Familienpolitik Ministerin von der Leyen distanziert sich von brisanter Studie

Kein gemeinsamer Auftritt mit den Experten: Familienministerin von der Leyen geht nach SPIEGEL-Informationen auf Distanz zur Studie einer Fachkommission - ihr gehen einige Reformvorschläge zu weit .


Berlin - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) distanziert sich von einer brisanten Studie zur Familienpolitik. Die Kommission "Familie und demographischer Wandel", zu der der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) sowie ihr wissenschaftlicher Chefberater Hans Bertram gehören, will an diesem Freitag eine Studie zu den Folgen der alternden Bevölkerung vorlegen.

Familienministerin von der Leyen: Brisante Expertenvorschläge
AP

Familienministerin von der Leyen: Brisante Expertenvorschläge

Ursprünglich sollte von der Leyen den Bericht öffentlich entgegennehmen - so hatte sie es auch bei einer früheren Studie der Kommission vor dreieinhalb Jahren getan.

Diesmal jedoch lehnte die Ministerin einen gemeinsamen Auftritt mit dem Gremium ab, angeblich aus Termingründen. Tatsächlich gehen ihr einige sozialpolitische Reformvorschläge der Experten zu weit. So empfehlen diese, die umfassenden staatlichen Sicherungssysteme teilweise durch mehr bürgerschaftliches und privates Engagement zu entlasten.

Weiter plädieren die Gutachter für mehr Rechte alternativer Lebensformen. Die Kommission schlägt etwa vor, die sogenannte Schwulenehe auch auf andere Partnerschaftsmodelle auszudehnen. Dieser Rechtsrahmen könne beispielsweise für "zusammenlebende Alte sinnvoll sein, die bereit sind, einander zu pflegen", heißt es in der Studie.



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