Ermittlungen gegen Ex-Bundespräsident Wulff distanziert sich von Ex-Sprecher Glaeseker

Christian Wulff rückt von seinem ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker ab. In seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft hat der ehemalige Bundespräsident nach SPIEGEL-Informationen bestritten, von den Urlaubsreisen seines Mitarbeiters gewusst zu haben.

Ex-Bundespräsident Wulff (Mitte Juli): Neue Brille, alte Vorwürfe
dapd

Ex-Bundespräsident Wulff (Mitte Juli): Neue Brille, alte Vorwürfe


Hamburg - Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat in seiner Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft Hannover Ende Juni bestritten, von den Urlaubsreisen seines Sprechers Olaf Glaeseker Kenntnis gehabt zu haben. Die Aufenthalte Glaesekers in den Feriendomizilen des Eventmanagers Manfred Schmidt sind die Grundlage für den Verdacht der Bestechlichkeit, zu dem die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Wulffs früheren Mitarbeiter und Vertrauten Glaeseker, Schmidt organisatorisch und finanziell bei den Treffen von Prominenten und Regierungsvertretern aus Niedersachsen und Baden-Württemberg unterstützt zu haben. Im Gegenzug soll er mehrmals kostenlos Urlaub in den Feriendomizilen von Schmidt gemacht haben.

Bei seiner Vernehmung betonte Wulff nach SPIEGEL-Informationen, er sei kein Vertrauter seines ehemaligen Sprechers gewesen und habe wenig gewusst.

Als Glaeseker im Januar eine Stellungnahme zu den Vorwürfen via SMS mit Wulff abstimmen wollte, ließ ihn sein langjähriger Chef kühl abtropfen: Er sei davon ausgegangen, "dass Du bezahlst". Wie sehr der CDU-Politiker in der Vernehmung auf Distanz zu seinem früheren Spindoctor ging, dokumentieren auch seine Einlassungen zur Sponsorenakquise für den von Schmidt veranstalteten Nord-Süd-Dialog. Sollte Glaeseker dem Eventmanager damals bei der Geldbeschaffung geholfen haben, sei das "gegen meinen Willen gewesen", so Wulff.

Erste belastbare Ergebnisse will die Staatsanwaltschaft im Herbst bekanntgeben. Dann will sie auch über eine mögliche Anklage gegen Wulff im Verfahren wegen Vorteilsnahme entscheiden. Dabei geht es um einen gemeinsamen Sylt-Urlaub Wulffs mit dem Filmproduzenten David Groenewold.

ore/heb/dpa



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insgesamt 34 Beiträge
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menne61 18.08.2012
1. Mohr hat seine Schuldigkeit getan.
Dazu kann ich nur sagen. Unterste Schublade. Da lob ich mir das Verhalten von Frieda Springer. Beiderseitige Loyalität ist selten geworden.
Lorbeerblatt 18.08.2012
2. Nie im Leben!
Das Verhalten Glaesekers ist Wulff völlig fremd! Nie im Leben wäre er auf die Idee, so etwas zu tun und einfach bei Leuten zu übernachten, zu denen er auch nicht-private Kontakte pflegt. Daher konnte er auch gar nicht misstrauisch werden. Wer kommt schließlich auf solch eine abwegige Idee?!? Wulff hat sich selbstredend rein gar nichts vorzuwerfen. Im Gegenteil. Er ist tief persönlich enttäuscht, so von einem engen Mitarbeiter hintergangen worden zu sein... Mann, Mann! Der beherrscht seine Argumentationslinie im Koma.
ludwig49 18.08.2012
3. Ex-Präsident ohne Ende !
Der ehemalige Präsident von Merkels Gnaden darf gefragt werden, ob er sich noch an seinen Namen erinnern kann. Es gab einst einen Präsidenten namens Heinrich Lübke, der war gelegentlich komisch und man lachte darüber. Der Andere trug Anzüge mit vielen Taschen, die er sich füllte. In gleichem Maße wurde sein Gehirn immer leerer und man kann darüber nicht mehr lachen, weil der Vorgang des taschenfüllens auf Steuerzahlers Kosten längst nicht beendet ist. Dafür bekommt der feine Herr extra ein Büro !
tombear 18.08.2012
4. Was gemacht
Es kotzt mich mittlerweile an, dass in Deutschland immer geschaut werden muß, wer wann mal was gemacht hat. Wenn es danach gehen soll, dann müssen wir wohl alle an den Pranger. Wir sind alle keine Engel und wer welche haben will soll sich welche suchen
enrico3000 18.08.2012
5.
Zitat von menne61Dazu kann ich nur sagen. Unterste Schublade. Da lob ich mir das Verhalten von Frieda Springer. Beiderseitige Loyalität ist selten geworden.
Wer das alles glaubt ist selbst Schuld. Unmöglich oder höchst naiv wenn man in so einem Amt dem engsten Mitarbeiter so sehr vertraut und alles ungeprüft lässt. Wer so eng zusammen arbeitet, unterhält sich auch über Urlaubsreisen und deren Verlauf. Das alles ist einem Klima der Unverwundbarkeit entstanden. Wer traut sich schon an einen MP oder sogar BP? Herr G. wird sich ja bestimmt auch noch ausführlich dazu äußern. Wenn alles so stimmt hat er ja auch keinen Grund seinen ehemaligen Chef zu belasten. Wenn es aber nicht stimmt sehr wohl.
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