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Familienbande: Merkel und die Kirchhof-Töchter

Mit einem schlagenden Argument wollte Kanzlerkandidatin Merkel im TV-Duell Vorwürfe entkräften, ihr Wirtschaftsexperte Kirchhof habe ein reaktionäres Frauenbild. Sie habe mit seinen vier Töchtern über ihre Berufstätigkeit gesprochen, sagte Merkel. Doch: Kirchhof hat gar nicht vier Töchter.

Hamburg - "Paul Kirchhof hat vier Töchter. Ich habe mich mit ihnen unterhalten. Alle vier Töchter sind berufstätig. Alle vier Töchter haben Kinder", sagte die Kanzlerkandidatin der Union gestern im TV-Duell mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Mit diesem vermeintlichen Super-Argument wollte Merkel sämtliche Zweifler eines Besseren belehren, die Kirchhof ein reaktionäres Familien- und Frauenbild unterstellt hatten.

Kirchhof hatte im Jahr 2002 gesagt: "Die Mutter macht in ihrer Familie Karriere, die nicht Macht, sondern Freundschaft verheißt, nicht Geld, sondern Glück bringt." SPD und Grüne hatten dies als Beleg für Kirchhofs veraltetes Rollenmodell gewertet.

Doch Merkels Argument erwies sich als falsch: Der Heidelberger Professor und Mitglied in Merkels sogenanntem Kompetenzteam, hat zwar eine große Familie - vier Töchter gehören aber nicht dazu. Laut der Personendatenbank Munzinger ist Kirchhof Vater der Kinder Paulus, Gregor, Charlotte und Friederike - also zweier Töchter und zweier Söhne.

Seit gestern Abend gehört aber ein weiteres weibliches Mitglied zur Familie des Finanzexperten. TV-Moderator Thomas Kausch sprach Merkel zu Beginn der Sendung mit "Frau Kirchhof" an - aber immerhin nicht als vierfache Mutter.

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