Berlin - Als erster FDP-Bundestagsabgeordneter fordert Jens Ackermann, dass Fraktionschef Rainer Brüderle anstelle des Parteivorsitzenden Philipp Rösler die Liberalen in die Bundestagswahl führen soll. Brüderle sei ein exzellenter Wahlkämpfer. Bei der nächsten Bundestagswahl gehe es für die FDP um alles, sagte Ackermann der "Bild am Sonntag". "Deshalb soll Rainer Brüderle unser Spitzenkandidat werden und die FDP in die Wahl führen."
Auch die Bürger glauben, dass die FDP mit Brüderle besser aufgestellt sei. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Zeitung sprechen sich 34 Prozent der Deutschen für Brüderle als Parteivorsitzenden aus, aber nur 23 Prozent für Amtsinhaber Rösler. Angesichts der anhaltend schlechten Umfragewerte glauben allerdings 53 Prozent nicht daran, dass die FDP bei der Bundestagswahl den Einzug in das Parlament schafft. 36 Prozent rechnen damit, dass die Liberalen auch im nächsten Bundestag vertreten sein werden.
In einer aktuellen Emnid-Umfrage liegt die FDP weiter bei vier Prozent, ebenso wie die Piraten. Die Union bleibt bei 38 Prozent, Rot-Grün entfernt sich in der Wählergunst von einer eigenen Mehrheit. Sowohl SPD (28 Prozent) als auch Grüne (14 Prozent) haben einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche verloren. Einen Prozentpunkt hinzugewinnen konnte die Linkspartei, sie kommt nun auf 8 Prozent.
Kurz vor Beginn des Wahlkampfjahres 2013 ist auch das Spendenaufkommen der FDP dramatisch eingebrochen: Die ursprünglich für dieses Jahr angepeilte Summe von einer Million Euro wird weit verfehlt werden. Bundesschatzmeister Otto Fricke sagte der "Bild am Sonntag": "400.000 Euro Spenden war der Stand Anfang Oktober." Im Wahljahr 2009 hatte die FDP noch 5,5 Millionen Euro Spenden eingenommen.
cai/dapd
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