Ex-SED-Funktionär Krenz klagt über seinen Ausschluss aus der Partei

Egon Krenz, einst mächtiger SED Generalsekretär, wurde vor rund zwei Jahrzehnten aus der SED-PDS ausgeschlossen. Im SPIEGEL spricht Krenz nun darüber, was er von der heutigen Linkspartei hält - und ob er wieder Parteimitglied werden möchte.


Hamburg - Der Rauswurf von damals schmerzt ihn noch heute: Egon Krenz, einst hochrangiger DDR-Funktionär, kritisiert seinen Parteiausschluss aus der SED-PDS vor fast 20 Jahren.

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Titelbild: DPA
Dem SPIEGEL sagte Krenz, 71, er sehe sein "Leben anders als jene, die mich damals mit der abwegigen Begründung ausschlossen, ich hätte 1989 die Chancen einer Erneuerung der DDR verspielt". Der Parteiausschluss sei für ihn ein tiefer Einschnitt in seine Biografie gewesen. "Er hat mich geschmerzt und enttäuscht", sagte der Politiker im Ruhestand.

Zwar hege er heute viel Sympathie für die Linkspartei und deren "Ringen für soziale Gerechtigkeit und Frieden". Seine linken Positionen vertrete er gleichwohl, ohne Mitglied einer Partei zu sein. Krenz betonte, dass er auch in Zukunft nicht plane, einer Partei beizutreten. "So soll es bleiben", sagte Krenz.

Egon Krenz war Staatsratsvorsitzender der DDR und SED-Generalsekretär. Nach seinem Rücktritt von allen Ämtern im Jahr 1989 erfolgte 1990 der Parteiausschluss mit der Begründung, Krenz trage Verantwortung für die frühere SED-Politik.

Krenz wurde später vom Berliner Landgericht als einer der Hauptverantwortlichen für die tödlichen Schüsse an der innerdeutschen Grenze zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 2003 wurde er nach vier Jahren vorzeitig endlassen.

beb



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