"F-35" für die Bundeswehr? Luftwaffe benennt Anforderungen an "Tornado"-Nachfolger

Die Bundeswehr diskutiert ausgiebig über neue Kampfflugzeuge. Ehe die Politik darüber abstimmt, hat Luftwaffenchef Karl Müllner nun Wünsche angemeldet. Nur ein Modell scheint sie zu erfüllen.

"F-35" der US-Streitkräfte
REUTERS

"F-35" der US-Streitkräfte


Für die Nachfolge der alternden "Tornado"-Kampfjets der Bundeswehr hat Luftwaffenchef Karl Müllner konkrete Vorstellungen geäußert. "Aus militärischen Gesichtspunkten brauchen wir eine geringe Radarsignatur und die Fähigkeit, aus großer Distanz Ziele zu erkennen und zu bekämpfen", sagte Müllner der Nachrichtenagentur Reuters.

Müllner sagte demnach, diese Fähigkeiten eines Kampfjets der fünften Generation seien für eine glaubhafte Abschreckung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung unerlässlich. Nach Einschätzung von Militärexperten erfüllt aktuell allein die amerikanische "F-35" diese Anforderungen.

"Die Risiken und Kosten für den Betrieb des Tornados werden gegen Ende des nächsten Jahrzehnts so erheblich steigen, dass man sich jetzt um eine Nachfolge kümmern muss", wird Müllner zitiert. Von 2025 an brauche die Luftwaffe die ersten neuen Jets, um den "Tornado" nach und nach abzulösen. Der Marktpreis für eine "F-35" wird auf etwa 80 Millionen Dollar geschätzt. Zu den "F-35"-Kunden zählen die Natopartner Großbritannien, Norwegen, Dänemark, Italien, Niederlande und die Türkei.

Um diesen Zeitplan halten zu können, wären eine Grundsatzentscheidung in der ersten Hälfte der Legislaturperiode sowie ein Vertrag 2020 nötig, hieß es unter Berufung auf Müllner. Als potenzielle Tornado-Nachfolger untersucht die Luftwaffe derzeit die "F-35" des US-Herstellers Lockheed Martin, die "F-15" und die "F-18" von Boeing sowie den "Eurofighter".

Karl Müllner
DPA

Karl Müllner

"Aus diesen Optionen wird dann eine Auswahl getroffen werden müssen, weil es für eine Entwicklungslösung eigentlich schon zu spät ist", wird Müllner zitiert. "Es wäre auch ziemlich unsinnig, für den Bedarf der Luftwaffe von vielleicht hundert Flugzeugen oder weniger ein neues Flugzeug zu entwickeln; das kann kein Mensch bezahlen." Die Luftwaffe besitzt 85 "Tornado"-Jets, die seit den Siebzigerjahren gebaut wurden. Einige der Flugzeuge starten derzeit von Jordanien aus zu Aufklärungseinsätzen gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" in Syrien und dem Irak.

Die Luftwaffe plant dem Bericht zufolge derzeit auch den Kauf oder die Nachrüstung von Flugzeugen mit einer Technik, die gegnerisches Radar stören kann. Solche Maschinen wären im Kampf gegen High-Tech-Gegner wie Russland nötig. Deutschland habe der Nato bis Mitte des kommenden Jahrzehnts 14 derartige Flugzeuge zugesagt, sagte Müllner. Um genügend Flugzeuge einsatzfähig zu haben, seien etwa 20 Maschinen nötig.

apr/Reuters

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