Forderung der Jungen Union Sondersteuer für Kinderlose

Diese Forderung der Jungen Union dürfte bei den Parteioberen für Verärgerung sorgen: Kinderlose sollen ein Prozent ihres Einkommens als Sonderabgabe zahlen - und das Ehegatten- in ein Familiensplitting umgewandelt werden.

Paar mit Hunden, ohne Kind: Sonderabgabe von einem Prozent des Bruttoeinkommens
DPA

Paar mit Hunden, ohne Kind: Sonderabgabe von einem Prozent des Bruttoeinkommens


Das Festhalten am Ehegattensplitting gehört zu den wenigen Standpunkten, mit denen CDU und CSU noch ihr konservatives Profil pflegen. Vehement wehren sie sich gegen Forderungen von SPD und Opposition, die steuerliche Begünstigung nicht allein vom Trauschein, sondern von der Elternschaft abhängig zu machen. Daher dürfte die neueste Forderung der eigenen Nachwuchsorganisation für Unmut in den Parteispitzen sorgen.

Denn die Maßnahmen, die der Chef der Jungen Union (JU), Paul Ziemiak, in der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") vorschlägt, stehen der bisherigen Familienpolitik diametral entgegen: Kinderlose sollen ein Prozent ihres Bruttoeinkommens als Sonderabgabe bezahlen, Eltern mit einem Kind immer noch ein halbes Prozent. Nur wer zwei oder mehr Kinder hat, soll von der Sonderabgabe verschont bleiben.

Das durch die Sonderabgabe eingenommene Geld will die Jungen Union zum Teil für ein "Starterpaket" für Eltern verwenden. Konkret sollen sie für jedes geborene Kind 1000 Euro für die Erstausstattung erhalten.

Zudem wollen die Jungunionisten das Ehegatten- in ein Familiensplitting umwandeln. Darunter versteht man, dass nicht nur wie bislang Steuerfreibeträge von Ehepartnern zusammengefasst werden sollen, sondern auch jedes Kind zu einer zusätzlichen Steuerentlastung führt.

Eine Benachteiligung von Kinderlosen bestritt JU-Chef Ziemiak in der "SZ" selbst aus steuerlicher Sicht. Seine Argumentation: Eltern müssen viel Geld für ihre Kinder ausgeben - und zahlten für diese Ausgaben auch einen beträchtlichen Betrag an Mehrwertsteuer. Daher seien sie bislang nicht nur allgemein, sondern auch in steuerlicher Hinsicht schlechter gestellt als Kinderlose. Das würde mit einer Sonderabgabe ausgeglichen.

fdi

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infonetz 20.06.2015
1.
Das ist doch eine gute Ide denn die Profitieren ja auch von ander Leuts Kinder also weil die mal unsere Renten erwirtschaften müssen. Das mit dem Bruttoeinkommen gefällt mir auch denn dann zahlt jeder gleich viel also der Leiharbeiter genau so wie der Millionär sein 1% auf sein gesammtes Einkommen.
piccolo-mini 20.06.2015
2.
Ein sinnvoller und gerechter Vorschlag aus den Reihen der jungen Union? Wenn die mal groß sind, machen sie aber wieder Klientelpolitik für die, die schon mehr als genug haben. Aber Beifall für diesen Vorschlag. Warum sollte Kinderlosen, bei denen der Mann deutlich mehr verdient (einzige Gruppe, der so etwas weggenommen wird) auch weiterhin das Splitting gewährt werden?
DDRMutti 20.06.2015
3. Man kann das rechnen, wie man will
Wer jetzt mehr oder in zukunft mehr zahlt, weniger oder viel weniger kann man rechnen, wie man will. Erschreckend ist der zunehmende Anteil an Rufern, die immer mehr geld für den Statt wollen. mehr, noch mehr, viel. Und dann, wenn as geld wieder in die taschen von EU, Banken und Politikern geflossen ist, kommt die nächste Abgabe. Man muss sich fragen, ob die nie den Hals voll bekommenß Würde das geld für das ausgegeben, was besteuert wird, wäre es mehr als genug. Aber auch eine Kinderlosenabgabe wird völlig unkntrolliert abfliessen, nach Griechenland oder Brüssel, wo eben gerade Politiker Geld brauchen. Die, die dafür hart arbeiten, werden nichts davon haben - und Kinder bleiben teuer, der Staat verdient auch daran weiterhin kräftig mit und es wird kein Cent mehr in Bildung und Betreuung gesteckt.
nogalit 20.06.2015
4. Da geht noch mehr
Danke! Wir hätten gerne Kinder gehabt, hat aber leider nicht geklappt. Neben erhöhtem Pflegebeitrag und demnächst 1% Zusatzbeitrag vom Bruttoeinkommen fällt unseren Politikern bestimmt noch ein paar weitere Strafzuschläge und - abschläge ein: 10% Rentenabschlag, 5% Zuschlag auf den Krankenkassenbeitrag, 2% Kinderlosensteuer auf Wohnungsmiete
der.tommy 20.06.2015
5.
Wenn man dann auch noch dafür sorgt, dass es Eltern möglich ist, Kinder auch groß zu ziehen ohne Existenzängste (prekäre Beschäftigung, allgemein zu geringes Lohnniveau, kinderfeindliche Vermieter,....) bin ich total dafür! Und das obwohl ich selbst keine Kinder habe!
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