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12. Juni 2012, 18:36 Uhr

Segelschulschiff "Gorch Fock"

Eltern von ertrunkener Kadettin scheitern vor Gericht

Der frühere Kommandant des Segelschulschiffs "Gorch Fock" und der Schiffsarzt müssen sich nicht wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung einer Offiziersanwärterin vor Gericht verantworten. Entsprechende Anträge der Eltern wurden abgelehnt.

Schleswig - Gegen den früheren Kapitän und den Arzt des Segelschulschiffes "Gorch Fock" wird es kein Verfahren wegen des Todes der Kadettin Jenny B. geben. Die Anträge der Eltern wies das Oberlandesgericht (OLG) in Schleswig am Dienstag zurück. Sie hatten ein Verfahren gegen die beiden Männer wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung erzwingen wollen.

Die damals 18-jährige Kadettin war im September 2008 aus ungeklärter Ursache bei Norderney über Bord gegangen und ertrunken. Elf Tage später wurde die Leiche 120 Kilometer vor Helgoland entdeckt. Die Eltern hatten dem Schiffsarzt vorgeworfen, ihre Tochter nicht vollständig vom Dienst ausgeschlossen zu haben, obwohl er von Unterleibsschmerzen der jungen Frau gewusst habe sowie ihrer Neigung, kurzfristig einzuschlafen.

Das OLG entschied, dem Schiffsarzt wäre nur dann ein Vorwurf zu machen, wenn er die Beschwerden der Kadettin falsch bewertet hätte und sie Grund für den Sturz über Bord gewesen wären. Dies ließe sich aber nicht feststellen. Dem Kommandanten werfen die Eltern vor, er hätte wegen des Wetters das Anlegen einer Rettungsweste oder eines Gurts anordnen müssen.

hen/dpa-AFX

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