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Familienpolitik: Bund und Länder sollen für künstliche Befruchtung zahlen

Ungewollt kinderlose Paare können auf staatliche Unterstützung hoffen: Nach Plänen von Familienministerin Schröder sollen Bund und Länder schon ab dem kommenden Jahr die Hälfte der Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen. Die Gelder sind jedoch noch nicht freigegeben.

Will Paaren die Entscheidung fürs Kind erleichtern: Familienministerin Kristina Schröder Zur Großansicht
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Will Paaren die Entscheidung fürs Kind erleichtern: Familienministerin Kristina Schröder

Frankfurt am Main - Die Hälfte zahlt die Krankenkasse - die übrigen Kosten für eine künstliche Befruchtung müssen ungewollt kinderlose Paare selbst tragen. Für drei Versuche sind das bis zu 6000 Euro, ein vierter Versuch, der nicht mehr von der Krankenkasse unterstützt wird, kostet allein bis zu 4000 Euro.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will den Paaren künftig die Entscheidung für Kinder erleichtern: Im Gespräch mit der "FAZ" plädierte sie dafür, dass Bund und Länder schon ab kommendem Frühjahr die Hälfte der Kosten übernehmen, die bislang die Paare zahlen müssen.

Im Haushalt ihres Ministeriums seien dafür 10 Millionen Euro eingeplant, sagte Schröder der FAZ. Alles in allem rechne sie mit Kosten von bis zu 40 Millionen Euro. Das sei "wenig", sagte die Ministerin, wenn man bedenke, dass bei keiner anderen familienpolitischen Maßnahme der Zusammenhang zwischen Förderung und Ergebnis so eklatant sei.

Schon ab April kommenden Jahres könnten Paare nach den Plänen der Ministerin die Förderung erhalten. Noch sei der Betrag im Haushalt jedoch gesperrt, da über die Finanzierung in der schwarz-gelben Koalition noch gestritten werde, sagte Schröder. Die CDU-Politikerin zeigte sich dennoch zuversichtlich.

Bis zum Jahr 2004 waren die Kosten für eine künstliche Befruchtung vollständig von den Krankenkassen übernommen worden. Im Gespräch mit der FAZ rechnete Schröder vor, dass die Zahl der Geburten nach künstlichen Befruchtungen nach der Halbierung der Förderung von etwa 17.000 auf rund 8000 zurückgegangen sei.

usp/dpa/dapd

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1. Absoluter Wahnsinn!
doc 123 27.11.2011
Zitat von sysopUngewollt kinderlose Paare können auf staatliche Unterstützung hoffen: Nach Plänen von Familienministerin Schröder sollen Bund und Länder schon ab dem kommenden Jahr die Hälfte der Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen. Die Gelder sind jedoch noch nicht freigegeben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800241,00.html
Auch noch diese künstliche Befruchtungen finanziell unterstützen zu wollen, die allenfalls für die Familien maximal belastend sind und nicht gerade so erfolgreich, wenn man die tatäschlichen Geburtenzahlen so sieht. Wesentlich plausibler wäre es doch wohl, Abtreibungen zu verbieten und die dabei dann nicht getöteten Kindern diesen kinderlosen Ehepaaren zur Adoption freizugeben. Damit wäre doch wohl allen Beteiligten geholfen. Die ungeborenen Kinder müssten nicht getötet werden und der Kinderwunsch der kinderlosen Paar könnte gleichzeitig erfüllt werden.
2. ....
retmar 27.11.2011
Zitat von doc 123Auch noch diese künstliche Befruchtungen finanziell unterstützen zu wollen, die allenfalls für die Familien maximal belastend sind und nicht gerade so erfolgreich, wenn man die tatäschlichen Geburtenzahlen so sieht. Wesentlich plausibler wäre es doch wohl, Abtreibungen zu verbieten und die dabei dann nicht getöteten Kindern diesen kinderlosen Ehepaaren zur Adoption freizugeben. Damit wäre doch wohl allen Beteiligten geholfen. Die ungeborenen Kinder müssten nicht getötet werden und der Kinderwunsch der kinderlosen Paar könnte gleichzeitig erfüllt werden.
Ich wollte gerade etwas ähnliches schreiben. Sie waren schneller. . Seit -zig Jahren jedes Jahr etwa 120 000 Abtreibungen in Deutschland, von denen gerade einmal 3% kriminologisch oder medizinisch begründet sind. Und jetzt so etwas. Was für eine infame Heuchelei.
3. Eine gute Initiative
Europa! 27.11.2011
Das Recht auf künstliche Befruchtung sollte jeder Frau zustehen, und es ist nur vernünftig, wenn die Gesellschaft die Kosten dafür übernimmt. PS Hier einen Zusammenhang mit Abtreibungen herstellen zu wollen, ist völlig abwegig.
4. Grundsätzlich
Bärchen09 27.11.2011
Zitat von retmarIch wollte gerade etwas ähnliches schreiben. Sie waren schneller. . Seit -zig Jahren jedes Jahr etwa 120 000 Abtreibungen in Deutschland, von denen gerade einmal 3% kriminologisch oder medizinisch begründet sind. Und jetzt so etwas. Was für eine infame Heuchelei.
stimme ich Ihnen zu. Die Zahl der Abtreibungen sind für ein reiches Land wie Deutschland kriminell. Es gibt durchaus Gründe, aber meistens sind es soziale Gesichtspunkte. Oft wird gerade bei "Pro Familia" den Frauen keine gute Möglichkeit weg von der Abtreibung gezeigt. Und viele Familien wünschen sich ein Kind, aber es wird schwer gemacht. Ein anderer Grund ist: Abtreibung wird bei uns fast so angesehen wie Zähneziehen, aber das Kind zur Adoption frei geben, da wird die Mutter ganz scheel als Rabenmutter angesehen. Das muss sich ändern. Eine künstliche Befruchtung ist eigentlich ein anderes Thema. Ich verstehe schon, wenn Ehepaare ein eigenes Kind wollen. Aber sehr oft ist das eben unmöglich. Darum muss die Adoption erleichtert werden. Allerdings schon nach gründlicher Prüfung der zukünftigen Eltern.
5. Kosten
dasky 27.11.2011
Zitat von sysopUngewollt kinderlose Paare können auf staatliche Unterstützung hoffen: Nach Plänen von Familienministerin Schröder sollen Bund und Länder schon ab dem kommenden Jahr die Hälfte der Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen. Die Gelder sind jedoch noch nicht freigegeben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800241,00.html
Leider versäumt der Artikel die Gelegenheit zu dem Hinweis, dass das Gesetz in Deutschland eine künstliche Befruchtung nur bei Ehepaaren zuläßt und auch nur dann, wenn sich Nachwuchs wegen Krankheit einer der Ehepartner oder beider Ehepartner nicht einstellt. Nicht auszudenken nämlich, was auf den Staat für Kosten zukämen, wenn Frauen sich mittels Samenspendern, die nicht zugleich auch Zahlväter und Unterhaltszahler sind, Kinder verschaffen würden, um dann die Erwerbsarbeit einzustellen.
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