Expo-Defizit Bund übernimmt doch zwei Drittel

Der Bund will nun doch zwei Drittel und nicht nur die Hälfte des Expo-Defizits übernehmen. Die Weltausstellung in Hannover hatte mit einem Minus von etwa 2,4 Milliarden Mark geschlossen.


Berlin/Hannover - SPD-Fraktionschef Peter Struck und Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch hätten diese Absprache im Laufe des Tages getroffen, hieß es in Berlin. Sie seien damit auch dem Wunsch von Bundeskanzler Gerhard Schröder gefolgt.

Das half auch die Werbung nichts: Die Expo schloss mit einem Milliardenminus
Foto: Expo 2000

Das half auch die Werbung nichts: Die Expo schloss mit einem Milliardenminus

Bei den Grünen hatte es zuvor erhebliche Vorbehalte gegeben, den Bund mehr als die Hälfte des Expo-Verlustes übernehmen zu lassen. Grünen-Haushaltsexperte Oswald Metzger hatte sich wiederholt gegen eine solche Lösung ausgesprochen. Von Metzger hieß es, ihn habe der Wunsch der Fraktionsführung nach Zustimmung zu einer Zwei-Drittel-Übernahme des Defizits am Mittwoch erreicht. Er werde aber bei einem Treffen der SPD- und Grünen-Haushaltsexperten mit dem Finanzministerium am Montag darauf bestehen, dass das Ministerium zunächst eine konkrete Vorlage zur Finanzierung des Defizits vorlege.

In Koalitionskreisen wurde vermutet, dass mit der neuen Kostenverteilung die Zustimmung Niedersachsens zur neuen Entfernungspauschale für Berufspendler gesichert sei. Bislang weigern sich die Bundesländer einschließlich der SPD-geführten Landesregierungen, die Finanzierung der Pauschale mitzutragen.

Das Defizit der Weltausstellung Expo in Hannover beläuft sich nach bisherigen Schätzungen auf 2,4 Milliarden Mark. Niedersachsen werde davon ein Drittel aufbringen, sagte ein Sprecher der Landesregierung. Verträge für die Expo-Gesellschaft sahen indes vor, Verluste zu gleichen Teilen auf Bund und Land zu verteilen. Die hohen Verluste gehen auf das geringe Besucherinteresse während der fünfmonatigen Expo zurück. Statt der erwarteten 40 Millionen Eintrittskarten wurden nur 18 Millionen verkauft. "Wir sind hocherfreut über die Entscheidung. Der Bund erkennt damit an, dass die Expo keine niedersächsische Veranstaltung gewesen ist", sagte der Sprecher.



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