Ex-Verteidigungsminister und Fraktionschef Peter Struck ist tot

Er war Verteidigungsminister, Fraktionsvorsitzender und zuletzt Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung: Der SPD-Politiker Peter Struck ist tot, er wurde 69 Jahre alt. Struck starb in einer Berliner Klinik nach einem Herzinfarkt. Vertreter aller Parteien würdigten ihn.


Hamburg/Berlin - Ein großer Sozialdemokrat ist tot: Peter Struck, lange Jahre Chef der SPD-Bundestagsfraktion, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Er starb nach Angaben eines Sprechers der Familie am Mittwoch im Berliner Krankenhaus Charité. Dort war er am Vortag mit einem schweren Herzinfarkt eingeliefert worden. Der SPD-Politiker hatte schon vor einigen Jahren einen Herzinfarkt sowie einen Schlaganfall erlitten. Davon hatte er sich weitgehend wieder erholt.

Noch am Montag war der SPD-Politiker als Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden. Struck leitete die SPD-nahe Stiftung seit 2010. Zu seinen großen Leidenschaften außerhalb der Politik gehörte das Motorradfahren.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zeigte sich erschüttert über den plötzlichen Tod seines Parteifreunds. "Mit ihm verlieren wir einen großen Sozialdemokraten aus unseren Reihen", teilte Gabriel am Mittwoch mit. "Für mich persönlich war Peter Struck ein verlässlicher und prinzipientreuer Wegbegleiter - in allen seinen hohen Ämtern und Funktionen." Gabriel sagte weiter: "Ich verneige mich vor ihm in Dankbarkeit für alle Mitglieder der SPD."

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Peter Struck: Mit Leib und Seele Sozialdemokrat
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier würdigte Struck als "einen großen Politiker, einen der für viele Menschen im Land ein Vorbild war". Steinmeier erklärte weiter: "Wir verlieren einen Freund, einen engen Weggefährten, einen Mann voller Herzenswärme, Humor und Lebensklugheit." Die Menschen hätten Struck "für seine Offenheit, Geradlinigkeit und für seine klaren Ansagen" gemocht. Nach Ansicht von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verliert seine Partei mit Struck "eine der prägenden Gestalten der letzten Jahrzehnte". Steinbrück sagte: "Mehr als das - er hat nicht nur unsere Positionen in Parlament und Regierung vertreten, er hat unsere Werte gelebt."

Merkel: "Struck war bedeutender Parlamentarier und großer Sozialdemokrat"

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich bestürzt über den überraschenden Tod des SPD-Politikers: "Peter Struck hat unserer Demokratie 29 Jahre lang als Abgeordneter gedient, er war ein bedeutender Parlamentarier und großer Sozialdemokrat." Merkel hatte als Kanzlerin der Großen Koalition von 2005 bis 2009 viel mit Struck zu tun gehabt, der in dieser Zeit die SPD-Fraktion anführte. Sie habe ihn damals als "einen hart argumentierenden, dabei jedoch stets verlässlichen Partner kennen- und schätzen gelernt", so Merkel.

Zum Tod von Peter Struck

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Der Sozialdemokrat war 29 Jahre von 1980 bis 2009 Mitglied des Bundestags, insgesamt acht Jahre stand er den SPD-Abgeordneten vor. Von 1990 bis 1998 war Struck Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. Als Parlamentarier prägte der Sozialdemokrat das sogenannte Strucksche Gesetz, laut dem keine Vorlage den Bundestag so verlässt, wie sie ins Parlament eingebracht wurde. Damit stellte er die Macht der Abgeordneten gegenüber der Regierung klar. Bis heute berufen sich Parlamentarier immer wieder darauf.

Von 2002 bis 2005 war Struck außerdem Verteidigungsminister. In Erinnerung bleibt in dieser Funktion sein Satz aus dem Jahr 2002: "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird heute auch am Hindukusch verteidigt." Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte zum Tod Strucks: "Mit ihm verliert Deutschland einen aufrechten und authentischen Charakter, der wie kaum ein anderer die Verteidigungspolitik des Landes verkörpert hat. Er hat die Soldaten gemocht und sie ihn. Die Gedanken der ganzen Bundeswehr und meine eigenen sind in dieser schweren Stunde bei den Angehörigen."

Bestürzung über Parteigrenzen hinweg

Struck pflegte über Parteigrenzen hinweg Kontakte zu Politikern, besonders eng war sein Verhältnis zu dem CDU-Politiker Volker Kauder, der seit 2005 Chef der Unionsfraktion im Bundestag ist. Kauder erklärte am Mittwochnachmittag: "Der überraschende Tod von Peter Struck hat mich tief getroffen." Dieser sei "in der Zeit der großen Koalition zu einem verlässlichen Freund und Wegbegleiter geworden" - so erinnerte Kauder an die Zusammenarbeit mit dem Duzfreund in der Zeit von 2005 bis 2009. Struck habe sich um das Land als aufrechter Demokrat verdient gemacht.

FDP-Chef Philipp Rösler würdigte Struck als "einen geradlinigen Menschen, als einen vertrauenswürdigen Politiker, der seine Sicht der Dinge offen vortrug und das Wohl der Bürger im Auge hatte". Rösler sagte: "Wir haben mit ihm manchen Strauß ausgefochten, aber auch viele Gemeinsamkeiten geteilt, wenn es darum ging, beharrlich beste Lösungen für die Sicherheit des Landes zu suchen."

Die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin erklärten gemeinsam: "Die Nachricht vom Tode Peter Strucks erfüllt uns mit Trauer und Betroffenheit. In Peter Struck verliert unser Land einen großen Sozialdemokraten und leidenschaftlichen Parlamentarier. Wir erinnern uns mit Dankbarkeit an eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wir trauern mit seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden."

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi würdigte Struck als großen Politiker. "Über viele Jahre konnte und durfte ich mit Peter Struck zusammenarbeiten. Er war fleißig, engagiert und verlor nie das Gefühl für die Situation der Bevölkerung, für Menschen in Armut." Gysi erklärte weiter: "Er konnte sich freundschaftlich, kollegial und solidarisch verhalten, inzwischen eher eine Rarität in der Politik."

Peter Struck hinterlässt seine Frau Brigitte, die er 1965 geheiratet hatte, drei Kinder und zahlreiche Enkel.

flo/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
andrelei 19.12.2012
1. Ein Großer
Möge er in Frieden ruhen.
thisiswhatwedo 19.12.2012
2. mein beileid..
...in respektvoller anerkennung seiner lebensleistung.....
katzekaterkarlo 19.12.2012
3. Wieder einer ...
... mit Ecken und Kanten weniger. Herzliches Beileid an die Familie.
Blumenhändler 19.12.2012
4.
Wundert mich nicht wirklich. Struck war Kettenraucher. Auch sonst machte er nicht so den Eindruck, als ob viel Wert auf gesunde Lebensweise legt.
linkslibero 19.12.2012
5. Der Qualm war
Beileid an die Familie. Starke Raucher wie Struck einer war, sind Kandidaten für Herzinfarkt. So ist das nunmal. War beim Kettenraucher Bernd Eichinger genauso.
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