhler tatsächlich verzichte. Als Präsident des Sparkassenverbands und Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte Köhler Pensionsansprüche erworben haben, die den Ehrensold sogar übersteigen, berichtete die "Bild am Sonntag".

In der Diskussion um Christian Wulffs Ehrensold forderte der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim den Haushaltsausschuss des Bundestages auf, dem ehemaligen Staatsoberhaupt Zuwendungen zu verweigern. "Christian Wulff ist unehrenhaft aus dem Präsidentenamt ausgeschieden", sagte von Arnim. Wulff werde kaum mehr nachamtliche Repräsentationspflichten für Deutschland glaubwürdig ausüben können: "Von daher sollte er keine Zusatzleistungen wie Büro, Personal und Dienstwagen erhalten."

Wulff war am 17. Februar nach Einleitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten. Laut Bundespräsidialamt hat er aber Anspruch auf den Ehrensold in Höhe von jährlich 199.000 Euro, weil sein Rücktritt aus "politischen Gründen" erfolgt sei.

Die politische Geschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, legte Wulff in der "Bild am Sonntag" nahe, auf den Ehrensold zu verzichten. "Früher hat Christian Wulff selbst eine Kürzung des Ehrensolds gefordert, und in der Bevölkerung gibt es keinerlei Verständnis für jährlich knapp 200.000 Euro für einen gescheiterten Bundespräsidenten", sagte Lemke.

Der FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der Zeitung, nach der Wahl des nächsten Bundespräsidenten könne debattiert werden, "die Altersbezüge des Bundespräsidenten neu zu regeln".

siu/afp/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 103 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Eine noble Geste
Woogpirat 04.03.2012
"Allerdings könnte er aus seinen früheren Posten (...) deutlich höhere Pensionen erwarten." Na wenn schon... es ist gleichwohl eine noble Geste von Herrn Köhler. Mein Respekt!
2. Wenn
crocodil 04.03.2012
Zitat von sysopEs wirkt wie eine großzügige Geste: Altbundespräsident Horst Köhler verzichtet laut "Bild am Sonntag" auf seinen Ehrensold. Allerdings könnte er aus seinen früheren Posten als Präsident des Sparkassenverbands und IWF-Direktor deutlich höhere Pensionen erwarten. Ex-Bundespräsident: Horst Köhler verzichtet auf Ehrensold - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819150,00.html)
man natürlich noch höhere Einkommen bekommt (Allerdings könnte er aus seinen früheren Posten als Präsident des Sparkassenverbands und IWF-Direktor deutlich höhere Pensionen erwarten.), kann man den Ehrensold leicht vergessen.
3. .
touri 04.03.2012
Zitat von sysopEs wirkt wie eine großzügige Geste: Altbundespräsident Horst Köhler verzichtet laut "Bild am Sonntag" auf seinen Ehrensold. Allerdings könnte er aus seinen früheren Posten als Präsident des Sparkassenverbands und IWF-Direktor deutlich höhere Pensionen erwarten. Ex-Bundespräsident: Horst Köhler verzichtet auf Ehrensold - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819150,00.html)
Ich sehe keinen Grund für Herrn Köhler seinen Ehrensold abzugeben, selbst wenn es für ihn finanziell unerheblich ist. Im Gegensatz zu seinem Nachfolger hat er sich seinen Sold meines Erachtens verdient.
4.
regenbogenkraut 04.03.2012
Zitat von crocodilWenn man natürlich noch höhere Einkommen bekommt...
Die hat er sich durch seine Tätigkeiten immerhin erworben - was gibt es daran zu beanstanden? Seine regulären Pensionsansprüche will Wulff doch auch niemand streitig machen - DANN, wenn er das notwendige Alter erreicht hat.
5. ????
oneworldnow 04.03.2012
Zitat von crocodilman natürlich noch höhere Einkommen bekommt (Allerdings könnte er aus seinen früheren Posten als Präsident des Sparkassenverbands und IWF-Direktor deutlich höhere Pensionen erwarten.), kann man den Ehrensold leicht vergessen.
Was hat das denn mit dem Ehrensold zu tun?Respekt Herr Köhler,sie haben Format
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Horst Köhler
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 103 Kommentare